Greater Trochanteric Pain Syndrome (GTPS): StatPearls
Hintergrund
Das Greater Trochanteric Pain Syndrome (GTPS) umfasst verschiedene Pathologien des peritrochantären Raums. Dazu gehören die Bursitis trochanterica, die Abduktoren-Tendinopathie (Rupturen des M. gluteus medius und minimus) sowie die externe Coxa saltans (schnappende Hüfte).
Laut der StatPearls-Zusammenfassung sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. Der Altersgipfel liegt zwischen 40 und 60 Jahren, wobei ein erhöhter BMI und biomechanische Dysbalancen als wesentliche Risikofaktoren gelten.
Pathophysiologisch steht oft nicht die reine Entzündung der Bursa im Vordergrund. Vielmehr kommt es durch repetitive Mikrotraumata zu einer Degeneration der Glutealsehnen mit einem Umbau von Typ-1- zu mechanisch schwächerem Typ-3-Kollagen.
Empfehlungen
Klinische Untersuchung
Die Leitlinie empfiehlt eine umfassende Anamnese und körperliche Untersuchung zur Abklärung lateraler Hüftschmerzen. Typische Befunde umfassen einen Druckschmerz über dem Trochanter major sowie Schmerzen bei Abduktion und Außenrotation gegen Widerstand.
Zur Differenzierung der zugrunde liegenden Pathologie werden spezifische Provokationstests empfohlen:
| Klinischer Test | Durchführung | Klinische Bedeutung |
|---|---|---|
| Trendelenburg-Test | Einbeinstand auf dem betroffenen Bein | Überprüfung einer Abduktorenschwäche (Beckenabfall) |
| Ober-Test | Seitenlage, Extension und Abduktion des Beins | Beurteilung einer Verkürzung des Tractus iliotibialis |
| FADDIR-Test | Flexion, Adduktion und Innenrotation | Abgrenzung eines anterioren Impingements |
| FABER-Test | Flexion, Abduktion und Außenrotation | Differenzierung intraartikulärer Pathologien |
Bildgebende Diagnostik
Röntgenaufnahmen des Beckens werden initial empfohlen, um intraartikuläre Ursachen wie eine Coxarthrose auszuschließen.
Für die detaillierte Weichteildiagnostik gilt die Magnetresonanztomografie (MRT) als Goldstandard. Sie wird empfohlen, um Sehnenrupturen, Tendinosen und entzündliche Veränderungen der Bursa präzise darzustellen.
Ergänzend wird der Ultraschall als schnelle und dynamische Methode beschrieben. Er eignet sich laut Leitlinie besonders zur Visualisierung einer schnappenden Hüfte (Coxa saltans) und zur Steuerung von Injektionen.
Konservative Therapie
Die konservative Behandlung stellt den Goldstandard dar und ist in über 90 % der Fälle erfolgreich. Es wird empfohlen, die Therapie mit Aktivitätsmodifikation, Gewichtsmanagement und Physiotherapie zu beginnen.
Die Leitlinie nennt folgende konservative Bausteine:
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Physiotherapie mit Fokus auf exzentrisches Training, Kräftigung der Abduktoren und Dehnung des Tractus iliotibialis
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Orale NSAR zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung, sofern keine Kontraindikationen vorliegen
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Kortikosteroid-Injektionen zur gezielten lokalen Entzündungshemmung
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Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) als effektive Option, insbesondere in Kombination mit einem Übungsprogramm
Platelet-Rich Plasma (PRP) zeigt in Studien vielversprechende Ergebnisse. Es gilt laut Text jedoch noch nicht als Standardtherapie.
Operative Therapie
Ein chirurgischer Eingriff wird erst erwogen, wenn die konservative Therapie nach 6 bis 12 Monaten keine Besserung bringt.
Je nach Pathologie werden offene oder endoskopische Verfahren empfohlen:
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Bursitis trochanterica: Bursektomie und Release des Tractus iliotibialis
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Coxa saltans: Z-Plastik oder arthroskopische Fenestrierung des Tractus iliotibialis
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Abduktorenrupturen: Offene oder endoskopische Sehnenrekonstruktion, ähnlich der Rotatorenmanschettennaht
Kontraindikationen
Die StatPearls-Zusammenfassung nennt folgende Warnhinweise und Kontraindikationen für die medikamentöse Therapie:
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NSAR sind kontraindiziert bei Personen mit hohem Risiko für gastrointestinale Blutungen oder bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien.
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Bei Kortikosteroid-Injektionen wird vor einer potenziellen langfristigen Schwächung der Sehnenstruktur gewarnt.
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Zudem besteht bei Kortikosteroiden das Risiko einer Hyperglykämie bei Diabetikern.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass eine konservative Therapie des Greater Trochanteric Pain Syndromes oft drei Monate oder länger benötigt, um eine vollständige Symptomfreiheit zu erreichen. Es wird hervorgehoben, wie wichtig es ist, Betroffene frühzeitig über diesen langwierigen Heilungsverlauf aufzuklären, um realistische Erwartungen zu wecken und die Therapieadhärenz zu sichern. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Kortikosteroid-Injektionen zwar kurzfristig gut wirken, langfristig aber die Sehnenstruktur schwächen können.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls ist die Bursitis trochanterica nur ein Teilaspekt des Greater Trochanteric Pain Syndromes (GTPS). Das Syndrom umfasst zusätzlich Pathologien wie die Abduktoren-Tendinopathie und die externe schnappende Hüfte.
Die Leitlinie empfiehlt initial ein Röntgenbild zum Ausschluss von Gelenkverschleiß. Als Goldstandard für die Weichteildiagnostik und zur Erkennung von Sehnenrissen wird die MRT beschrieben.
Es wird darauf hingewiesen, dass die konservative Behandlung langwierig ist. Betroffene sollten darüber aufgeklärt werden, dass eine vollständige Ausheilung oft drei Monate oder länger in Anspruch nimmt.
Eine operative Intervention wird laut Text erst empfohlen, wenn die konservativen Maßnahmen nach 6 bis 12 Monaten keine ausreichende Linderung erbracht haben.
Die Leitlinie bestätigt, dass Kortikosteroid-Injektionen kurzfristig eine sehr gute Schmerzlinderung bieten. Es wird jedoch gewarnt, dass sie bei wiederholter Anwendung langfristig die Sehnenstruktur schwächen können.
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Quelle: StatPearls: Greater Trochanteric Pain Syndrome (Greater Trochanteric Bursitis) (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.