StatPearls2026

Psoas-Syndrom: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Psoas-Syndrom ist durch Schmerzen und Dysfunktionen der Psoas- oder Iliopsoas-Muskulatur infolge von Reizungen, Entzündungen oder Verletzungen gekennzeichnet. Es betrifft häufig Sportler mit repetitiver Hüftbeugung wie Läufer oder Tänzer, kann aber auch durch langes Sitzen oder Wirbelsäulenerkrankungen entstehen.

Seltener wird das Syndrom durch einen Psoas-Abszess oder retroperitoneale Malignome (malignes Psoas-Syndrom) verursacht. Typische Symptome sind tiefe vordere Hüft- oder Leistenschmerzen, die sich bei Streckung oder gegen Widerstand ausgeführter Beugung verschlimmern.

Ein hör- oder sichtbares Schnappen (Coxa saltans) kann ebenfalls auftreten. Die Erkrankung kann zudem als postoperative Komplikation nach einer totalen Hüftendoprothetik (TEP) in Erscheinung treten.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung:

Klinische Diagnostik

Die Diagnose wird primär klinisch gestellt. Es wird empfohlen, eine detaillierte Anamnese bezüglich sportlicher Aktivitäten, vorangegangener Operationen oder systemischer Warnzeichen (Fieber, Gewichtsverlust) zu erheben.

Zur klinischen Untersuchung werden verschiedene spezifische Tests herangezogen:

Klinischer TestDurchführungPositiver Befund
Ely-TestPatient in Bauchlage, passive KniebeugungFerse erreicht das Gesäß nicht (Hinweis auf Hypertonus)
Psoas-ZeichenPassive HüftstreckungSchmerzauslösung (Hinweis auf Psoas-Reizung)
Ludloff-ZeichenPatient sitzt mit gestrecktem Knie und hebt die Ferse anLokalisierter Schmerz in der Iliopsoas-Region
Snapping-Hip-TestPassive Hüftstreckung aus gebeugter, abduzierter und außenrotierter PositionReproduktion der Schmerzen

Bildgebung und Labor

Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder CT sind bei unkomplizierten Verläufen meist unauffällig und nicht routinemäßig erforderlich. Bei Verdacht auf Infektionen oder Malignome wird eine erweiterte Diagnostik mittels MRT, Ultraschall oder Labor (Blutbild, CRP, BSG) empfohlen.

Ein sonografisch oder fluoroskopisch gesteuerter Lidocain-Test kann diagnostisch genutzt werden. Eine signifikante Schmerzreduktion nach Injektion in die Psoassehne stützt die Diagnose einer Psoas-Tendinitis.

Konservative Therapie

Als Erstlinientherapie wird eine konservative Behandlung empfohlen. Diese umfasst:

  • Physiotherapie zur Dehnung der Iliopsoas-Gruppe und Kräftigung der Rumpf- und Hüftmuskulatur

  • Modifikation der auslösenden Aktivitäten und ausreichende Ruhephasen

  • Fortführung rezeptfreier Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol

  • Ergänzende Maßnahmen wie Wärme, Kälte oder therapeutischer Ultraschall

Interventionelle und operative Maßnahmen

Bei therapierefraktären Verläufen können ultraschallgesteuerte Kortikosteroid-Injektionen erwogen werden. Wenn konservative und interventionelle Maßnahmen versagen, wird eine chirurgische Verlängerung oder Ablösung der Psoassehne als Option genannt.

Bei infektiösen Ursachen (Psoas-Abszess) ist eine antibiotische Therapie und gegebenenfalls eine chirurgische oder interventionelle Drainage indiziert. Ein malignes Psoas-Syndrom erfordert eine primäre Tumortherapie sowie eine gezielte Schmerzbehandlung.

Kontraindikationen

Bupivacain (Marcain) birgt bei versehentlicher intravaskulärer Aufnahme ein höheres Risiko für kardiale Toxizität im Vergleich zu Lidocain. Die Quelle rät, die Verwendung von Bupivacain im ambulanten Bereich zu vermeiden, sofern keine Notfallausrüstung für eine Lipid-Rescue-Therapie vorhanden ist.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt vor der unbedachten Anwendung von Bupivacain bei Psoas-Injektionen aufgrund der erhöhten kardialen Toxizität bei versehentlicher intravaskulärer Injektion. Es wird betont, dass eine Aspiration von Blut vor der Injektion nicht ausreicht, um eine intravaskuläre Lage sicher auszuschließen.

Häufig gestellte Fragen

Die Erstlinientherapie besteht laut Quelle aus Physiotherapie, Aktivitätsmodifikation und rezeptfreien Schmerzmitteln. Ergänzend können physikalische Maßnahmen wie Wärme oder Kälte eingesetzt werden.

Bei typischer Anamnese ist primär keine Bildgebung notwendig. Bei Verdacht auf strukturelle Läsionen, Infektionen oder Malignome wird eine MRT- oder Ultraschalluntersuchung empfohlen.

Hierbei wird unter Ultraschall- oder Durchleuchtungskontrolle Lidocain in die Psoassehne injiziert. Eine deutliche Schmerzlinderung nach der Injektion bestätigt laut Text die Diagnose einer Psoas-Tendinitis.

Ein chirurgischer Eingriff, wie die Verlängerung oder Ablösung der Sehne, wird nur bei therapierefraktären Verläufen empfohlen. Zuvor sollten alle konservativen und interventionellen Maßnahmen ausgeschöpft sein.

Die Quelle nennt unter anderem Hüftgelenksarthrose, Labrumrisse, Hernien und lumbale Bandscheibenvorfälle. Auch viszerale Ursachen wie Appendizitis, Nierensteine oder gynäkologische Erkrankungen sollten ausgeschlossen werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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