StatPearls2026

Schenkelhalsfraktur: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schenkelhalsfrakturen sind häufige intrakapsuläre Hüftfrakturen. Bei älteren Menschen entstehen sie meist durch Niedrigenergietraumata in Verbindung mit einer verringerten Knochendichte.

Bei jüngeren Patienten sind hingegen Hochgeschwindigkeitsverletzungen die typische Ursache. Die Verletzung birgt ein hohes Risiko für eine Kompromittierung der Blutversorgung des Femurkopfs.

Insbesondere die Arteria circumflexa femoris medialis ist durch dislozierte Frakturen gefährdet. Eine Verletzung dieses Gefäßes kann zu einer avaskulären Nekrose oder einer Pseudarthrose führen.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung von Schenkelhalsfrakturen:

Diagnostik und Evaluation

Laut Leitlinie wird eine vollständige neurovaskuläre Untersuchung der betroffenen Extremität empfohlen. Als primäre Bildgebung sollen Röntgenaufnahmen des Beckens (ap), der Hüfte (ap und lateral), des Femurs sowie des Knies angefertigt werden.

Eine Computertomografie (CT) wird zur besseren Klassifikation oder zur Darstellung subtiler Frakturlinien empfohlen. Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist laut Leitlinie nicht für die Akutsituation vorgesehen, kann aber bei Verdacht auf Stressfrakturen eingesetzt werden.

Bei geriatrischen Patienten wird eine präoperative medizinische Optimierung als essenziell beschrieben. Dies umfasst Basislabore, ein EKG, ein Röntgenthorax sowie bei Bedarf eine kardiologische Evaluation.

Klassifikation

Die Leitlinie nutzt primär zwei Klassifikationssysteme zur Einteilung der Frakturen. Die Garden-Klassifikation wird im klinischen Alltag häufig in nicht-disloziert (Typ I und II) und disloziert (Typ III und IV) vereinfacht.

Garden-TypBeschreibung
Typ IInkomplette Fraktur, valgus-impaktiert, nicht disloziert
Typ IIKomplette Fraktur, nicht disloziert
Typ IIIKomplette Fraktur, partiell disloziert
Typ IVKomplette Fraktur, vollständig disloziert

Die Pauwel-Klassifikation bewertet den Neigungswinkel der Frakturlinie zur Horizontalen. Höhere Winkel gehen laut Leitlinie mit einer größeren Instabilität durch Scherkräfte und einem höheren Risiko für eine Osteonekrose einher.

Pauwel-TypNeigungswinkel
Typ IUnter 30 Grad
Typ II30 bis 50 Grad
Typ IIIÜber 50 Grad

Operative Therapie

Eine konservative Therapie ist laut Leitlinie nur in Ausnahmefällen bei nicht gehfähigen Patienten oder zur reinen Palliation indiziert. Die operative Strategie richtet sich nach dem Alter, dem Aktivitätslevel und dem Dislokationsgrad.

PatientengruppeFrakturtypEmpfohlene Therapie
Junge Patienten (< 60 Jahre)AlleNotfallmäßige offene Reposition und interne Fixation (ORIF)
Ältere PatientenNicht disloziertPerkutane kanülierte Schrauben oder dynamische Hüftschraube
Ältere Patienten (wenig aktiv)DisloziertHemiarthroplastik
Ältere Patienten (aktiv)DisloziertTotale Hüftendoprothese (TEP)

Bei jungen Patienten mit vertikalen Frakturen (Pauwel III) wird eine dynamische Hüftschraube aufgrund der höheren biomechanischen Stabilität empfohlen. Bei nicht-dislozierten Frakturen älterer Patienten weist die Leitlinie darauf hin, dass dynamische Hüftschrauben eine höhere Rate an avaskulären Nekrosen (9 %) aufweisen als kanülierte Schrauben (4 %).

Postoperative Versorgung

Nach einer Hemiarthroplastik oder totalen Hüftendoprothese wird eine belastungsabhängige Frühmobilisation (Weight-bearing as tolerated) empfohlen. Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe soll perioperativ begonnen und für 4 bis 6 Wochen fortgeführt werden.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit von hüftspezifischen Vorsichtsmaßnahmen, die sich nach dem chirurgischen Zugangsweg richten. Bei einem posterioren Zugang umfassen diese Maßnahmen den Verzicht auf das Überkreuzen der Beine, das Vermeiden einer Vorwärtsneigung im Sitzen sowie die Nutzung eines Abduktionskissens.

Kontraindikationen

Laut Leitlinie ist eine Endoprothetik (Arthroplastik) bei jüngeren Patienten mit Schenkelhalsfraktur ungeeignet. Hier wird stattdessen zwingend eine gelenkerhaltende Fixation gefordert.

Eine rein konservative Behandlung wird als ungeeignet für die meisten Patienten beschrieben. Sie ist lediglich für extrem demente, nicht gehfähige Personen oder im Rahmen der Palliativversorgung vorgesehen.

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💡Praxis-Tipp

Bei jungen Patienten mit Schenkelhalsfrakturen wird eine notfallmäßige operative Versorgung zur Gelenkerhaltung empfohlen, da eine verzögerte Reposition das Risiko einer avaskulären Nekrose des Femurkopfs deutlich erhöht. Zudem weist die Leitlinie darauf hin, dass bei älteren Patienten eine präoperative medizinische Optimierung essenziell ist, um die hohe Ein-Jahres-Mortalität von bis zu 30 % zu senken.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, die Therapie anhand des Aktivitätsniveaus auszuwählen. Bei aktiven älteren Patienten wird eine totale Hüftendoprothese empfohlen, während bei weniger aktiven Personen eine Hemiarthroplastik indiziert ist.

Es werden primär Röntgenaufnahmen des Beckens, der Hüfte, des Femurs und des Knies empfohlen. Bei unklaren Befunden oder zur genaueren Klassifikation rät die Leitlinie zu einer Computertomografie.

Laut Leitlinie wird empfohlen, die medikamentöse Prophylaxe gegen tiefe Venenthrombosen perioperativ zu beginnen. Diese sollte anschließend für 4 bis 6 Wochen postoperativ fortgeführt werden.

Die avaskuläre Nekrose des Femurkopfs wird als häufigste Komplikation nach einer offenen Reposition und internen Fixation (ORIF) beschrieben. Das Risiko steigt mit dem initialen Dislokationsgrad und einer unzureichenden anatomischen Reposition.

Ein nicht-operatives Vorgehen ist laut Leitlinie äußerst selten indiziert. Es wird nur bei extremen Hochrisikopatienten, nicht gehfähigen Personen oder im Rahmen der Palliativmedizin in Betracht gezogen.

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Quelle: StatPearls: Femoral Neck Fractures (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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