StatPearls2026

Elektrokonvulsionstherapie (EKT): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) ist ein Verfahren, bei dem unter intravenöser Sedierung oder Vollnarkose ein generalisierter zerebraler Krampfanfall ausgelöst wird. Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die EKT als eine wirksame Behandlungsoption für verschiedene schwere psychiatrische Erkrankungen.

Pathophysiologisch zielt die EKT auf Veränderungen in Hirnregionen ab, die bei schwerer Depression beeinträchtigt sind. Dazu gehören laut Leitlinie funktionelle und volumetrische Anpassungen im Frontallappen, Hippocampus und der Amygdala sowie eine Regulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse.

Trotz ihrer nachgewiesenen Wirksamkeit ist die Methode historisch bedingt häufig mit Stigmatisierung und Fehlinformationen verbunden. Die Leitlinie betont, dass die moderne EKT unter kontrollierten Bedingungen eine sehr niedrige Mortalitätsrate aufweist und gut verträglich ist.

Empfehlungen

Indikationen

Die Leitlinie empfiehlt die EKT primär bei therapieresistenter Depression oder schwerer Major Depression, die Alltagsaktivitäten stark einschränkt.

Weitere Indikationen umfassen laut Leitlinie:

  • Suizidalität (schnelle Linderung der Symptomatik)

  • Schwere Psychosen und Schizophrenie

  • Nahrungsverweigerung infolge einer Depression

  • Katatonie und neuroleptisches malignes Syndrom

  • Bipolare Störungen (depressive und manische Episoden)

Zudem wird die EKT als sichere Alternative für geschwächte, ältere, schwangere und stillende Personen beschrieben.

Vorbereitung und Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt zur Vorbereitung und Diagnostik:

  • Eine vollständige Anamnese und körperliche Untersuchung zum Ausschluss kardialer oder intrakranieller Pathologien.

  • Die Fortführung kardiologischer Medikamente (Aspirin, Statine, Antihypertensiva) am Tag des Eingriffs.

  • Die Überprüfung des Blutzuckerspiegels vor und nach dem Eingriff, da die EKT diesen erhöhen kann.

  • Die Deaktivierung des Detektionsmodus bei Trägern eines Defibrillators.

Durchführung und Anästhesie

Die Leitlinie beschreibt folgende Standards für die Durchführung:

  • Nüchternheit (NPO): 8 Stunden für fettreiche Mahlzeiten, 6 Stunden für leichte Mahlzeiten, 2 Stunden für klare Flüssigkeiten.

  • Präoxygenierung und Hyperventilation vor der Reizabgabe zur Steigerung der Anfallsintensität.

  • Verwendung eines Beißblocks zum Schutz von Zähnen und Zunge.

  • Bevorzugung der rechts-unilateralen EKT zur Minimierung retrograder Amnesien.

Ein therapeutischer Anfall sollte laut Leitlinie zwischen 15 und 70 Sekunden dauern. Bei Anfällen über 2 Minuten wird ein Abbruch durch Medikamente wie Propofol oder Benzodiazepine empfohlen, um neurologische Schäden zu vermeiden.

Besonderheiten in der Schwangerschaft

Für schwangere Patientinnen werden folgende Anpassungen empfohlen:

  • Kontinuierliche fetale Überwachung vor und nach der Behandlung ab der 24. Schwangerschaftswoche.

  • Vermeidung einer Hyperventilation, um die plazentare Durchblutung nicht zu reduzieren.

  • Linksseitenlage ab der 20. Schwangerschaftswoche zur Optimierung des venösen Rückstroms.

  • Verwendung von nicht-partikulären Antazida (z.B. Natriumcitrat) zur Aspirationsprophylaxe.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungen für die Anästhesieeinleitung und Muskelrelaxation bei der EKT:

MedikamentIndikationDosierungBemerkung
MethohexitalAnästhesieeinleitung0,75 - 1 mg/kgGoldstandard; bevorzugt gegenüber Propofol
SuccinylcholinMuskelrelaxation0,75 - 1 mg/kgDepolarisierendes Muskelrelaxans

Kontraindikationen

Die Leitlinie benennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise für die EKT:

Absolute Kontraindikation:

  • Erhöhter intrakranieller Druck (ICP) mit Masseneffekt

Relative Kontraindikationen:

  • Phäochromozytom

  • Erhöhter intrakranieller Druck ohne Masseneffekt

  • Kardiovaskuläre Überleitungsstörungen

  • Hochrisikoschwangerschaften

  • Aorten- und Zerebralaneurysmen

Zudem wird vor der Einnahme von Theophyllin gewarnt, da dies das Risiko für einen Status epilepticus erhöht. Pflanzliche Präparate wie Ginkgo biloba, Johanniskraut oder Baldrian können laut Leitlinie mit der EKT interagieren und sollten in der Anamnese erfasst werden.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist bei Personen, die Theophyllin einnehmen, besondere Vorsicht geboten, da ein erhöhtes Risiko für einen Status epilepticus besteht. Zudem wird darauf hingewiesen, dass kurzwirksame Betablocker zwar EKT-bedingte Tachykardien reduzieren, aber gleichzeitig die Anfallsdauer verkürzen und somit die Wirksamkeit der Therapie mindern können. Es wird empfohlen, Anfälle, die länger als zwei Minuten andauern, medikamentös zu terminieren, um neurologische Komplikationen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie liegt die optimale Dauer eines therapeutischen Krampfanfalls zwischen 15 und 70 Sekunden. Anfälle unter 15 Sekunden sind oft klinisch nicht wirksam, während Anfälle über zwei Minuten medikamentös abgebrochen werden sollten.

Die Leitlinie warnt vor der gleichzeitigen Einnahme von Theophyllin aufgrund des Risikos eines Status epilepticus. Kardiologische Medikamente wie Aspirin, Statine und Antihypertensiva sollen hingegen am Tag des Eingriffs fortgeführt werden.

Ja, die EKT gilt laut Leitlinie als sichere Option für schwangere Patientinnen. Es wird jedoch empfohlen, auf Hyperventilation zu verzichten und ab der 20. Schwangerschaftswoche eine Linksseitenlage einzunehmen.

Als Goldstandard für die Anästhesieeinleitung wird Methohexital beschrieben, da es schnell wirkt und die Anfallsdauer kaum beeinträchtigt. Propofol kann alternativ eingesetzt werden, verkürzt jedoch nachweislich die Dauer des Krampfanfalls.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen vorübergehende kognitive Beeinträchtigungen, Verwirrtheit und Gedächtnisverlust. Zudem beschreibt die Leitlinie kurzzeitige hämodynamische Schwankungen wie Tachykardie und Hypertonie unmittelbar nach dem Anfall.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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