StatPearls2026

Anästhesie bei Elektrokonvulsionstherapie: StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) ist eine Behandlungsoption für Patienten mit pharmakotherapieresistenter Depression, Katatonie, bipolaren Störungen und anderen schweren psychiatrischen Erkrankungen. Das Ziel der Anästhesie bei der EKT ist es, hämodynamische Stabilität, Amnesie und Muskelrelaxation zu gewährleisten, um eine sichere Behandlung zu ermöglichen.

Ein induzierter Krampfanfall löst eine starke Reaktion des autonomen Nervensystems aus. Zunächst kommt es zu einer parasympathischen Aktivierung, die eine Bradykardie oder Asystolie verursachen kann. Darauf folgt ein sympathischer Schub, der zu Tachykardie, Hypertonie sowie einem Anstieg des zerebralen Blutflusses und des intrakraniellen Drucks führt.

Die EKT gilt als Erstlinientherapie bei hohem Suizidrisiko, psychotischen Merkmalen oder wenn eine Depression zu lebensbedrohlicher Katatonie führt. Auch bei schwerer Depression in der Schwangerschaft wird sie bevorzugt eingesetzt, wenn Medikamente für den Fötus schädlich sein könnten.

Empfehlungen

Der StatPearls-Artikel beschreibt detaillierte Abläufe für die anästhesiologische Betreuung während einer Elektrokonvulsionstherapie.

Vorbereitung und Monitoring

Für die Überwachung wird ein Standard-Monitoring empfohlen, das EKG, Herzfrequenz, Oxygenierung, Ventilation und Blutdruck umfasst. Zusätzlich wird der Einsatz eines Elektroenzephalogramms (EEG) zur Überwachung der zerebralen Krampfaktivität beschrieben.

Zur Vorbereitung auf den Eingriff werden folgende Maßnahmen aufgeführt:

  • Anlage eines intravenösen Zugangs vor der Narkoseeinleitung

  • Präoxygenierung mit 100 % Sauerstoff

  • Platzierung eines weichen Bissblocks im Oropharynx zum Schutz von Zähnen und Zunge

  • Bereitstellung von Notfall-Atemwegsequipment und einer Absaugeinrichtung

Durchführung der Anästhesie

Nach der Gabe des intravenösen Anästhetikums wird eine Hyperventilation mittels Beutel-Masken-Beatmung beschrieben. Die dadurch induzierte Hypokapnie senkt den zerebralen Blutfluss und reduziert die Krampfschwelle.

Anschließend erfolgt die Gabe eines Muskelrelaxans, um Myalgien und muskuloskelettale Verletzungen während des Anfalls zu verhindern. Die Zieldauer des induzierten Krampfanfalls liegt laut Text zwischen 25 und 75 Sekunden, sollte jedoch nicht kürzer als 15 Sekunden sein.

Spezielle Patientengruppen

Bei Patienten mit implantierten tiefen Hirnstimulatoren wird das Ausschalten der Geräte empfohlen, da diese elektrische Interferenzen verursachen können. Patienten mit Herzschrittmachern gelten primär als sicher für die EKT, es sollte jedoch ein Magnet für den Notfall bereitgehalten werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass eine chronische Einnahme von Antiepileptika oder Stimmungsstabilisatoren wie Lithium die Wirkung von Muskelrelaxanzien verändern kann. Lithium kann den Wirkeintritt verzögern und die Wirkdauer verlängern.

Dosierung

Narkoseeinleitung

MedikamentDosisEinfluss auf KrampfdaurBesonderheiten
Methohexital1-1,5 mg/kgNeutralGoldstandard, moderate kardiale Depression dämpft Sympathikusschub
Etomidat0,3 mg/kgVerlängerndKeine kardiale Depression, Risiko der Nebennierensuppression
Propofol1,5-2 mg/kgVerkürzendErhöht Krampfschwelle, Einsatz bei zuvor zu langen Anfällen
Ketamin1-2 mg/kgVerlängerndIndirekte Myokardstimulation, Risiko für psychomimetisches Delir

Muskelrelaxation

MedikamentDosisBesonderheiten
Succinylcholin1 mg/kgBevorzugtes Muskelrelaxans, erhöht Serumkalium um 0,5 meq/L, Wirkdauer 5-8 Minuten
Rocuronium0,6 mg/kgAlternative bei Kontraindikationen, Wirkdauer ca. 35 Minuten

Kontraindikationen

Als absolute Kontraindikationen für eine EKT werden ein Phäochromozytom sowie ein erhöhter intrakranieller Druck mit Masseneffekt genannt.

Relative Kontraindikationen, die eine besondere Nutzen-Risiko-Abwägung erfordern, umfassen:

  • Myokarderkrankungen und Herzrhythmusstörungen

  • Blutungsstörungen

  • Netzhautablösung

  • Intrazerebrale Aneurysmen

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💡Praxis-Tipp

Laut Text ist die Anlage eines Tourniquets an einer unteren Extremität vor der Gabe des Muskelrelaxans ein essenzieller Schritt. Dies verhindert, dass das Relaxans diese Extremität erreicht, und ermöglicht dem Behandlungsteam die visuelle Überwachung der motorischen Krampfaktivität. Zudem wird eine Hyperventilation vor der Reizauslösung beschrieben, da die resultierende Hypokapnie die Krampfschwelle effektiv senkt.

Häufig gestellte Fragen

Der Text gibt eine Zieldauer von 25 bis 75 Sekunden an. Ein Anfall sollte jedoch nicht kürzer als 15 Sekunden sein, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen.

Methohexital wird als Goldstandard beschrieben. Es bietet eine ideale Wirkdauer von 4 bis 7 Minuten, beeinflusst die Krampfschwelle nicht und dämpft durch eine moderate kardiale Depression den sympathischen Schub.

Ein weicher Bissblock im Oropharynx wird eingesetzt, um Zungen- und Zahnverletzungen zu vermeiden. Solche Verletzungen können trotz Muskelrelaxation durch den generalisierten Krampfanfall auftreten.

Patienten mit Herzschrittmachern gelten laut Text primär als sicher für eine EKT unter kontinuierlichem EKG-Monitoring. Es wird jedoch empfohlen, für den Notfall einen Magneten bereitzuhalten.

Lithium kann den Wirkeintritt verzögern und die Wirkdauer von Muskelrelaxanzien wie Succinylcholin und nicht-depolarisierenden Blockern verlängern. Der Anästhesist sollte zwingend über die Einnahme informiert sein.

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Quelle: StatPearls: Anesthetic Considerations in Electroconvulsive Therapy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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