Zwerchfellhernie: StatPearls Zusammenfassung
Hintergrund
Eine Zwerchfellhernie ist definiert als der Vorfall von Bauchorganen in die Brusthöhle durch einen Defekt im Zwerchfell. Laut der StatPearls-Zusammenfassung wird grundlegend zwischen kongenitalen und erworbenen Formen unterschieden.
Kongenitale Zwerchfellhernien treten bei etwa 2,3 von 10.000 Lebendgeburten auf und sind oft mit pulmonaler Hypertonie sowie Lungenhypoplasie assoziiert. Erworbene Zwerchfellhernien entstehen meist sekundär durch stumpfe oder penetrierende Traumata, seltener iatrogen nach chirurgischen Eingriffen.
Die linke Zwerchfellhälfte ist in beiden Fällen deutlich häufiger betroffen. Dies wird anatomisch durch die Schutzfunktion der Leber auf der rechten Seite sowie durch embryologische Schwachstellen erklärt.
Empfehlungen
Diagnostik
Die Leitlinie empfiehlt eine an die Ätiologie angepasste Bildgebung. Bei erworbenen traumatischen Hernien gilt die Computertomografie (CT) als Methode der Wahl.
Bei unklaren Befunden wird eine diagnostische Laparoskopie oder Thorakoskopie empfohlen. Für die kongenitale Form stützt sich die Diagnostik primär auf den pränatalen Ultraschall und das postnatale Röntgenbild.
| Hernien-Typ | Bevorzugte Bildgebung | Typische Befunde |
|---|---|---|
| Kongenital (pränatal) | Ultraschall (18.-22. SSW) | Heterogene Masse im Thorax, Mediastinalverschiebung, fehlender Magen im Abdomen |
| Kongenital (postnatal) | Röntgen-Thorax | Darmschlingen im Thorax, Magensonde im Thoraxraum |
| Erworben (Trauma) | CT-Scan (Methode der Wahl) | Zwerchfelldefekt, dislozierte Bauchorgane, Pleuraerguss |
Akutversorgung und Therapie bei erworbenen Hernien
Bei traumatischen Zwerchfellhernien wird zunächst eine adäquate Volumentherapie und Resuszitation empfohlen. Vor der Operation ist eine prophylaktische Antibiose mit Cephalosporinen der ersten Generation indiziert.
Bei Verdacht auf begleitende Darmverletzungen sollte die Antibiose laut Quelle um eine Anaerobier-Abdeckung erweitert werden. Für die chirurgische Versorgung gelten folgende Prinzipien:
-
Bei stabilen Patienten mit isolierter Verletzung wird ein laparoskopischer Zugang bevorzugt.
-
Bei instabilen Patienten wird eine offene Laparotomie (Mittellinienschnitt) empfohlen.
-
Bei verzögerter Diagnosestellung wird ein thorakaler Zugang präferiert, um Adhäsionen besser lösen zu können.
-
Der Defekt sollte primär mit nicht-resorbierbaren Nähten verschlossen werden.
-
Ein Netz (Mesh) wird nur bei sehr großen Defekten empfohlen, wenn ein primärer Verschluss nicht möglich ist.
Management der kongenitalen Zwerchfellhernie
Für Neugeborene mit kongenitaler Zwerchfellhernie wird eine geplante Entbindung nach der 39. Schwangerschaftswoche in einem Perinatalzentrum empfohlen. Die initiale Stabilisierung umfasst eine lungenprotektive Beatmung.
Bei Hochrisiko-Säuglingen wird eine sofortige Intubation nach der Geburt empfohlen. Bei schwerem Lungenversagen wird in etwa 30 % der Fälle eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) als lebensrettende Maßnahme eingesetzt.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, dass isolierte Zwerchfellverletzungen nach einem Trauma oft subtil verlaufen und initial übersehen werden können. Es wird betont, bei unklaren respiratorischen oder gastrointestinalen Symptomen nach einem stattgehabten Trauma stets an eine verzögerte Zwerchfellhernie zu denken, da eine Inkarzeration der Bauchorgane mit einer hohen Mortalität einhergeht.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist die Computertomografie (CT) die Bildgebungsmodalität der Wahl. Bei unklaren Befunden wird eine diagnostische Laparoskopie oder Thorakoskopie empfohlen.
Die Quelle erklärt dies durch die mechanische Schutzfunktion der Leber auf der rechten Seite. Zudem ist der linke posterolaterale Teil des Zwerchfells embryologisch bedingt anfälliger für Defekte.
Die Leitlinie empfiehlt primär den direkten Nahtverschluss mit nicht-resorbierbarem Fadenmaterial. Ein Netz sollte nur in Ausnahmefällen verwendet werden, wenn der Gewebedefekt für einen primären Verschluss zu groß ist.
Es wird eine sofortige Intubation bei Hochrisiko-Säuglingen sowie eine lungenprotektive Beatmung empfohlen. Bei schwerer respiratorischer Insuffizienz kann laut Leitlinie eine ECMO-Therapie notwendig werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Diaphragmatic Hernia (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.