Anatomie der rechten Koronararterie: StatPearls
Hintergrund
Die rechte Koronararterie (RCA) entspringt der Aorta und versorgt primär die rechte Herzhälfte, Teile des linken Atriums sowie den posterioren linken Ventrikel. Laut der StatPearls-Übersicht erhalten die Koronararterien etwa fünf Prozent des gesamten Herzzeitvolumens.
Im Gegensatz zu peripheren Gefäßen dilatieren Koronararterien bei körperlicher Anstrengung, um den erhöhten metabolischen Bedarf des Myokards zu decken. Da es keine funktionell relevanten Anastomosen zwischen den Hauptästen gibt, besteht bei einer Obstruktion ein hohes Risiko für Ischämien oder Infarkte.
Empfehlungen
Die StatPearls-Übersicht beschreibt folgende anatomische und klinische Kernaspekte:
Anatomische Struktur und Versorgung
Die RCA verläuft im rechten Atrioventrikularsulcus und teilt sich in mehrere Hauptäste auf. Es werden folgende wesentliche Versorgungsgebiete beschrieben:
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Der Sinusknotenast versorgt den Sinusknoten.
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Der rechte Marginalast versorgt den rechten Ventrikel.
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Die Arteria descendens posterior (PDA) versorgt den AV-Knoten, das hintere Drittel des Kammerseptums und den posteromedialen Papillarmuskel.
Koronare Dominanz
Die Blutversorgung der posterioren Herzwand unterliegt anatomischen Variationen. Die Übersicht klassifiziert die koronare Dominanz wie folgt:
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Rechtsdominanz (70-80 %): PDA und posterolaterale Äste entspringen der RCA.
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Linksdominanz (ca. 10 %): Die PDA entspringt dem Ramus circumflexus (LCx) der linken Koronararterie.
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Ausgeglichener Typ (ca. 20 %): Die PDA wird sowohl aus der RCA als auch aus dem LCx gespeist.
Hämodynamik und Blutfluss
Der Blutfluss in den Koronararterien wird primär durch lokale metabolische Faktoren wie die Freisetzung von Adenosin reguliert. Dies führt bei Belastung zu einer Vasodilatation und einer Steigerung des Blutflusses von 250-300 mL/min auf bis zu 2000 mL/min.
Es wird ein deutlicher Unterschied im Blutfluss zwischen der linken (LCA) und rechten (RCA) Koronararterie beschrieben:
| Eigenschaft | Linke Koronararterie (LCA) | Rechte Koronararterie (RCA) |
|---|---|---|
| Hauptflussphase | Diastole | Kontinuierlich (Systole und Diastole) |
| Einfluss der Systole | Minimaler Vorwärtsfluss oder Flussumkehr | Fluss bleibt erhalten |
| Ursache | Hoher intramyokardialer Druck im linken Ventrikel | Niedriger intraventrikulärer Druck |
Klinische Relevanz bei Ischämie
Etwa 25 Prozent der Koronarverschlüsse betreffen die rechte Koronararterie. Ein Verschluss der RCA führt typischerweise zu einem inferioren Myokardinfarkt (Hinterwandinfarkt).
Da der posteromediale Papillarmuskel ausschließlich durch die PDA versorgt wird, ist er besonders anfällig für Ischämien. Dies kann klinisch zu einer Mitralklappeninsuffizienz führen.
Zudem wird beschrieben, dass eine Ischämie im Bereich des Sinus- oder AV-Knotens durch einen RCA-Verschluss Bradykardien oder Herzblöcke auslösen kann.
💡Praxis-Tipp
Ein isolierter Verschluss der Arteria descendens posterior (PDA) gefährdet den posteromedialen Papillarmuskel massiv, da dieser im Gegensatz zum anteromedialen Papillarmuskel keine duale Blutversorgung besitzt. Die Übersicht warnt davor, dass diese Ischämie rasch zu einer akuten Mitralklappeninsuffizienz führen kann. Zudem wird betont, dass bei einem inferioren Myokardinfarkt ein hohes Risiko für Rhythmusstörungen wie Bradykardien oder AV-Blöcke besteht, da die RCA meist die Reizleitungsknoten versorgt.
Häufig gestellte Fragen
Laut der StatPearls-Übersicht erfolgt der Blutfluss durch die rechte Koronararterie kontinuierlich während der gesamten Herzaktion (Systole und Diastole). Dies liegt an den vergleichsweise niedrigen Drücken im rechten Ventrikel, die den Blutfluss in der Systole nicht unterbrechen.
Von einer Rechtsdominanz spricht man, wenn die Arteria descendens posterior (PDA) und die posterolateralen Äste aus der rechten Koronararterie entspringen. Dies ist bei 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung der Fall.
Ein Verschluss führt typischerweise zu einem inferioren Myokardinfarkt. Da die RCA meist auch den Sinus- und AV-Knoten versorgt, kann es als Komplikation zu Bradykardien und Herzblöcken kommen.
Der posteromediale Papillarmuskel ist stark gefährdet, da er ausschließlich von der Arteria descendens posterior (PDA) versorgt wird. Eine Ischämie in diesem Bereich kann eine akute Mitralklappeninsuffizienz verursachen.
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Quelle: StatPearls: Anatomy, Thorax, Heart Right Coronary Arteries (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.