Anatomie der abdominellen Arterien: StatPearls
Hintergrund
Die StatPearls-Publikation beschreibt die Anatomie und klinische Relevanz der abdominellen Arterien. Diese entspringen der Bauchaorta und werden in unpaare viszerale, paare viszerale und parietale Arterien unterteilt.
Die unpaaren viszeralen Arterien versorgen den Gastrointestinaltrakt, die Milz, das Pankreas, die Gallenblase und die Leber. Sie bestehen aus dem Truncus coeliacus, der Arteria mesenterica superior (SMA) und der Arteria mesenterica inferior (IMA).
Die embryologische Entwicklung des Darms spiegelt sich in der arteriellen Versorgung wider. Der Truncus coeliacus versorgt den Vorderdarm, die SMA den Mitteldarm und die IMA den Enddarm.
Empfehlungen
Die Publikation formuliert folgende anatomische und klinische Kernaussagen:
Anatomische Klassifikation der unpaaren viszeralen Arterien
| Arterie | Ursprung | Versorgungsgebiet (Embryologisch) | Hauptäste |
|---|---|---|---|
| Truncus coeliacus | T12 | Vorderdarm (Magen, Leber, Milz, oberes Duodenum/Pankreas) | A. gastrica sinistra, A. splenica, A. hepatica communis |
| A. mesenterica superior (SMA) | L1 | Mitteldarm (unteres Duodenum bis prox. 2/3 Colon transversum) | A. pancreaticoduodenalis inf., Aa. jejunales/ileales, A. colica media/dextra, A. ileocolica |
| A. mesenterica inferior (IMA) | L3 | Enddarm (distales 1/3 Colon transversum bis oberes Rektum) | A. colica sinistra, Aa. sigmoideae, A. rectalis superior |
Truncus coeliacus und assoziierte Pathologien
Laut Text kann das Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom durch ein tief ansetzendes Ligamentum arcuatum medianum verursacht werden. Es wird eine laparoskopische Spaltung des Ligaments oder eine perkutane transluminale Angioplastie mit Stenting als mögliche Therapie beschrieben.
Bei peptischen Ulzera wird vor lebensbedrohlichen Blutungen gewarnt, falls diese in benachbarte Arterien wie die Arteria gastroduodenalis arrodieren.
Die Resektion von Milzarterienaneurysmen erfordert laut Publikation aufgrund der anatomischen Nähe oft eine teilweise Mitentfernung des Pankreas.
Arteria mesenterica superior (SMA)
Eine Okklusion der SMA führt zu akuter intestinaler Ischämie. Diese verläuft bei älteren Menschen in bis zu 80 % der Fälle tödlich.
Das SMA-Syndrom entsteht durch eine Kompression des dritten Duodenalabschnitts zwischen Aorta und SMA, oft bedingt durch den Verlust des mesenterialen Fettpolsters. Zur chirurgischen Darstellung wird das Kocher-Manöver beschrieben, während die Therapie häufig über eine Duodenojejunostomie erfolgt.
Beim Nussknacker-Syndrom wird die linke Nierenvene zwischen der Bauchaorta und der SMA eingeklemmt. Dies führt zu Symptomen wie Hämaturie und abdominellen Schmerzen.
Arteria mesenterica inferior (IMA) und Anastomosen
Die Publikation betont die klinische Wichtigkeit der Anastomosen zwischen SMA und IMA, namentlich der Riolan-Anastomose und der Marginalarterie von Drummond.
Die linke Kolonflexur (Flexura splenica) wird als Wasserscheidenregion beschrieben, die besonders empfindlich auf systemische Hypotonie reagiert.
Bei einer Hemikolektomie des Colon descendens muss die IMA sorgfältig von der Vena mesenterica inferior isoliert und stammnah an der Aorta ligiert werden.
Bei einer Hufeisenniere kann die fusionierte Niere unter der IMA hängen bleiben. Dies kann zu Komplikationen wie Hydronephrose und rezidivierenden Harnwegsinfekten führen.
💡Praxis-Tipp
Die StatPearls-Publikation weist nachdrücklich auf die linke Kolonflexur (Flexura splenica) als kritische Wasserscheidenregion hin. Es wird betont, dass dieser Bereich aufgrund der überlappenden, aber teils schwachen Anastomosen zwischen SMA und IMA besonders anfällig für Ischämien bei systemischer Hypotonie ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Text werden Magen und Leber durch Äste des Truncus coeliacus versorgt. Die Arteria hepatica communis stellt dabei die einzige arterielle Versorgung der Leber dar.
Das SMA-Syndrom ist eine seltene Ursache für einen proximalen Dünndarmileus. Es entsteht, wenn der dritte Teil des Duodenums zwischen der Bauchaorta und der Arteria mesenterica superior eingeklemmt wird.
Die Publikation beschreibt, dass eine fusionierte Hufeisenniere beim embryonalen Aufstieg im unteren Abdomen unter der Arteria mesenterica inferior hängen bleiben kann. Dies kann zu Komplikationen wie Hydronephrose oder Nierensteinen führen.
Die Riolan-Anastomose bildet eine wichtige Verbindung zwischen der Arteria mesenterica superior und inferior. Sie entsteht aus der Arteria colica media und der Arteria colica sinistra.
Beim Nussknacker-Syndrom kommt es zu einer Kompression der linken Nierenvene. Diese wird zwischen der Bauchaorta und der Arteria mesenterica superior eingeklemmt, was zu Hämaturie und Schmerzen führen kann.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Anatomy, Abdomen and Pelvis: Arteries (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.