StatPearls2026

Allergie und Anaphylaxie: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt Allergien als überschießende Immunantworten auf ansonsten harmlose Umweltstoffe. Der Fokus liegt dabei auf der schwersten Form der Überempfindlichkeitsreaktion, der Anaphylaxie.

Eine Anaphylaxie entsteht meist durch die Aktivierung von Mastzellen und Basophilen, was zur Freisetzung von Mediatoren wie Histamin und Tryptase führt. Zu den häufigsten Auslösern zählen Nahrungsmittel, Medikamente und Insektenstiche.

Die Prävalenz der Anaphylaxie liegt in Industrienationen zwischen 0,5 und 2 Prozent der Allgemeinbevölkerung. Es wird eine weltweit steigende Inzidenz von allergischen Erkrankungen beobachtet.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Erkennung und Behandlung der Anaphylaxie:

Diagnostische Kriterien

Laut Leitlinie ist die Anaphylaxie eine klinische Diagnose. Sie gilt als wahrscheinlich, wenn eines der folgenden drei Kriterien erfüllt ist:

  • Akuter Beginn mit Haut- oder Schleimhautbeteiligung kombiniert mit Atemnot oder Blutdruckabfall.

  • Zwei oder mehr Symptome (Haut/Schleimhaut, Atemnot, Blutdruckabfall, gastrointestinale Beschwerden) rasch nach Kontakt mit einem wahrscheinlichen Allergen.

  • Isolierter Blutdruckabfall nach Kontakt mit einem für die Person bekannten Allergen.

Akuttherapie

Es wird eine sofortige Triage und die Entfernung des Auslösers empfohlen. Die Sicherung von Atemwegen, Atmung und Kreislauf (ABC-Schema) hat höchste Priorität.

Die Leitlinie nennt intramuskuläres Epinephrin als Therapie der ersten Wahl. Bei unzureichendem Ansprechen nach ein bis drei Dosen oder bei manifester Hypotonie wird eine intravenöse Gabe empfohlen.

Begleitmedikation und spezielle Situationen

Als ergänzende medikamentöse Maßnahmen werden H1- und H2-Rezeptorblocker sowie Glukokortikoide aufgeführt. Bei respiratorischen Symptomen wie Bronchospasmen wird der Einsatz von vernebeltem Albuterol empfohlen.

Für Personen, die Betablocker einnehmen und refraktär auf Epinephrin reagieren, wird die Gabe von Glukagon angeraten. Gegen die dadurch häufig ausgelöste Übelkeit wird die Verabreichung von Antiemetika empfohlen.

Überwachung und Nachsorge

Eine Beobachtungszeit von vier bis sechs Stunden wird empfohlen, da biphasische Reaktionen auftreten können. Diese zeichnen sich durch ein Wiederauftreten der Symptome ohne erneuten Allergenkontakt aus.

Nach einem Ereignis wird die Verordnung eines Notfallsets mit einem Epinephrin-Autoinjektor empfohlen. Zudem wird zu einer Überweisung an einen Allergologen geraten.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungen für die medikamentöse Akuttherapie der Anaphylaxie:

MedikamentDosierung ErwachseneDosierung KinderIndikation / Bemerkung
Epinephrin (IM)0,3 - 0,5 mg (1:1000)0,01 mg/kg (max. 0,5 mg)Mittel der 1. Wahl, alle 5-15 Min. wiederholbar
Epinephrin (IV)0,1 mcg/kg/min0,1 - 1 mcg/kg/minBei refraktärer Hypotonie, nach 3 IM-Dosen
Diphenhydramin (IV)k.A.1 mg/kg (max. 40 mg)H1-Rezeptorblocker
Ranitidin (IV)50 mg1 mg/kg (max. 50 mg)H2-Rezeptorblocker
Famotidin (IV)20 mg0,25 mg/kg (max. 40 mg/Tag)H2-Rezeptorblocker (Alternative)
Methylprednisolon (IV)125 mg1 mg/kg (max. 125 mg)Glukokortikoid
Glukagon1 - 5 mg über 5 Min.k.A.Bei Personen unter Betablocker-Therapie
Albuterol (vernebelt)2,5 mg in 3 ml0,15 mg/kg (Mindestdosis)Bei Bronchospasmus / Giemen

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt davor, dass Personen mit Asthma, COPD oder interstitiellen Lungenerkrankungen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Einnahme von Betablockern, Alpha-Blockern oder ACE-Hemmern die körpereigenen Kompensationsmechanismen blockiert. In diesen Fällen werden oft höhere Epinephrin-Dosen benötigt.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass Hautsymptome bei bis zu 20 Prozent der anaphylaktischen Episoden fehlen können. Es wird darauf hingewiesen, dass bei unerklärlicher Hypotonie oder akuter Atemnot auch ohne Urtikaria an eine Anaphylaxie gedacht und eine sofortige Epinephrin-Gabe erwogen werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist Epinephrin das Mittel der ersten Wahl und sollte bei Erfüllung der klinischen Kriterien einer Anaphylaxie sofort intramuskulär verabreicht werden. Ein Schock oder eine Hypotonie müssen für die Gabe nicht zwingend vorliegen.

Die Leitlinie beschreibt dies als ein Wiederauftreten der anaphylaktischen Symptome nach anfänglicher Besserung, ohne dass ein erneuter Allergenkontakt stattgefunden hat. Dies tritt bei bis zu 21 Prozent der Betroffenen auf.

Es wird darauf hingewiesen, dass diese Personen oft refraktär auf Epinephrin reagieren. Die Leitlinie empfiehlt in diesen Fällen die intravenöse Gabe von Glukagon, kombiniert mit Antiemetika gegen die zu erwartende Übelkeit.

Die Leitlinie nennt die Bestimmung von Tryptase- und Histaminspiegeln im Blut, weist jedoch darauf hin, dass diese in der Notfallsituation meist nicht rechtzeitig verfügbar sind. Die Diagnose wird daher primär klinisch gestellt.

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Quelle: StatPearls: Allergy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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