Akuter Myokardinfarkt (AMI): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Der akute Myokardinfarkt (AMI) gehört zu den führenden Todesursachen weltweit und entsteht durch eine verminderte koronare Durchblutung. Die StatPearls-Leitlinie unterteilt das Krankheitsbild primär in den ST-Hebungs-Infarkt (STEMI) und den Nicht-ST-Hebungs-Infarkt (NSTEMI).
Ein Infarkt führt durch den Sauerstoffmangel zu irreversiblen Schäden am Herzmuskel. Dies kann eine Beeinträchtigung der systolischen und diastolischen Funktion sowie lebensbedrohliche Arrhythmien zur Folge haben.
Die Prognose hängt maßgeblich von einer schnellen Reperfusion ab. Je früher die Behandlung erfolgt, idealerweise innerhalb von sechs Stunden nach Symptombeginn, desto besser sind die Überlebenschancen der Betroffenen.
Empfehlungen
Diagnostik
Die Leitlinie empfiehlt ein frühes und schnelles EKG bei allen Personen, die sich mit Brustschmerzen vorstellen. Es wird darauf hingewiesen, dass Frauen häufig atypische Symptome wie Bauchschmerzen oder Schwindel aufweisen, während ältere Menschen oft primär über Atemnot klagen.
Da das EKG eine geringe Sensitivität aufweist, wird die universelle Bestimmung von kardialen Troponinen bei klinischem Verdacht empfohlen. Zur weiteren Risikostratifizierung kann laut Leitlinie der validierte HEART-Score herangezogen werden.
Die Diagnose eines Myokardinfarkts gilt als gesichert, wenn zwei der folgenden Kriterien erfüllt sind:
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Ischämiesymptome
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Neue ST-Strecken-Veränderungen oder ein Linksschenkelblock (LSB)
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Pathologische Q-Zacken im EKG
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Bildgebender Nachweis einer neuen regionalen Wandbewegungsstörung
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Nachweis eines intrakoronaren Thrombus bei Angiographie oder Autopsie
Akuttherapie
Bei STEMI und NSTEMI wird die sofortige Gabe von zerkautem Aspirin empfohlen. Zudem sollte ein intravenöser Zugang gelegt werden.
Eine Sauerstoffgabe wird laut Leitlinie nur bei einer Sauerstoffsättigung unter 91 % (bzw. unter 94 % unter Raumluft) empfohlen. Zur Schmerzkontrolle können Opioide sowie sublinguales Nitroglycerin verabreicht werden, sofern der Blutdruck ausreichend hoch ist.
Reperfusionstherapie
Beim STEMI wird eine sofortige Reperfusion mittels perkutaner Koronarintervention (PCI) innerhalb von 90 Minuten empfohlen. Ist dies nicht möglich, sollte innerhalb von 120 Minuten eine intravenöse Thrombolyse erfolgen.
Vor einer PCI wird eine duale Thrombozytenaggregationshemmung (DAPT) sowie eine intravenöse Heparingabe empfohlen. Beim NSTEMI ohne Instabilität kann die PCI innerhalb von 48 Stunden nach Aufnahme durchgeführt werden.
Monitoring und Nachsorge
Es wird ein kontinuierliches Monitoring auf der Intensivstation empfohlen. Dies umfasst die Überwachung von Vitalparametern, täglichem Gewicht, Urinausscheidung und täglichen EKGs.
Vor der Entlassung wird routinemäßig eine medikamentöse Einstellung mit Aspirin, einem hochdosierten Statin, einem Beta-Blocker und/oder einem ACE-Hemmer empfohlen.
Dosierung
| Medikament | Dosis | Indikation / Anwendung |
|---|---|---|
| Aspirin (ASS) | 160 - 325 mg | Akuttherapie bei STEMI und NSTEMI (zerkaut) |
| Nitroglycerin | 0,4 mg | Schmerzkontrolle (sublingual, bei ausreichendem Blutdruck) |
Kontraindikationen
Laut Leitlinie sollte sublinguales Nitroglycerin nicht verabreicht werden, wenn der Blutdruck der betroffenen Person nicht ausreichend hoch ist.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, atypische Präsentationen zu übersehen, da Frauen häufiger mit Bauchschmerzen oder Schwindel und ältere Menschen primär mit Atemnot vorstellig werden. Zudem wird bei der klinischen Überwachung auf das plötzliche Auftreten lauter Herzgeräusche hingewiesen, da diese auf eine akute Mitralklappeninsuffizienz oder eine Ventrikelruptur hindeuten können.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine Sauerstoffsupplementierung erst bei einer Sauerstoffsättigung von unter 91 % (bzw. unter 94 % unter Raumluft) empfohlen. Eine routinemäßige Gabe bei normalen Sättigungswerten ist nicht indiziert.
Die Leitlinie empfiehlt die Durchführung einer perkutanen Koronarintervention (PCI) innerhalb von 90 Minuten nach Diagnosestellung. Ist dies nicht rechtzeitig möglich, sollte innerhalb von 120 Minuten eine Thrombolyse erwogen werden.
Isolierte ST-Hebungen in der Ableitung aVR weisen im entsprechenden klinischen Kontext auf einen Verschluss der linken Hauptkoronararterie hin. Dies erfordert laut Leitlinie eine sofortige kardiologische Abklärung.
Vor der Entlassung wird routinemäßig eine Therapie mit Aspirin, einem hochdosierten Statin, einem Beta-Blocker und/oder einem ACE-Hemmer empfohlen. Dies dient der Sekundärprävention und der langfristigen Prognoseverbesserung.
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Quelle: StatPearls: Acute Myocardial Infarction (Nursing) (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.