StatPearls2026

ARDS Leitlinie: StatPearls Zusammenfassung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS) ist eine lebensbedrohliche, akute und diffuse entzündliche Lungenschädigung. Es ist durch eine schlechte Oxygenierung, pulmonale Infiltrate und einen akuten Beginn innerhalb von sieben Tagen nach dem auslösenden Ereignis gekennzeichnet.

Die Pathophysiologie umfasst eine Schädigung des kapillären Endothels und diffuse alveoläre Schäden, was zu einem verminderten Gasaustausch und einer verringerten Lungen-Compliance führt. Häufige Auslöser sind pulmonale Infektionen, Sepsis, Traumata oder Pankreatitis.

Die Mortalität korreliert mit dem Schweregrad der Erkrankung und liegt zwischen 27 % bei mildem und 45 % bei schwerem ARDS. Überlebende leiden häufig unter langfristigen funktionellen Einschränkungen und kognitiven Veränderungen.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zu Diagnostik und Therapie des ARDS:

Diagnostik und Klassifikation

Die Diagnose erfolgt nach der Berlin-Definition. Diese erfordert einen akuten Beginn, beidseitige Lungeninfiltrate nicht-kardialen Ursprungs sowie einen PaO2/FiO2-Quotienten von unter 300 mmHg bei einem PEEP oder CPAP von mindestens 5 cm H2O.

Zur Differenzierung von einer Herzinsuffizienz wird eine Beurteilung der linksventrikulären Funktion empfohlen. Dies sollte vorzugsweise durch nicht-invasive Methoden wie die Echokardiografie erfolgen.

Der Schweregrad des ARDS wird anhand des PaO2/FiO2-Quotienten eingeteilt:

SchweregradPaO2/FiO2-Quotient
Mild> 200 bis ≤ 300 mmHg
Moderat> 100 bis ≤ 200 mmHg
Schwer≤ 100 mmHg

Beatmungsstrategien

Es wird eine lungenprotektive Beatmung nach dem ARDSnet-Protokoll empfohlen, um Volutrauma, Barotrauma und Atelektrauma zu vermeiden.

Folgende Zielwerte werden für die mechanische Beatmung vorgegeben:

ParameterZielwert
Tidalvolumen (TV)4 bis 8 ml/kg des idealen Körpergewichts
Atemfrequenz (RR)bis zu 35 Atemzüge/Minute
SpO288 % bis 95 %
Plateaudruck (Pp)< 30 cm H2O
pH-Wert7,30 bis 7,45

Bei Personen mit mildem oder moderatem ARDS kann laut Leitlinie initial eine nicht-invasive Beatmung (z. B. CPAP, BiPAP, High-Flow-Sauerstoff) erwogen werden. Bei einer klinischen Verschlechterung wird eine rasche Intubation empfohlen.

Weitere therapeutische Maßnahmen

Die Bauchlagerung (Prone Position) wird zur Verbesserung der Oxygenierung empfohlen. Diese sollte für mindestens 8 Stunden pro Tag durchgeführt werden.

Für die medikamentöse und unterstützende Therapie gelten folgende Empfehlungen:

  • Konservatives Flüssigkeitsmanagement nach erfolgter initialer Reanimation

  • Moderat permissive Blutzuckereinstellung mit Zielwerten von 140 bis 180 mg/dl

  • Enterale Ernährung, wobei eine fettreiche und kohlenhydratarme Diät die Oxygenierung verbessern kann

  • Prophylaxe gegen tiefe Venenthrombosen und Stressulzera

  • Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) als Salvage-Therapie bei refraktärem hypoxämischem ARDS

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem Einsatz von Glukokortikoiden bei Personen mit weniger schwerem ARDS oder wenn das ARDS bereits länger als 14 Tage besteht.

Zudem wird von Glukokortikoiden bei bestimmten Virusinfektionen, einschließlich Influenza, abgeraten, da dies mit schlechteren klinischen Ergebnissen assoziiert ist.

Der routinemäßige Einsatz von Mukolytika wird nicht empfohlen, da hierfür kein Nutzen belegt ist. Die Verwendung von Pulmonalarterienkathetern zur Beurteilung der Herzfunktion wird als kontrovers eingestuft und im Allgemeinen nicht empfohlen.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender Aspekt in der Praxis ist die strikte Vermeidung von hohen Tidalvolumina und Plateaudrücken, um ein zusätzliches Baro- und Volutrauma der Lunge zu verhindern. Laut Leitlinie ist eine lungenprotektive Beatmung mit einem Tidalvolumen von 4 bis 8 ml/kg des idealen Körpergewichts essenziell für das Überleben der Erkrankten.

Häufig gestellte Fragen

Der Schweregrad wird laut Leitlinie anhand des PaO2/FiO2-Quotienten eingeteilt. Ein Quotient unter 100 mmHg definiert ein schweres ARDS, Werte zwischen 100 und 200 mmHg ein moderates und Werte zwischen 200 und 300 mmHg ein mildes ARDS.

Die Leitlinie empfiehlt nach dem ARDSnet-Protokoll ein Tidalvolumen von 4 bis 8 ml/kg des idealen Körpergewichts. Der Plateaudruck sollte unter 30 cm H2O gehalten werden, bei einer Sauerstoffsättigung von 88 bis 95 %.

Die Bauchlagerung wird bei ARDS zur Verbesserung der Oxygenierung empfohlen. Um von den positiven Effekten zu profitieren, sollte die Positionierung für mindestens 8 Stunden täglich erfolgen.

Glukokortikoide können in der Frühphase (innerhalb von 14 Tagen) bei moderatem bis schwerem ARDS erwogen werden. Bei mildem ARDS, nach 14 Tagen oder bei Virusinfektionen wie Influenza wird von der Gabe abgeraten.

Es wird eine moderat permissive Blutzuckereinstellung empfohlen. Der Zielbereich liegt laut Leitlinie zwischen 140 und 180 mg/dl, anstelle einer strengen Einstellung auf 80 bis 110 mg/dl.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Acute Respiratory Distress Syndrome (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien