Kardiovaskuläres Risiko (ASSIGN v2.0): SIGN
Hintergrund
Kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD) stellen eine der Haupttodesursachen dar und verursachen einen erheblichen Teil der vermeidbaren Todesfälle. Ein nationales Programm in Schottland zielt darauf ab, diese vermeidbaren kardiovaskulären Todesfälle innerhalb von 20 Jahren um 20 % zu reduzieren.
Zur Erreichung dieses Ziels wurde der ASSIGN-Risikorechner auf die Version 2.0 aktualisiert. Dieses Instrument schätzt das 10-Jahres-Risiko für koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle bei Personen ohne vorbestehende kardiovaskuläre Erkrankung.
Die Aktualisierung berücksichtigt veränderte Krankheitstrends in der Bevölkerung seit 2006. Zudem zielt das Programm darauf ab, gesundheitliche Ungleichheiten durch eine verbesserte Früherkennung und ein optimiertes Management von Risikofaktoren abzubauen.
Empfehlungen
Das vorliegende Dokument der schottischen Gesundheitsbehörde (in Verbindung mit dem Update der SIGN-Leitlinie 149) formuliert folgende Kernaspekte zur Risikobewertung:
Risikobewertung mit ASSIGN v2.0
Es wird der Einsatz des aktualisierten ASSIGN v2.0 Scores zur Schätzung des kardiovaskulären 10-Jahres-Risikos empfohlen. Der Rechner ist nun offiziell als Medizinprodukt der Klasse 1 registriert.
Im Vergleich zur Vorversion wurden die Basisrisiken anhand aktueller Kohortenstudien neu kalibriert, um die veränderten kardiovaskulären Ereignisraten der Bevölkerung widerzuspiegeln. Zudem wurde der Parameter der rheumatoiden Arthritis aus der Berechnung entfernt.
Neue Schwellenwerte für Hochrisiko
Die wichtigste klinische Änderung betrifft die Definition des Hochrisikobereichs. Der Schwellenwert für ein hohes kardiovaskuläres Risiko wurde signifikant gesenkt.
| Eigenschaft | ASSIGN v1.5 (Alt) | ASSIGN v2.0 (Neu) |
|---|---|---|
| Hochrisiko-Schwellenwert | 20 % | 10 % |
| Deprivationsindex | SIMD 2012 | SIMD 2020 |
| Rheumatoide Arthritis | Enthalten | Entfernt |
Die Absenkung auf 10 % wird damit begründet, dass bei Beibehaltung der 20-Prozent-Grenze aufgrund der Neukalibrierung über eine halbe Million Hochrisikopersonen übersehen worden wären. Diese Anpassung harmoniert zudem mit aktuellen NICE-Richtlinien zur kardiovaskulären Prävention.
Klinisches Management
Das Programm verfolgt den strategischen Ansatz "Finden, Optimieren, Reduzieren". Es wird empfohlen, jeden Patientenkontakt für opportunistische Überprüfungen der kardiovaskulären Risikofaktoren zu nutzen.
Die Identifikation eines einzelnen Risikofaktors sollte laut Dokument stets zur Überprüfung aller weiteren CVD-bezogenen Risikofaktoren führen. Ein besonderer Fokus liegt darauf, schwer erreichbare Personengruppen mit dem höchsten Risiko proaktiv zu identifizieren.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Aspekt für die Praxis ist die Absenkung des Hochrisiko-Schwellenwerts im ASSIGN v2.0 Score von 20 % auf 10 %. Es wird darauf hingewiesen, dass die Beibehaltung des alten Schwellenwerts bei der neuen Berechnungsgrundlage zu einer massiven Untererfassung von gefährdeten Personen führen würde. Zudem ist zu beachten, dass die rheumatoide Arthritis nicht mehr als eigenständige Variable in den Rechner eingeht.
Häufig gestellte Fragen
In der neuen Version ASSIGN v2.0 wird ein hohes Risiko ab einem Schwellenwert von 10 % definiert. Dies stellt eine deutliche Absenkung gegenüber der Vorversion dar, in der die Grenze bei 20 % lag.
Der Score wird zur Schätzung des 10-Jahres-Risikos für koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle herangezogen. Er ist ausschließlich für Personen konzipiert, bei denen noch keine vorbestehende kardiovaskuläre Erkrankung diagnostiziert wurde.
Im Rahmen der Neukalibrierung anhand aktueller Kohortenstudien wurde das Berechnungsmodell überarbeitet. Infolgedessen wurde die rheumatoide Arthritis als Variable aus dem ASSIGN v2.0 Rechner gestrichen.
Dieser Ansatz beschreibt die Kernstrategie des kardiovaskulären Risikomanagements. Es wird empfohlen, Risikofaktoren frühzeitig zu identifizieren, diese durch Lebensstil- oder Therapieanpassungen zu optimieren und so das Gesamtrisiko zu reduzieren.
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Quelle: SIGN: Risk estimation and the prevention of cardiovascular disease (SIGN, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.