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Migräne-Therapie: Aktuelle SIGN-Leitlinie (2023)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Scottish Intercollegiate Guidelines Network (SIGN) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Aspirin (900 mg), Ibuprofen (400 mg) und Triptane (Sumatriptan 50-100 mg) sind Mittel der ersten Wahl in der Akuttherapie.
  • Propranolol (80-160 mg) und Topiramat (50-100 mg) werden als Erstlinien-Prophylaxe empfohlen.
  • Bei chronischer Migräne und Versagen von drei oralen Prophylaktika sind Botulinumtoxin A oder CGRP-Antikörper indiziert.
  • Patienten müssen bei Beginn einer Akuttherapie über das Risiko eines Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerzes (MOH) aufgeklärt werden.
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Hintergrund

Migräne ist eine der häufigsten primären Kopfschmerzerkrankungen und betrifft weltweit etwa jeden siebten Menschen. Die schottische SIGN-Leitlinie (Update 2023) liefert evidenzbasierte Empfehlungen zur medikamentösen Akut- und Präventivtherapie bei Erwachsenen. Grundsätzlich wird zwischen episodischer Migräne (<15 Kopfschmerztage/Monat) und chronischer Migräne (≥15 Kopfschmerztage/Monat, davon ≥8 Migränetage) unterschieden.

Akuttherapie

Die Akutmedikation sollte so früh wie möglich in der Kopfschmerzphase eingenommen werden. Bei Patienten mit Aura sollten Triptane erst zu Beginn des Kopfschmerzes und nicht während der Aura eingenommen werden.

WirkstoffDosisIndikation & Evidenz
Aspirin900 mg1. Wahl bei akuter Migräne
Ibuprofen400 mg (bis 600 mg)1. Wahl bei akuter Migräne
Sumatriptan50-100 mg1. Wahl der Triptane. Bei Versagen andere Triptane testen
Sumatriptan + Naproxen50-85 mg + 500 mgKombinationstherapie bei unzureichender Wirkung der Monotherapie
Paracetamol1000 mgAlternative, falls andere NSAR/Triptane kontraindiziert sind (z.B. Schwangerschaft)
Metoclopramid10 mgBei begleitender Übelkeit/Erbrechen (nicht dauerhaft anwenden)

Bei frühem Erbrechen im Migräneanfall sollten nasale (z.B. Zolmitriptan 5 mg) oder subkutane Triptane (z.B. Sumatriptan 6 mg) bevorzugt werden.

Prophylaktische Therapie

Eine Prophylaxe ist indiziert, um Frequenz und Schweregrad der Attacken zu reduzieren. Sie sollte für mindestens drei Monate in der maximal tolerierten Dosis evaluiert werden.

WirkstoffDosisBemerkung
Propranolol80-160 mg/Tag1. Wahl bei episodischer und chronischer Migräne
Topiramat50-100 mg/Tag1. Wahl, jedoch streng kontraindiziert in der Schwangerschaft (Teratogenität)
Amitriptylin25-150 mg zur NachtAlternative, bei Unverträglichkeit weniger sedierende Trizyklika erwägen
Candesartan16 mg/TagAlternative, nicht in der Schwangerschaft anwenden
Flunarizin10 mg/TagAlternative
Natriumvalproat400-1500 mg/TagNur für Patienten >55 Jahre (strenge Vorgaben wegen Teratogenität)

Eskalationstherapie bei chronischer Migräne

Für Patienten mit chronischer Migräne, bei denen ein Medikamentenübergebrauch adressiert wurde und mindestens drei orale Prophylaktika versagt haben, stehen erweiterte Therapieoptionen zur Verfügung:

StufeTherapieBemerkung
EskalationBotulinumtoxin ANur bei chronischer Migräne (nicht bei episodischer Migräne empfohlen)
EskalationCGRP-AntikörperErenumab, Fremanezumab, Galcanezumab, Eptinezumab. Auch bei episodischer Migräne erwägbar

Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz (MOH)

Ein häufiges Problem in der Migränetherapie ist der Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz. Dieser entsteht bei regelmäßiger Einnahme von Triptanen an ≥10 Tagen/Monat oder einfachen Analgetika an ≥15 Tagen/Monat über mehr als drei Monate. Jeder Patient muss bei Beginn einer Akuttherapie über dieses Risiko aufgeklärt werden.

💡Praxis-Tipp

Klären Sie Patienten bei jeder Verordnung einer Akutmedikation über das Risiko eines Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerzes (MOH) auf. Triptane sollten frühzeitig in der Kopfschmerzphase, nicht jedoch während der Aura eingenommen werden.

Häufig gestellte Fragen

Sumatriptan (50-100 mg) ist das Triptan der ersten Wahl. Bei unzureichender Wirkung sollten andere Triptane ausprobiert werden.
Botulinumtoxin A wird bei chronischer Migräne empfohlen, wenn ein Medikamentenübergebrauch adressiert wurde und mindestens drei orale Prophylaktika versagt haben.
Die Leitlinie empfiehlt, prophylaktische Medikamente vor einer Schwangerschaft abzusetzen. Topiramat und Valproat sind aufgrund hoher Teratogenität streng kontraindiziert.
Die empfohlene Dosis für Aspirin in der Akuttherapie beträgt 900 mg.

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