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Sekundäre Immundefekte: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Onkopedia|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Sekundäre Immundefekte (SID) sind erworbene Funktionsstörungen des Immunsystems, die bei hämatologischen und onkologischen Erkrankungen häufig auftreten. Die Onkopedia-Leitlinie beschreibt, dass diese Defekte sowohl das angeborene als auch das adaptive Immunsystem betreffen können.

Ursächlich sind oft die Grunderkrankung selbst, wie die chronische lymphatische Leukämie (CLL) oder das Multiple Myelom, sowie iatrogene Faktoren durch zielgerichtete Tumortherapien. Auch metabolische Störungen, Organdysfunktionen oder die Zerstörung anatomischer Barrieren spielen laut Leitlinie eine wesentliche Rolle.

Klinisch manifestieren sich sekundäre Immundefekte durch eine pathologische Infektanfälligkeit mit häufigen, rezidivierenden oder schwer verlaufenden Infektionen. Zudem wird auf das Auftreten von Immundysregulationen wie Autoimmunerkrankungen oder chronischen Entzündungen hingewiesen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei der Diagnostik eines sekundären Immundefekts mittels Testimpfung (z.B. Prevenar-13) wird darauf hingewiesen, dass die Antikörpertiter erst 4 bis 8 Wochen nach der Impfung bestimmt werden sollten. Zudem ist zu beachten, dass eine Überprüfung der Impfantwort nach dem Start einer Immunglobulinsubstitution nicht mehr aussagekräftig ist. Bei akuter Klinik und Agammaglobulinämie sollte der Therapiebeginn jedoch nicht für die Testung verzögert werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie nennt als Indikationen eine pathologische Infektanfälligkeit, einen IgG-Wert unter 4 g/l oder eine pathologische Impfantwort. Bei schweren rezidivierenden Infekten trotz antimikrobieller Therapie wird die Substitution empfohlen.

Es wird die Bestimmung eines Differenzialblutbildes zur Erkennung von Neutro- oder Lymphozytopenien empfohlen. Zusätzlich sollen die Immunglobulinhauptklassen IgG, IgA und IgM quantifiziert werden.

Vor Therapiebeginn wird ein Screening auf eine chronische Hepatitis-B-Infektion empfohlen. Bei CD4-Zellen unter 200/µl oder hochdosierter Steroidgabe sollte zudem eine PjP-Prophylaxe erwogen werden.

Die Leitlinie empfiehlt eine obligate PjP-Prophylaxe bis zum Ende der Immunsuppression. Zudem muss die CD4-positive T-Zellzahl auf über 200/µl angestiegen sein.

Aufgrund einer ausgeprägten CYP3A4-Interaktion kommt es zu erhöhten Wirkstoffspiegeln. Es wird eine Dosisreduktion von Venetoclax um 75 Prozent empfohlen.

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Quelle: Onkopedia: Immundefekte, sekundär (Onkopedia).

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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