IQWiG2017Dermatologie

Secukinumab (Plaque-Psoriasis): Therapie und Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen von Secukinumab bei Plaque-Psoriasis. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Erkrankung.

Diese Patientengruppe kommt für eine systemische Therapie oder Phototherapie infrage, hat aber bisher keine systemische Therapie erhalten. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unter anderem Fumarsäureester festgelegt.

Die Grundlage der Bewertung bildet die randomisierte, offene Parallelgruppenstudie PRIME. Darin wurde Secukinumab über einen Zeitraum von 24 Wochen direkt mit Fumarsäureester verglichen.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen von Secukinumab im Vergleich zu Fumarsäureester:

Morbidität und Remission

Für den Endpunkt Remission, gemessen als PASI 100 (Psoriasis Area and Severity Index), zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Secukinumab. Das IQWiG leitet daraus einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen ab.

Gesundheitsbezogene Lebensqualität

Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (DLQI 0 oder 1) wird ein statistisch signifikantes Ergebnis zugunsten von Secukinumab beschrieben. Es ergibt sich laut Bericht ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen.

Bei der Betrachtung des SF-36-Scores (körperlicher und psychischer Summenscore) zeigt sich hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.

Nebenwirkungen und Therapieabbrüche

In der Kategorie der Nebenwirkungen ergeben sich laut IQWiG ausschließlich positive Effekte für Secukinumab. Es wird ein geringerer Schaden im Vergleich zur Therapie mit Fumarsäureestern festgestellt.

Dies betrifft insbesondere folgende Endpunkte:

  • Therapieabbruch wegen unerwünschter Ereignisse (Hinweis auf geringeren Schaden bei Patienten unter 65 Jahren)

  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (Hinweis auf beträchtlich geringeren Schaden)

  • Hitzegefühl (Hinweis auf beträchtlich geringeren Schaden)

  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems (Anhaltspunkt für beträchtlich geringeren Schaden)

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau verbleiben laut IQWiG ausschließlich positive Effekte für Secukinumab.

Zusammenfassend wird für die untersuchte Patientengruppe ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Secukinumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Fumarsäureester abgeleitet.

Dosierung

Die in der bewerteten Studie (PRIME) angewendeten Dosierungsschemata richten sich nach den jeweiligen Fachinformationen:

MedikamentDosierungApplikation
Secukinumab300 mg (2 x 150 mg) in den Wochen 0, 1, 2, 3, 4, 8, 12, 16 und 20subkutan
FumarsäureesterTitrationsschema beginnend mit 1 Tablette abends (Woche 0), schrittweise Steigerung bis zu 6 Tabletten täglich (ab Woche 8)oral

Kontraindikationen

Laut Fachinformation wird von einer Anwendung bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile abgeraten.

Ebenso wird eine Kontraindikation bei klinisch relevanten, aktiven Infektionen (wie beispielsweise einer aktiven Tuberkulose) beschrieben.

Bei Patienten mit Morbus Crohn wird eine engmaschige Überwachung der Behandlung empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass es unter der Therapie mit Fumarsäureestern signifikant häufiger zu Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen kommt als unter Secukinumab. Insbesondere gastrointestinale Beschwerden und Hitzegefühl treten unter der Vergleichstherapie deutlich vermehrt auf, was bei der Aufklärung und Therapieentscheidung berücksichtigt werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG bescheinigt Secukinumab einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen bei erwachsenen Patienten ohne vorherige systemische Therapie. Dies basiert vor allem auf einer besseren Remissionsrate (PASI 100) und weniger Nebenwirkungen im Vergleich zu Fumarsäureestern.

Laut IQWiG-Bericht zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen im Bereich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Gemessen wurde dies am Dermatology Life Quality Index (DLQI).

Der Bericht beschreibt einen signifikant geringeren Schaden durch gastrointestinale Erkrankungen und Hitzegefühl unter Secukinumab. Zudem kommt es seltener zu Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse.

Die Bewertung gilt für erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie geeignet sind. Voraussetzung für diese spezifische Teilpopulation ist, dass sie zuvor noch keine systemische Therapie erhalten haben.

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Quelle: IQWiG A17-08: Secukinumab (Plaque-Psoriasis) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (neue wissenschaftliche Erkenntnisse) (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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