Schlaganfall und TIA: Diagnostik und Akuttherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG128 behandelt die Diagnostik und das initiale Management von Schlaganfällen und transitorischen ischämischen Attacken (TIA) bei Personen ab 16 Jahren. Sie umfasst sowohl erste als auch rezidivierende Ereignisse sowie primäre intrazerebrale Blutungen.

Ein Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter und erfordert eine schnelle und zielgerichtete Akutversorgung. Die Leitlinie aktualisiert frühere Empfehlungen, insbesondere in den Bereichen Thrombektomie, Blutdruckkontrolle bei hämorrhagischen Schlaganfällen und Frühmobilisation.

Nicht behandelt werden spezifische Fragestellungen zum allgemeinen Management von Grunderkrankungen sowie Subarachnoidalblutungen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Akutversorgung:

Diagnostik und Bildgebung

Bei Verdacht auf einen akuten Schlaganfall wird eine sofortige native CT-Bildgebung empfohlen, wenn eines der folgenden Kriterien zutrifft:

  • Indikation zur Thrombolyse oder Thrombektomie

  • Laufende Antikoagulation oder bekannte Blutungsneigung

  • Reduziertes Bewusstsein (Glasgow Coma Scale unter 13)

  • Unerklärliche progrediente oder fluktuierende Symptome

  • Papillenödem, Nackensteifigkeit oder Fieber

  • Starke Kopfschmerzen bei Symptombeginn

Bei Verdacht auf eine TIA wird von einer routinemäßigen CT-Bildgebung abgeraten, es sei denn, es besteht der Verdacht auf eine alternative Diagnose. Nach fachärztlicher Beurteilung kann ein MRT am selben Tag erwogen werden.

Akuttherapie bei TIA

Personen mit Verdacht auf eine TIA sollen laut Leitlinie sofort eine fachärztliche Beurteilung erhalten, die innerhalb von 24 Stunden nach Symptombeginn stattfinden muss. Scoring-Systeme wie der ABCD2-Score sollen nicht zur Risikobewertung herangezogen werden.

Akuttherapie bei ischämischem Schlaganfall

Eine Thrombolyse (mit Alteplase oder Tenecteplase) wird innerhalb von 4,5 Stunden nach Symptombeginn empfohlen, sofern eine intrakranielle Blutung ausgeschlossen wurde.

Eine mechanische Thrombektomie wird in folgenden Zeitfenstern empfohlen:

  • Innerhalb von 6 Stunden: Bei nachgewiesenem Verschluss der proximalen vorderen Zirkulation (in Kombination mit Thrombolyse, falls indiziert).

  • Zwischen 6 und 24 Stunden: Bei nachgewiesenem Verschluss und radiologischem Nachweis von rettbarem Hirngewebe (z. B. durch CT-Perfusion).

Zusätzlich wird die Gabe von Aspirin innerhalb von 24 Stunden empfohlen, sobald eine Blutung bildgebend ausgeschlossen wurde.

Blutdruckmanagement bei intrazerebraler Blutung

Bei einer akuten intrazerebralen Blutung wird eine rasche Blutdrucksenkung erwogen, wenn die Vorstellung innerhalb von 6 Stunden erfolgt und der systolische Blutdruck zwischen 150 und 220 mmHg liegt.

Ziel ist ein systolischer Wert von 140 mmHg oder darunter. Dabei wird betont, dass der Blutdruckabfall innerhalb der ersten Stunde 60 mmHg nicht überschreiten darf.

Basismaßnahmen und Pflege

Vor der ersten oralen Gabe von Nahrung, Flüssigkeit oder Medikamenten muss ein Screening der Schluckfunktion erfolgen.

Eine routinemäßige Sauerstoffgabe wird nicht empfohlen, es sei denn, die Sauerstoffsättigung fällt unter 95 %. Der Blutzucker sollte zwischen 4 und 11 mmol/l gehalten werden.

Eine Frühmobilisation wird empfohlen, sobald der klinische Zustand dies zulässt. Bei Personen, die Hilfe beim Sitzen, Stehen oder Gehen benötigen, wird jedoch vor einer hochintensiven Mobilisation in den ersten 24 Stunden gewarnt.

Dosierung

WirkstoffDosierungIndikationBemerkung
Aspirin300 mg täglichVerdacht auf TIASofortiger Beginn, sofern keine Kontraindikationen vorliegen
Aspirin300 mg (oral, rektal oder über Sonde)Akuter ischämischer SchlaganfallInnerhalb von 24 Stunden nach Ausschluss einer Blutung; Fortführung für 2 Wochen

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Rasche Blutdrucksenkung bei intrazerebraler Blutung: Kontraindiziert bei strukturellen Ursachen (z. B. Tumor, Aneurysma), GCS unter 6, geplanter früher Neurochirurgie oder massivem Hämatom mit schlechter Prognose.

  • Antikoagulation: Eine routinemäßige Antikoagulation zur Behandlung des akuten Schlaganfalls wird nicht empfohlen.

  • Frühmobilisation: Keine hochintensive Mobilisation in den ersten 24 Stunden bei Personen, die Hilfe beim Aufsitzen oder Gehen benötigen.

  • Sauerstoffgabe: Keine routinemäßige Sauerstoffgabe bei nicht-hypoxischen Personen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie rät ausdrücklich davon ab, Scoring-Systeme wie den ABCD2-Score zur Risikobewertung oder zur Dringlichkeit der Überweisung bei einer TIA zu verwenden. Zudem wird betont, dass bei Verdacht auf eine TIA keine routinemäßige CT-Bildgebung des Gehirns erfolgen sollte, da dies selten alternative Diagnosen aufdeckt und Ressourcen bindet.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird ein sofortiges natives CT empfohlen, wenn Indikationen für eine Thrombolyse oder Thrombektomie bestehen. Weitere Kriterien sind unter anderem eine laufende Antikoagulation, eine bekannte Blutungsneigung, ein GCS unter 13 oder starke Kopfschmerzen bei Symptombeginn.

Es wird eine rasche Blutdrucksenkung auf einen systolischen Wert von 140 mmHg oder darunter erwogen, wenn die Vorstellung innerhalb von 6 Stunden erfolgt und der Ausgangswert zwischen 150 und 220 mmHg liegt. Dabei wird darauf hingewiesen, dass der Blutdruckabfall innerhalb der ersten Stunde 60 mmHg nicht überschreiten sollte.

Die Leitlinie empfiehlt eine Thrombektomie so schnell wie möglich und regulär innerhalb von 6 Stunden nach Symptombeginn. Bei Nachweis von rettbarem Hirngewebe in der Bildgebung kann der Eingriff auch im erweiterten Zeitfenster von 6 bis 24 Stunden nach Symptombeginn angeboten werden.

Eine routinemäßige Sauerstoffgabe wird bei nicht-hypoxischen Personen nicht empfohlen. Sauerstoff sollte laut Leitlinie nur verabreicht werden, wenn die Sauerstoffsättigung unter 95 % fällt.

Vor der ersten oralen Gabe von Nahrung, Flüssigkeit oder Medikamenten muss zwingend ein Screening der Schluckfunktion durch geschultes Personal erfolgen. Bei Auffälligkeiten wird eine fachärztliche Beurteilung innerhalb von 24 Stunden empfohlen.

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Quelle: NG128: Stroke and transient ischaemic attack (NICE, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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