Schlaganfall-Rehabilitation: Therapie und Training

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG236 fasst die evidenzbasierten Empfehlungen zur Rehabilitation von Erwachsenen nach einem Schlaganfall zusammen. Ziel ist es, eine strukturierte und multidisziplinäre Versorgung sicherzustellen.

Ein zentraler Aspekt ist die frühzeitige Erfassung von funktionellen, kognitiven und psychologischen Einschränkungen. Darauf basierend wird ein individueller Rehabilitationsplan erstellt.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer spezialisierten Schlaganfall-Einheit (Stroke Unit) und eines nahtlosen Übergangs in die ambulante Weiterbehandlung. Auch die Einbindung von Angehörigen wird stark fokussiert.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die klinische Praxis:

Diagnostik und Screening

Bei Aufnahme wird ein sofortiges Screening auf Orientierung, Schluckfunktion, Mobilität, Dekubitusrisiko und Kommunikation empfohlen.

Zusätzlich soll laut Leitlinie ein vollständiges medizinisches Assessment erfolgen. Dieses umfasst Kognition, Sehen, Hören, Muskeltonus und Sensibilität.

Für spezifische Bereiche werden folgende Assessments empfohlen:

  • Kognition und Aufmerksamkeit mittels standardisierter Testverfahren

  • Fatigue-Screening (z.B. Fatigue Severity Scale) im frühen Reha-Verlauf

  • Hörvermögen innerhalb der ersten 6 Wochen nach dem Ereignis

Therapieintensität und Organisation

Es wird eine bedarfsgerechte Rehabilitation von mindestens 3 Stunden täglich an mindestens 5 Tagen pro Woche empfohlen. Diese soll multiprofessionell erfolgen (Physio-, Ergotherapie, Logopädie).

Eine frühe unterstützte Entlassung (Early Supported Discharge) wird für Personen empfohlen, die sich selbstständig oder mit Hilfe vom Bett in einen Stuhl umsetzen können. Voraussetzung ist ein sicheres häusliches Umfeld.

Motorische Rehabilitation

Die Leitlinie empfiehlt ein repetitives Aufgabentraining für die obere und untere Extremität.

Für die Behandlung motorischer Defizite gelten folgende spezifische Empfehlungen:

  • Krafttraining und kardiorespiratorisches Fitnesstraining bei medizinischer Stabilität

  • Laufbandtraining (mit oder ohne Körpergewichtsentlastung) und Gruppen-Zirkeltraining

  • Spiegeltherapie als Ergänzung bei Muskelschwäche (Start innerhalb der ersten 6 Monate)

Dysphagie und Mundpflege

Bei oropharyngealer Dysphagie wird eine Anpassung der Körperhaltung, der Nahrungskonsistenz sowie der Einsatz von Schluckmanövern empfohlen.

Zusätzlich sollen Verhaltensübungen (z.B. Kinn-Tuck gegen Widerstand) an mindestens 5 Tagen pro Woche durchgeführt werden.

Es wird eine strikte Mundpflege (mindestens zweimal täglich) empfohlen, um das Risiko einer Aspirationspneumonie zu senken.

Dosierung

Die Leitlinie nennt spezifische Dosierungen für die medikamentöse Behandlung der Spastik nach einem Schlaganfall:

WirkstoffIndikationDosierungHinweise
Dysport (Botulinumtoxin A)Fokale Spastik der oberen ExtremitätBis zu 1.000 Einheiten pro BehandlungMaximal 1 Behandlung alle 3 Monate; Dosis auf Injektionsstellen verteilen
Xeomin (Botulinumtoxin A)Fokale Spastik der oberen ExtremitätBis zu 400 Einheiten pro BehandlungMaximal 1 Behandlung alle 3 Monate; Dosis auf Injektionsstellen verteilen
Baclofen (oral)Generalisierte SpastikIndividuellEngmaschige Überwachung auf Nebenwirkungen empfohlen

Kontraindikationen

Die Leitlinie spricht sich explizit gegen bestimmte Routinemaßnahmen aus:

  • Hand- und Handgelenksschienen sollen nicht routinemäßig bei Schwäche der oberen Extremität eingesetzt werden (nur bei spezifischen Risiken wie Kontrakturen).

  • Elektrische Stimulation für Hand oder Arm wird nicht als Routinebehandlung empfohlen.

  • Robotergestütztes Armtraining soll nicht als Teil eines Rehabilitationsprogramms für die obere Extremität angeboten werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Hinweis der Leitlinie betrifft die Therapie der oberen Extremität. Es wird explizit davon abgeraten, robotergestütztes Armtraining anzubieten oder Handgelenksschienen routinemäßig bei reiner Muskelschwäche einzusetzen. Stattdessen wird der Fokus auf repetitives Aufgabentraining und, bei nachgewiesener Muskelkontraktion, auf gezielte elektrische Stimulation gelegt.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine Therapieintensität von mindestens 3 Stunden täglich an mindestens 5 Tagen pro Woche. Diese sollte multiprofessionell durch Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten erfolgen.

Eine frühe unterstützte Entlassung wird empfohlen, wenn die betroffene Person sich selbstständig oder mit Hilfe vom Bett in einen Stuhl umsetzen kann. Zudem muss ein sicheres häusliches Umfeld gewährleistet sein.

Bei fokaler Spastik der oberen Extremität wird eine Behandlung mit Botulinumtoxin A (z.B. Dysport oder Xeomin) empfohlen. Die Injektionen sollten laut Leitlinie maximal alle drei Monate erfolgen.

Zur Behandlung von Schulterschmerzen nennt die Leitlinie verschiedene Optionen wie Taping, neuromuskuläre elektrische Stimulation (NMES) oder intraartikuläre Kortikosteroidinjektionen. Auch lokale Nervenblöcke können erwogen werden.

Es wird der Einsatz standardisierter Instrumente im frühen Rehabilitationsverlauf empfohlen. Dazu zählen laut Leitlinie die Fatigue Severity Scale, die Fatigue Assessment Scale oder die Modified Fatigue Impact Scale.

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Quelle: Stroke rehabilitation in adults (NICE, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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