BfArM2019

Fournier-Gangrän durch SGLT2-Inhibitoren: BfArM Warnung

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dieser Artikel basiert auf dem Rote-Hand-Brief des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus dem Jahr 2019. Da es sich um eine Kurzinformation handelt, wurden allgemeine medizinische Hintergründe zum besseren Verständnis ergänzt.

SGLT2-Inhibitoren (Gliflozine) werden primär zur Behandlung des Typ-2-Diabetes eingesetzt. Sie fördern die Glukoseausscheidung über den Urin, was das Risiko für urogenitale Infektionen erhöhen kann.

Das Dokument warnt vor dem Risiko einer Fournier-Gangrän (nekrotisierende Fasziitis des Perineums) im Zusammenhang mit der Anwendung von SGLT2-Inhibitoren. Es handelt sich dabei um eine seltene, aber schwere und potenziell lebensgefährliche Infektion.

Empfehlungen

Der Rote-Hand-Brief formuliert folgende Kernempfehlungen zum Umgang mit dem Risiko einer Fournier-Gangrän:

Klinische Warnzeichen

Urogenitale Infektionen oder perineale Abszesse können einer nekrotisierenden Fasziitis vorausgehen. Es wird empfohlen, Betroffene über die Frühsymptome aufzuklären, damit diese sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben.

Zu den alarmierenden Symptomen zählen:

  • Starke Schmerzen oder Druckschmerzen im Genital- oder Perinealbereich

  • Erytheme (Rötungen) oder Schwellungen in dieser Region

  • Begleitendes Fieber oder allgemeines Unwohlsein

Maßnahmen bei Verdacht

Bei einem klinischen Verdacht auf eine Fournier-Gangrän wird ein sofortiges Handeln gefordert. Der SGLT2-Inhibitor soll umgehend abgesetzt werden.

Laut BfArM muss die spezifische Behandlung unverzüglich eingeleitet werden. Diese umfasst zwingend die Anwendung von Antibiotika sowie ein chirurgisches Wunddebridement.

Kontraindikationen

Bei Verdacht auf eine Fournier-Gangrän stellt die weitere Einnahme des auslösenden SGLT2-Inhibitors eine Kontraindikation dar. Das Medikament muss laut BfArM sofort abgesetzt werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiges Warnsignal ist die Kombination aus lokalen urogenitalen oder perinealen Beschwerden (wie Schmerz, Rötung, Schwellung) und systemischen Symptomen wie Fieber oder Unwohlsein. Es wird geraten, bei Personen unter SGLT2-Inhibitoren auch bei scheinbar harmlosen urogenitalen Infektionen oder perinealen Abszessen an die Möglichkeit einer beginnenden Fournier-Gangrän zu denken.

Häufig gestellte Fragen

Die Fournier-Gangrän ist eine nekrotisierende Fasziitis des Perineums. Laut BfArM handelt es sich um eine seltene, aber schwere und potenziell lebensgefährliche Infektion.

Typische Warnzeichen sind starke Schmerzen, Druckschmerzen, Rötungen oder Schwellungen im Genital- oder Perinealbereich. Diese treten laut Rote-Hand-Brief typischerweise in Verbindung mit Fieber oder Unwohlsein auf.

Der Rote-Hand-Brief empfiehlt das sofortige Absetzen des SGLT2-Inhibitors. Zudem muss unverzüglich eine Behandlung mit Antibiotika und einem chirurgischen Wunddebridement eingeleitet werden.

Das BfArM weist darauf hin, dass urogenitale Infektionen oder perineale Abszesse einer nekrotisierenden Fasziitis vorausgehen können. Bei diesen Vorboten ist eine erhöhte Wachsamkeit geboten.

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Quelle: Rote-Hand-Brief zu SGLT2-Inhibitoren ("Sodium-Glucose-Co-Transporter 2 Inhibitors"): Risiko einer Fournier Gangrän (nekrotisierende Fasziitis des Perineums) bei der Anwendung (BfArM, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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