Rhinosinusitis (ARS & CRS): Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die Rhinosinusitis (RS) ist eine entzündliche Erkrankung der Nasen- und Nasennebenhöhlenschleimhäute. Die AWMF-Leitlinie 053-012 unterscheidet zwischen der akuten Rhinosinusitis (ARS) mit einer Dauer von bis zu 12 Wochen und der chronischen Form (CRS). Bei der CRS halten die Beschwerden länger als 12 Wochen an, wobei zwischen Formen mit (CRScNP) und ohne nasale Polypen (CRSsNP) differenziert wird.
Eine rezidivierende akute Rhinosinusitis liegt vor, wenn mindestens vier Episoden einer ARS innerhalb von 12 Monaten auftreten. Zwischen diesen Episoden müssen die Beschwerden vollständig abklingen. Die häufigste Ursache der ARS ist eine virale Infektion, die nur selten in eine bakterielle Entzündung übergeht.
Ziel der Leitlinie ist die Förderung einer qualitativ hochwertigen Versorgung durch einen rationellen Einsatz diagnostischer und therapeutischer Verfahren. Dadurch sollen die krankheitsbedingte Morbidität und sozioökonomische Folgen reduziert werden.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist die unkomplizierte akute Rhinosinusitis in den allermeisten Fällen viral bedingt und heilt spontan aus, weshalb eine routinemäßige Antibiotikagabe nicht empfohlen wird. Es wird geraten, Antibiotika streng auf Patienten mit schweren Verläufen, drohenden Komplikationen oder starken Schmerzen in Kombination mit laborchemisch gesicherten Entzündungszeichen (erhöhtes CRP oder BSG) zu beschränken.
Häufig gestellte Fragen
Die Diagnose wird in der Regel rein klinisch anhand typischer Symptome wie Nasenatmungsbehinderung, eitriger Sekretion und Gesichtsschmerz gestellt. Auf bildgebende oder laborchemische Verfahren sollte laut Leitlinie routinemäßig verzichtet werden.
Bei der akuten Form wird routinemäßig keine Bildgebung empfohlen. Bei der chronischen Rhinosinusitis wird eine Schnittbildgebung (CT oder DVT) zur diagnostischen Abklärung und Operationsplanung empfohlen.
Die Leitlinie empfiehlt als Mittel der ersten Wahl Amoxicillin (3 x 500 mg/Tag) oder Cefuroxim (2 x 250 mg/Tag). Makrolide wie Azithromycin gelten als Mittel der zweiten Wahl.
Es wird empfohlen, Dekongestiva bei der akuten Rhinosinusitis für maximal 10 Tage anzuwenden, um eine Rhinitis medicamentosa zu vermeiden. Bei der chronischen Rhinosinusitis wird von der Anwendung gänzlich abgeraten.
Bei Patienten mit chronischer Rhinosinusitis mit Polypen und gleichzeitiger ASS-Intoleranz (NERD) wird eine adaptive Desaktivierungsbehandlung empfohlen. Dabei wird durch wiederholte ASS-Gabe eine Toleranz induziert, um das Auftreten von Rezidiv-Polypen zu verringern.
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Quelle: AWMF 053-012: Rhinosinusitis (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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