Regorafenib bei Kolorektalkarzinom: Zusatznutzen
Hintergrund
Die vorliegende IQWiG-Dossierbewertung untersucht den Zusatznutzen von Regorafenib bei erwachsenen Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC). Die Zielgruppe umfasst Patienten, die zuvor mit verfügbaren Therapien (Fluoropyrimidin-basierte Chemotherapie, Anti-VEGF- und Anti-EGFR-Therapien) behandelt wurden oder für diese nicht geeignet sind.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Best Supportive Care (BSC) festgelegt. Darunter wird eine bestmögliche, patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität verstanden.
Die Bewertung basiert maßgeblich auf der multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie CORRECT. In dieser wurde Regorafenib in Kombination mit BSC gegen Placebo in Kombination mit BSC verglichen.
Empfehlungen
Das IQWiG leitet aus der vorliegenden Evidenz folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen ab:
Gesamtüberleben (Mortalität)
Die Behandlung mit Regorafenib in Kombination mit Best Supportive Care (BSC) zeigte in der CORRECT-Studie eine statistisch signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens im Vergleich zu Placebo plus BSC. Das mediane Überleben betrug unter Regorafenib 196 Tage gegenüber 151 Tagen unter Placebo.
Daraus ergibt sich laut Bewertung ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen mit dem Ausmaß "beträchtlich".
Nebenwirkungen und Lebensqualität
Hinsichtlich der Morbidität und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität lagen keine verwertbaren Daten vor, weshalb hierfür kein Zusatznutzen belegt ist. Bei den unerwünschten Ereignissen zeigten sich folgende Resultate:
-
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse und Therapieabbrüche unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen.
-
Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3) traten unter Regorafenib signifikant häufiger auf (56,0 % vs. 26,5 %).
-
Zu den häufigsten schweren Nebenwirkungen zählten Hand-Fuß-Syndrom, Fatigue, Diarrhö, Hypertonie und Exantheme.
Für die Kategorie der schweren Nebenwirkungen wird ein Anhaltspunkt für einen größeren Schaden mit dem Ausmaß "erheblich" abgeleitet.
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
In der Gesamtschau stehen dem beträchtlichen Vorteil beim Gesamtüberleben erhebliche negative Effekte bei den schweren Nebenwirkungen gegenüber. Es ergibt sich insgesamt ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Regorafenib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie BSC.
Dosierung
| Medikament | Dosis | Zyklus | Indikation |
|---|---|---|---|
| Regorafenib | 160 mg (4 Tabletten à 40 mg) 1x täglich | 3 Wochen Einnahme, gefolgt von 1 Woche Pause | Vorbehandeltes metastasiertes Kolorektalkarzinom |
Kontraindikationen
Laut Risk-Management-Plan und Fachinformation wird auf folgende wichtige identifizierte Risiken unter Regorafenib hingewiesen:
-
Schwere medikamenteninduzierte Leberschädigung
-
Ischämische kardiale Ereignisse
-
Hypertonie und hypertensive Krise
-
Blutungen
-
Hand-Fuß-Hautreaktion
-
Gastrointestinale Perforationen und Fisteln
Es wird eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte (AST, ALT, Bilirubin) sowie des Blutdrucks vor und während der Therapie empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Die Bewertung hebt hervor, dass unter Regorafenib signifikant häufiger schwere unerwünschte Ereignisse des CTCAE-Grades 3 auftreten. Laut Fachinformation wird eine regelmäßige Überwachung der Leberwerte und des Blutdrucks empfohlen, da unter der Therapie erhebliche Nebenwirkungen wie Hypertonie, Fatigue und das Hand-Fuß-Syndrom zu erwarten sind.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen. Dem beträchtlichen Vorteil beim Gesamtüberleben steht ein erheblich größerer Schaden durch schwere Nebenwirkungen gegenüber.
Die empfohlene Dosis beträgt 160 mg (vier Tabletten à 40 mg) einmal täglich. Die Einnahme erfolgt über drei Wochen, gefolgt von einer einwöchigen Therapiepause.
Laut Studiendaten treten schwere unerwünschte Ereignisse (Grad 3) wie Hand-Fuß-Syndrom, Fatigue, Diarrhö und Hypertonie signifikant häufiger auf als unter Placebo.
Das Medikament ist für erwachsene Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom zugelassen, die bereits mit Standardtherapien (Fluoropyrimidine, Anti-VEGF, Anti-EGFR) vorbehandelt wurden oder für diese nicht infrage kommen.
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Quelle: IQWiG A13-37: Regorafenib - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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