Psychotische Erstmanifestation: KVT-Therapieempfehlung
Hintergrund
Schizophrenie ist eine schwerwiegende psychische Erkrankung, bei der Betroffene Schwierigkeiten haben, zwischen eigenen Gedanken und der Realität zu unterscheiden. Die Behandlung im Anfangsstadium ist entscheidend, um einen chronischen Verlauf zu verhindern.
Eine erste Episode wird als Ersterkrankung bezeichnet. Der Begriff der neu aufgetretenen Psychose beschreibt den Zeitraum von drei bis fünf Jahren nach der ersten Episode.
Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Evidenz zur kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) als Ergänzung zur Regelversorgung. Ziel ist es, die Wirksamkeit bei Menschen mit einer ersten Episode oder einer Folgepsychose zu bewerten.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die aktuelle Evidenz zur kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) bei Erst- und Folgepsychosen zusammen.
Wirksamkeit auf Symptome
Die Auswertung zeigt, dass die KVT zusätzlich zur Regelversorgung die Gesamtsymptomatik der Schizophrenie wirksamer reduziert als Kontrollbedingungen. Dies betrifft Ergebnisse, die etwa ein Jahr nach Interventionsbeginn gemessen wurden.
Laut Review verringert die Therapie spezifische Beschwerden:
-
Positive Symptome wie Stimmenhören
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Negative Symptome wie Apathie und Motivationsverlust
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Depressive Symptome
Gesamtzustand und Funktionsfähigkeit
Die KVT ist in Kombination mit der Regelversorgung auch wirksamer bei der Verbesserung des allgemeinen klinischen Gesamtzustands. Zudem wird die Funktionsfähigkeit der Betroffenen effektiver gesteigert.
Dazu zählen laut Auswertung unter anderem die Teilnahme am sozialen Leben und an alltäglichen Aktivitäten.
Endpunkte ohne signifikanten Unterschied
Bei einigen untersuchten Endpunkten konnte der Review keinen Unterschied zwischen der KVT-Gruppe und der Kontrollgruppe feststellen. Dies betrifft folgende Bereiche:
-
Anzahl der Personen mit einem Rückfall
-
Vorzeitiger Studienabbruch aus jeglichen Gründen
-
Auftreten von unerwünschten Ereignissen
Klinische Einordnung
Die Autoren des Reviews schlussfolgern, dass Betroffene in der Frühphase einer Psychose von der zusätzlichen KVT profitieren können. Es wird darauf hingewiesen, dass klinische Leitlinien die KVT bereits für diese Zielgruppe empfehlen.
| Klinischer Endpunkt | Effekt durch zusätzliche KVT | Evidenzgrad (GRADE) |
|---|---|---|
| Gesamtsymptome der Schizophrenie | Signifikante Reduktion | Niedrig |
| Funktionsfähigkeit | Signifikante Verbesserung | Moderat |
| Rückfallrate | Kein signifikanter Unterschied | Niedrig |
| Studienabbruch | Kein signifikanter Unterschied | Moderat |
| Unerwünschte Ereignisse | Kein signifikanter Unterschied | Sehr niedrig |
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit der kognitiven Verhaltenstherapie in den bisherigen Studien nur unzureichend erfasst wurden. Es wird empfohlen, mögliche negative Effekte in der klinischen Praxis im Rahmen einer gemeinsamen Entscheidungsfindung zu thematisieren.
Häufig gestellte Fragen
Der Cochrane Review zeigt, dass eine kognitive Verhaltenstherapie zusätzlich zur Regelversorgung die Symptome einer Schizophrenie reduzieren kann. Dies umfasst sowohl positive als auch negative und depressive Symptome.
Laut der aktuellen Auswertung gibt es keinen signifikanten Unterschied bei den Rückfallraten zwischen der KVT-Gruppe und der Kontrollgruppe. Die Evidenz für diesen Endpunkt wird jedoch als niedrig eingestuft.
Die zusätzliche kognitive Verhaltenstherapie verbessert die allgemeine Funktionsfähigkeit der Betroffenen. Dazu gehört eine gesteigerte Teilnahme am sozialen Leben und an alltäglichen Aktivitäten.
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Quelle: Cochrane Review: Cognitive behavioural therapy added to standard care for first-episode and recent-onset psychosis (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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