NICEA2014Psychiatrie

Psychose und Schizophrenie: Diagnostik und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2014 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2014)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie CG178 befasst sich mit der Erkennung, Behandlung und dem Management von Psychosen und Schizophrenie bei Erwachsenen. Ziel ist es, die Versorgung durch Früherkennung, rechtzeitige Therapie und einen Fokus auf die langfristige Genesung zu verbessern.

Psychosen und Schizophrenie sind schwere psychiatrische Erkrankungen, die Wahrnehmung, Denken, Stimmung und Verhalten stark verändern. Sie gehen häufig mit positiven Symptomen wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen sowie negativen Symptomen wie emotionaler Apathie und sozialem Rückzug einher.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer ganzheitlichen Betreuung über alle Krankheitsphasen hinweg. Dies schließt die Überwachung der körperlichen Gesundheit, die Unterstützung von Angehörigen und die Förderung der sozialen und beruflichen Teilhabe explizit ein.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die klinische Praxis:

Prävention und Früherkennung

Bei Personen mit erhöhtem Psychoserisiko (z.B. durch transiente psychotische Symptome oder familiäre Vorbelastung) wird eine rasche Überweisung an spezialisierte Dienste empfohlen.

Zur Prävention empfiehlt die Leitlinie kognitive Verhaltenstherapie (CBT), gegebenenfalls in Kombination mit Familieninterventionen.

Es wird ausdrücklich davon abgeraten, antipsychotische Medikamente zur reinen Prävention einer Psychose einzusetzen.

Erstmanifestation und Akuttherapie

Bei einer Erstmanifestation wird eine Kombination aus oralen Antipsychotika und psychologischen Interventionen (CBT und Familienintervention) empfohlen.

Die Auswahl des Antipsychotikums sollte laut Leitlinie gemeinsam mit dem Patienten getroffen werden. Dabei sind mögliche metabolische, kardiovaskuläre, extrapyramidale und hormonelle Nebenwirkungen zu berücksichtigen.

Therapierefraktärität und Langzeitmanagement

Wenn die Erkrankung auf die sequenzielle Gabe von mindestens zwei verschiedenen Antipsychotika nicht ausreichend anspricht, wird der Einsatz von Clozapin empfohlen. Mindestens eines der zuvor eingesetzten Medikamente sollte ein Nicht-Clozapin-Atypikum sein.

Für Personen, die eine kontinuierliche Erhaltungstherapie ablehnen oder bei denen eine verdeckte Non-Adhärenz vermieden werden soll, können Depot-Antipsychotika erwogen werden.

Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen, zielgerichteten intermittierenden Dosierungsstrategie ab. Eine Ausnahme bilden Personen mit starken Nebenwirkungen unter einer Dauertherapie.

Körperliche Gesundheit und Monitoring

Personen mit Psychose oder Schizophrenie sollten routinemäßig hinsichtlich Gewicht, kardiovaskulärer und metabolischer Indikatoren überwacht werden.

Die Leitlinie empfiehlt folgendes Überwachungsschema für Patienten unter antipsychotischer Medikation:

ParameterVor TherapiebeginnNach 12 WochenNach 1 JahrJährlich
GewichtJa (zudem wöchentlich in den ersten 6 Wochen)JaJaJa
TaillenumfangJaNeinNeinJa
Puls und BlutdruckJaJaJaJa
Nüchternblutzucker oder HbA1cJaJaJaJa
BlutfettwerteJaJaJaJa

Zusätzlich wird empfohlen, kombinierte Programme für gesunde Ernährung und körperliche Aktivität anzubieten.

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät ausdrücklich davon ab, Bupropion zur Raucherentwöhnung bei Personen mit Psychosen einzusetzen.

Zudem wird davor gewarnt, antipsychotische Medikamente zur reinen Prävention bei Personen mit erhöhtem Psychoserisiko zu verschreiben.

Eine routinemäßige Kombinationstherapie mit mehreren Antipsychotika wird nicht empfohlen, außer für kurze Übergangsphasen (z.B. bei einer Medikamentenumstellung).

Sogenannte "Loading Doses" (schnelle Aufsättigung oder Neuroleptisierung) sollen laut Leitlinie nicht angewendet werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Hinweis der Leitlinie betrifft die Raucherentwöhnung: Eine Reduktion des Zigarettenkonsums kann den Metabolismus bestimmter Antipsychotika (insbesondere Clozapin und Olanzapin) erheblich beeinflussen. Es wird empfohlen, dies bei der Dosierung zu berücksichtigen, da bei gleichbleibender Dosis und verringertem Tabakkonsum die Wirkstoffspiegel toxische Bereiche erreichen können.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird Clozapin empfohlen, wenn die Erkrankung auf die sequenzielle Gabe von mindestens zwei verschiedenen Antipsychotika in adäquater Dosierung nicht ausreichend anspricht. Mindestens eines dieser Medikamente sollte ein Nicht-Clozapin-Antipsychotikum der zweiten Generation sein.

Die Leitlinie empfiehlt bei einer Erstmanifestation einer Psychose den Einsatz von kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) sowie Familieninterventionen. Diese sollten idealerweise in Kombination mit einer oralen antipsychotischen Medikation erfolgen.

Es wird eine regelmäßige Überwachung von Gewicht, Taillenumfang, Puls, Blutdruck, Nüchternblutzucker (oder HbA1c) und Blutfettwerten empfohlen. Die Kontrollen sollten vor Therapiebeginn, nach 12 Wochen, nach einem Jahr und danach jährlich stattfinden.

Die Leitlinie rät explizit davon ab, antipsychotische Medikamente bei Personen mit einem erhöhten Psychoserisiko zur reinen Prävention einzusetzen. Stattdessen werden psychologische Interventionen wie die kognitive Verhaltenstherapie empfohlen.

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Quelle: NICE Guideline on Psychosis and Schizophrenia (NICE, 2014). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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