BfArM2016

Sofosbuvir und Tacrolimus: EMA-Sicherheitswarnung

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dieser Artikel basiert auf einem Bewertungsbericht des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zu Sofosbuvir.

Bei Personen, die wegen einer Hepatitis-C-Infektion mit direkt wirkenden Virostatika (DAA) wie Sofosbuvir behandelt werden, kann es zu relevanten Veränderungen im Medikamentenabbau kommen. Dies betrifft insbesondere die gleichzeitige Einnahme von Immunsuppressiva wie Tacrolimus.

Der zugrundeliegende Mechanismus beruht nicht auf einer direkten pharmakokinetischen Wechselwirkung der Substanzen. Vielmehr führt die chronische Entzündung bei einer Hepatitis-C-Infektion zu einer Herabregulation bestimmter abbauender Enzyme in der Leber, wie beispielsweise CYP3A.

Eine erfolgreiche antivirale Therapie mit Sofosbuvir führt zu einer raschen Viruselimination und normalisiert die Leberfunktion. Dadurch wird der Abbau von CYP3A-Substraten wieder beschleunigt, was zu einem Abfall der Wirkstoffspiegel führen kann.

Empfehlungen

Der CHMP-Bericht formuliert folgende Kernempfehlungen zur gemeinsamen Anwendung von Sofosbuvir und Immunsuppressiva:

Überwachung der Wirkstoffspiegel

Laut Bericht wird eine engmaschige klinische Überwachung empfohlen, wenn Sofosbuvir gleichzeitig mit Tacrolimus eingesetzt wird. Dies gilt ebenso für andere in der Leber metabolisierte Medikamente mit geringer therapeutischer Breite.

Der Bericht weist auf folgende Kaskade hin, die eine Überwachung notwendig macht:

  • Die schnelle Viruselimination durch Sofosbuvir reduziert die Leberentzündung.

  • Dies führt zu einem gesteigerten Metabolismus von CYP3A-Substraten.

  • Infolgedessen können die Blutspiegel von Immunsuppressiva signifikant abfallen.

Dosisanpassung

Es wird darauf hingewiesen, dass die Produktinformation keine pauschalen Empfehlungen zur Dosisanpassung von Immunsuppressiva bei Beginn der DAA-Therapie enthält. Verordnende Ärzte sollten jedoch auf einen möglichen Abfall der Medikamentenspiegel vorbereitet sein.

Gemäß dem Bericht ist bei Bedarf eine individuelle Dosisanpassung von Tacrolimus oder ähnlichen Wirkstoffen vorzunehmen. Ziel ist es, eine ausreichende Immunsuppression während der Hepatitis-C-Therapie aufrechtzuerhalten.

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💡Praxis-Tipp

Der CHMP-Bericht warnt davor, dass die Tacrolimus-Spiegel unter einer Hepatitis-C-Therapie mit Sofosbuvir unerwartet abfallen können. Es wird empfohlen, die Spiegel von CYP3A-Substraten mit enger therapeutischer Breite während der DAA-Therapie engmaschig zu kontrollieren, da die sich erholende Leberfunktion den Medikamentenabbau beschleunigt.

Häufig gestellte Fragen

Laut EMA-Bericht führt die schnelle Heilung der Hepatitis C zu einem Rückgang der Leberentzündung. Dadurch normalisiert sich die Aktivität des Enzyms CYP3A, was den Abbau von Tacrolimus beschleunigt.

Der CHMP-Bericht gibt keine Empfehlung für eine pauschale Dosisanpassung direkt bei Therapiebeginn. Es wird jedoch zu einer engmaschigen Überwachung geraten, um die Dosis bei einem Spiegelabfall individuell anpassen zu können.

Die Warnung der EMA bezieht sich grundsätzlich auf alle Medikamente mit enger therapeutischer Breite, die über die Leber (insbesondere über CYP3A) metabolisiert werden. Bei diesen Wirkstoffen wird eine entsprechende klinische Überwachung empfohlen.

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Quelle: Protopic®: Herpes-simplex-Infektion am Auge (BfArM, 2016). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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