NICE

Post-Intensiv-Rehabilitation: Assessment & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Jährlich überleben viele Menschen einen Aufenthalt auf der Intensivstation, stehen danach jedoch vor einem langen und ungewissen Genesungsprozess. Die NICE-Leitlinie CG83 befasst sich mit der Rehabilitation nach kritischer Erkrankung bei Erwachsenen.

Überlebende leiden häufig unter anhaltenden physischen und nicht-physischen Problemen. Dazu gehören Muskelschwäche, Erschöpfung, Angstzustände, Depressionen, posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und kognitive Einschränkungen.

Auch für Angehörige, die oft die Rolle der Pflegenden übernehmen, stellt diese Phase eine enorme gesundheitliche, emotionale und finanzielle Belastung dar. Die Leitlinie betont, dass eine unzureichende Rehabilitation ein erhebliches Problem für die öffentliche Gesundheit darstellt.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für den Rehabilitationsprozess:

Grundprinzipien der Versorgung

Es wird empfohlen, dass entsprechend qualifizierte medizinische Fachkräfte den Rehabilitationspfad koordinieren, um die Kontinuität der Versorgung sicherzustellen. Dabei sollen kurz- und mittelfristige Rehabilitationsziele kontinuierlich überprüft und angepasst werden.

Während des Intensivaufenthalts

Laut Leitlinie wird so früh wie klinisch möglich ein kurzes klinisches Assessment empfohlen, um das Risiko für physische und nicht-physische Morbidität zu ermitteln.

Bei Risikopatienten sollte ein umfassendes klinisches Assessment durch erfahrenes Personal erfolgen. Darauf basierend wird empfohlen:

  • Kurz- und mittelfristige Rehabilitationsziele unter Einbeziehung der Angehörigen festzulegen.

  • Die Rehabilitation so früh wie möglich zu beginnen.

  • Maßnahmen zur Prävention vermeidbarer Morbidität und eine angemessene Ernährungsunterstützung einzuleiten.

  • Ein individualisiertes, strukturiertes Rehabilitationsprogramm mit regelmäßigen Kontrollen zu starten.

Vor und während der Verlegung auf die Normalstation

Vor der Entlassung von der Intensivstation wird eine erneute Beurteilung des Risikos und des Rehabilitationsbedarfs empfohlen. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer strukturierten Übergabe des Rehabilitationsprogramms an das aufnehmende Team.

Auf der Normalstation sollte das strukturierte Rehabilitationsprogramm durch ein multidisziplinäres Team fortgeführt werden. Es wird zudem empfohlen, den Einsatz eines strukturierten Handbuchs zur selbstgesteuerten Rehabilitation für mindestens sechs Wochen nach Entlassung von der Intensivstation zu erwägen.

Vor der Entlassung nach Hause

Vor der Entlassung in die häusliche oder kommunale Versorgung wird ein funktionelles Assessment empfohlen. Dieses soll die Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens bewerten.

Die Leitlinie fordert, dass alle Entlassungsmodalitäten und Überweisungen für die weitere Versorgung vorab organisiert werden. Zudem sollen Patienten und Angehörige umfassend über die weitere Genesung, Alltagsbewältigung und lokale Unterstützungsangebote informiert werden.

Nachsorge

Es wird eine persönliche Kontrolluntersuchung zwei bis drei Monate nach Entlassung von der Intensivstation empfohlen. Hierbei soll eine erneute funktionelle Beurteilung der gesundheitlichen und sozialen Bedürfnisse stattfinden.

Bei verzögerter Genesung oder neu aufgetretener Morbidität wird eine Überweisung an entsprechende Rehabilitations- oder Fachdienste empfohlen.

Tabellarische Übersicht der Assessments

Die Leitlinie definiert spezifische Kriterien zur Erkennung von Morbiditätsrisiken und Symptomen:

RisikobereichBeispiele für Risikoindikatoren (Kurzes Assessment)
PhysischUnfähigkeit, selbstständig das Bett zu verlassen; lange Beatmungsdauer; offensichtliche neurologische Verletzungen; mangelnde Mobilität
Nicht-physischWiederkehrende Albträume; aufdringliche Erinnerungen/Flashbacks; neue Angst- oder Panikattacken; Vermeidung von Gesprächen über die Krankheit
DimensionMögliche Symptome (Funktionelles Assessment)
Physische ProblemeSchwäche, Erschöpfung, Schmerzen, Atemnot, Schluckbeschwerden, Inkontinenz
Sensorische ProblemeVeränderungen des Seh- oder Hörvermögens, Schmerzen, veränderte Wahrnehmung
KommunikationsproblemeSchwierigkeiten beim Sprechen, Sprachverständnis oder Schreiben
Soziale BedürfnisseBedarf an Mobilitätshilfen, Transport, Wohnraumanpassung, berufliche Wiedereingliederung
Psychische ProblemeAngstzustände, Depressionen, PTBS-Symptome (z. B. Flashbacks, Vermeidungsverhalten)
Kognitive ProblemeGedächtnisverlust, Aufmerksamkeitsdefizite, Verwirrtheit, Apathie, mangelnde Einsicht
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie hebt hervor, dass die Rehabilitation nach einer kritischen Erkrankung weit über die rein körperliche Genesung hinausgeht. Es wird besonders darauf hingewiesen, frühzeitig auf nicht-physische Symptome wie Albträume, Flashbacks oder kognitive Defizite zu achten. Zudem wird betont, dass die Einbeziehung und Unterstützung der Angehörigen essenziell ist, da diese oft erheblichen emotionalen und finanziellen Belastungen ausgesetzt sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird empfohlen, die Rehabilitation so früh wie klinisch möglich noch während des Aufenthalts auf der Intensivstation zu beginnen. Dies setzt ein vorheriges klinisches Assessment zur Ermittlung des individuellen Risikos voraus.

Die Leitlinie empfiehlt eine persönliche Kontrolluntersuchung zwei bis drei Monate nach der Entlassung von der Intensivstation. Dabei sollte ein erneutes funktionelles Assessment der gesundheitlichen und sozialen Bedürfnisse durch eine qualifizierte Fachkraft erfolgen.

Es wird empfohlen, den Einsatz eines strukturierten Handbuchs zur selbstgesteuerten Rehabilitation zu erwägen. Dieses sollte für mindestens sechs Wochen nach Entlassung genutzt und von einer entsprechend geschulten Fachkraft koordiniert werden.

Die Leitlinie betont, dass Angehörige eng in die Festlegung der Rehabilitationsziele und die Entlassungsplanung einbezogen werden sollten. Da Patienten auf der Intensivstation oft nicht einwilligungsfähig sind, ist die Kommunikation mit den Angehörigen in dieser Phase besonders wichtig.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: CG83: Rehabilitation after critical illness in adults (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.