Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS): Diagnostik, Therapie
Hintergrund
Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) betrifft 8 bis 13 Prozent aller Frauen im reproduktiven Alter. Die Erkrankung ist durch eine Kombination aus gynäkologischen und endokrinologischen Funktionsstörungen gekennzeichnet.
Betroffene weisen ein deutlich erhöhtes Risiko für metabolische und psychische Begleiterkrankungen auf. Dazu zählen unter anderem Adipositas, Typ-2-Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen sowie Depressionen und Angststörungen.
Zudem besteht ein bis zu siebenfach erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Endometriumkarzinoms. Eine interdisziplinäre Betreuung unter Einbezug von Endokrinologie und Gynäkologie wird daher dringend empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass die Diagnose eines PCOS in der Adoleszenz besonders anspruchsvoll ist, da sich physiologische Pubertätsveränderungen mit PCOS-Symptomen überschneiden. Es wird dringend davon abgeraten, in dieser Altersgruppe Ultraschallbefunde der Ovarien oder AMH-Werte als diagnostische Kriterien heranzuziehen. Stattdessen wird empfohlen, die Diagnose ausschließlich auf das gleichzeitige Vorliegen von Zyklusstörungen und einem Hyperandrogenismus zu stützen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die modifizierten Rotterdam-Kriterien. Es müssen mindestens zwei von drei Kriterien erfüllt sein: Hyperandrogenismus, ovulatorische Dysfunktion und polyzystische Ovarmorphologie oder hohe AMH-Werte.
Laut Leitlinie sollte Letrozol als Mittel der ersten Wahl zur Ovulationsinduktion eingesetzt werden. Clomifen und Gonadotropine gelten als Alternativen der zweiten Wahl.
Es wird der Einsatz kombinierter oraler Kontrazeptiva empfohlen. Präparate mit Cyproteronacetat sollten aufgrund des erhöhten Thrombose- und Meningeomrisikos jedoch nicht als erste Wahl verordnet werden.
Die Diagnose erfordert zwingend das gleichzeitige Vorliegen von Zyklusstörungen und Hyperandrogenismus. Sonografische Befunde oder AMH-Werte sollen in dieser Altersgruppe gemäß Leitlinie nicht verwendet werden.
Die Leitlinie weist auf ein deutlich erhöhtes Risiko für Gestationsdiabetes, hypertensive Schwangerschaftserkrankungen, Präeklampsie und Frühgeburten hin. Eine intensivierte Schwangerenvorsorge wird daher dringend empfohlen.
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Quelle: Diagnostik und Therapie des polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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