Polyneuropathie unter Dronedaron: Symptome & Diagnostik
Hintergrund
Die Sicherheitswarnung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2015 thematisiert das Risiko einer Polyneuropathie unter der Therapie mit Dronedaron (Multaq®). Dronedaron ist ein Antiarrhythmikum, das zum Erhalt des Sinusrhythmus nach erfolgreicher Kardioversion bei Vorhofflimmern eingesetzt wird.
Das Medikament weist eine strukturelle Ähnlichkeit zu Amiodaron auf, enthält jedoch kein Jod und besitzt eine geringere Lipophilie. Ursprünglich wurde aufgrund dieser Eigenschaften ein günstigeres Sicherheitsprofil angenommen.
Nach der Markteinführung im Jahr 2010 zeigten sich jedoch schwerwiegende Sicherheitsprobleme, darunter Leber- und Lungenschäden sowie kardiovaskuläre Ereignisse. Dies führte laut Bericht zu einer deutlichen Einschränkung der Indikation durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA).
💡Praxis-Tipp
Laut AkdÄ ist eine Dronedaron-induzierte Polyneuropathie nach dem Absetzen des Medikaments in vielen Fällen reversibel. Es wird daher geraten, bei unklaren neurologischen Ausfällen an den unteren Extremitäten die Medikationshistorie genau zu prüfen und Dronedaron als potenziellen Auslöser frühzeitig zu identifizieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut AkdÄ ist Dronedaron zum Erhalt des Sinusrhythmus nach einer erfolgreichen Kardioversion indiziert. Es wird bei erwachsenen, klinisch stabilen Personen mit paroxysmalem oder persistierendem Vorhofflimmern angewendet.
Der Bericht weist darauf hin, dass Dronedaron in seltenen Fällen eine gemischte Polyneuropathie verursachen kann. In der Fachinformation werden zudem Geschmacksstörungen und Geschmacksverlust als Nebenwirkungen am Nervensystem aufgeführt.
In dem von der AkdÄ beschriebenen Fallbericht bildeten sich die polyneuropathischen Beschwerden nach dem Absetzen von Dronedaron innerhalb eines halben Jahres fast vollständig zurück. Dies spricht für eine Reversibilität der toxischen Nervenschädigung.
Nach der Markteinführung wurden schwerwiegende Sicherheitsprobleme wie Leberschäden, Lungenschäden und kardiovaskuläre Ereignisse bekannt. Dies führte zu einer deutlichen Einschränkung der Anwendung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Entwicklung einer gemischten Polyneuropathie unter Dronedaron (Multaq®) (AkdÄ, 2015). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Dronedaron: EMA informiert erneut über die Nutzen-Risiko-Bewertung von Multaq®
Rote-Hand-Brief zu Multaq® (Dronedaron): Neue Studienergebnisse zu erhöhten kardiovaskulären Risiken
AkdÄ Bekanntgabe: QT-Verlängerung unter Galantamin
Rote-Hand-Brief zu Multaq® (Dronedaron): Schwere Leberschädigungen
RKI: Schwangerschaft-Stillen
AkdÄ: Rebound-Phänomen nach Behandlung mit Paxlovid™
Bulletin zur Arzneimittelsicherheit, Ausgabe 2/2010
AkdÄ: Information des BfArM zu Chlorhexidin: Anhaltende Hornhautverletzungen und erhebliche Sehbehinderungen
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen