Pembrolizumab bei TNBC: Indikation und Überlebensdaten
Hintergrund
Das IQWiG bewertet in diesem Bericht den Zusatznutzen von Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Patientinnen mit lokal rezidivierendem, nicht resezierbarem oder metastasierendem triple-negativen Mammakarzinom (TNBC).
Eine Behandlung ist indiziert, wenn die Tumoren PD-L1 exprimieren (Combined Positive Score [CPS] ≥ 10). Zudem dürfen die Patientinnen zuvor noch keine Chemotherapie zur Behandlung der metastasierenden Erkrankung erhalten haben.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Anthrazyklin- und/oder Taxan-haltige systemische Therapie fest. Die Bewertung stützt sich maßgeblich auf die Daten einer Teilpopulation der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie KEYNOTE-355.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Kernaussagen zum Zusatznutzen:
Gesamtüberleben
Laut Bewertung zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie beim Gesamtüberleben. Daraus wird ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abgeleitet.
Morbidität und Lebensqualität
Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der Symptomatik zeigen sich keine relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Diese Endpunkte wurden mittels der Fragebögen EORTC QLQ-C30 und QLQ-BR23 erfasst. Ein Zusatznutzen ist in diesen Kategorien laut Bericht nicht belegt.
Nebenwirkungen
Bei den schwerwiegenden und schweren unerwünschten Ereignissen (SUEs) insgesamt gibt es keinen signifikanten Unterschied. Für spezifische Nebenwirkungen stellt der Bericht jedoch Nachteile unter Pembrolizumab fest:
-
Häufigeres Auftreten von Diarrhö (nicht schwerwiegend)
-
Häufigeres Auftreten von Dysgeusie (nicht schwerwiegend)
-
Häufigere Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (schwerwiegend)
Daraus ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden in diesen spezifischen Bereichen.
Gesamtfazit
In der Gesamtschau sieht das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen von Pembrolizumab plus Chemotherapie. Das Ausmaß ist nicht quantifizierbar, da Unsicherheiten bezüglich einer möglichen Unterdosierung der Chemotherapie im Kontrollarm der Studie bestehen.
Dosierung
Die in der Zulassungsstudie KEYNOTE-355 und der Fachinformation verwendeten Dosierungsschemata stellen sich wie folgt dar:
| Wirkstoff | Dosierung | Applikation |
|---|---|---|
| Pembrolizumab | 200 mg alle 3 Wochen ODER 400 mg alle 6 Wochen | i.v. Infusion (30 Min.) |
| Paclitaxel | 90 mg/m² an Tag 1, 8 und 15 (28-Tage-Zyklus) | i.v. Infusion |
| nab-Paclitaxel | 100 mg/m² an Tag 1, 8 und 15 (28-Tage-Zyklus) | i.v. Infusion |
Kontraindikationen
Der Bericht nennt folgende Warnhinweise für die Anwendung:
-
Eine systemische Anwendung von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva vor Therapiebeginn sollte vermieden werden, da dies die Wirksamkeit von Pembrolizumab beeinträchtigen kann.
-
Bei Patientinnen ab 75 Jahren wird eine sorgfältige Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses empfohlen, da in dieser Altersgruppe eine geringere Verträglichkeit beobachtet wurde.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist darauf hin, dass unter der Therapie mit Pembrolizumab ein atypisches Ansprechen auftreten kann, bei dem es initial zu einem vorübergehenden Tumorwachstum kommt. Es wird empfohlen, klinisch stabile Patientinnen bei einem initialen Progressionsbefund bis zur Bestätigung des Fortschreitens weiterzubehandeln. Zudem ist eine engmaschige Überwachung auf immunvermittelte Nebenwirkungen essenziell.
Häufig gestellte Fragen
Pembrolizumab ist in Kombination mit Chemotherapie für erwachsene Patientinnen mit lokal rezidivierendem, inoperablem oder metastasiertem triple-negativen Mammakarzinom (TNBC) zugelassen. Voraussetzung ist laut Bericht ein PD-L1-exprimierender Tumor mit einem CPS ≥ 10 und dass noch keine Chemotherapie im metastasierten Stadium erfolgte.
Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Es zeigt sich ein signifikanter Vorteil beim Gesamtüberleben, dem jedoch Nachteile bei spezifischen Nebenwirkungen wie Diarrhö und gastrointestinalen Erkrankungen gegenüberstehen.
In der bewerteten Studie KEYNOTE-355 wurde Pembrolizumab mit Paclitaxel oder nab-Paclitaxel kombiniert. Der G-BA definiert als zweckmäßige Vergleichstherapie generell eine Anthrazyklin- und/oder Taxan-haltige systemische Therapie.
Die empfohlene Dosis beträgt laut Fachinformation entweder 200 mg alle 3 Wochen oder 400 mg alle 6 Wochen. Die Verabreichung erfolgt als intravenöse Infusion über 30 Minuten.
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Quelle: IQWiG A21-145: Pembrolizumab (Mammakarzinom, triple-negativ, lokal rezidiviert/metastasiert, in Kombination mit Chemotherapie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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