Osteoporose: Diagnostik, Therapie und Prophylaxe
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie von 2023 behandelt die Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und Männern ab dem 50. Lebensjahr. Osteoporose ist definiert als systemische Skeletterkrankung, die durch eine niedrige Knochenmasse und eine mikroarchitektonische Verschlechterung des Knochengewebes charakterisiert ist. Dies führt zu einer erhöhten Knochenfragilität und einem gesteigerten Frakturrisiko.
Die klinische Bedeutung der Erkrankung macht sich vor allem am Auftreten von Frakturen und deren Folgen fest. Typische osteoporotische Frakturen betreffen den Schenkelhals, die Wirbelkörper, den proximalen Humerus und den distalen Radius. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Inzidenz dieser Frakturen exponentiell an.
Die operationale Diagnose einer Osteoporose nach WHO-Kriterien stützt sich auf eine Knochendichtemessung. Sie liegt vor, wenn der T-Score in der DXA-Messung an der Lendenwirbelsäule oder am proximalen Femur um mehr als 2,5 Standardabweichungen vom Mittelwert abweicht. Die Diagnose darf jedoch laut Leitlinie nie allein aus dem Messwert, sondern nur im weiteren klinischen Kontext und nach Ausschluss sekundärer Ursachen gestellt werden.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass nach dem Absetzen von Denosumab ein massiver Abfall der Knochendichte sowie ein starker Anstieg des Risikos für multiple Wirbelkörperfrakturen (Rebound-Phänomen) droht. Es wird daher dringend empfohlen, am Ende des Therapieintervalls von Denosumab (nach 6 Monaten) zwingend eine antiresorptive Anschlusstherapie, bevorzugt mit Zoledronat, durchzuführen.
Häufig gestellte Fragen
Nach der operationalen Definition der WHO liegt eine Osteoporose vor, wenn der T-Score in der DXA-Messung an der Lendenwirbelsäule oder am proximalen Femur kleiner oder gleich -2,5 Standardabweichungen ist. Die Leitlinie betont, dass diese Diagnose nur nach Ausschluss sekundärer Ursachen gestellt werden darf.
Die Indikation richtet sich laut Leitlinie nach dem individuellen 3-Jahres-Frakturrisiko. Ab einem Risiko von 5 % für Schenkelhals- und Wirbelkörperfrakturen wird eine spezifische medikamentöse Therapie empfohlen.
Das empfohlene Basislabor umfasst unter anderem Serum-Calcium, Phosphat, Alkalische Phosphatase, Gamma-GT, Kreatinin-Clearance, CRP, BSG, ein kleines Blutbild, TSH, Serum-Natrium und eine Serum-Eiweißelektrophorese. Eine generelle Bestimmung von 25-Hydroxy-Vitamin D wird nicht routinemäßig empfohlen.
Die Leitlinie gibt an, dass bei Abfall des Frakturrisikos unter die Therapieschwelle eine Therapiepause (Drug Holiday) erwogen werden sollte. Bei anhaltend hohem Risiko profitieren Betroffene jedoch von einer verlängerten Therapie (z. B. Alendronat bis zu 10 Jahre, Zoledronat bis zu 6 Jahre).
Es wird empfohlen, bei einer systemischen Glucocorticoid-Therapie von mindestens 7,5 mg Prednisolonäquivalent pro Tag über mehr als 3 Monate eine medikamentöse Osteoporosetherapie anzubieten. Bei hohem Frakturrisiko sollte hierbei einer osteoanabolen Therapie mit Teriparatid der Vorzug gegeben werden.
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Quelle: Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern ab dem 50. Lebensjahr (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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