IQWiG2017Onkologie

Osimertinib bei NSCLC: Zusatznutzen und Nebenwirkungen

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A17-20 bewertet den Zusatznutzen von Osimertinib bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). Die Bewertung bezieht sich spezifisch auf Tumore mit einer positiven T790M-Mutation des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR).

Voraussetzung für die betrachtete Population ist eine Vorbehandlung mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (EGFR-TKI). Zudem muss für die Betroffenen eine zytotoxische Chemotherapie infrage kommen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine zytotoxische Chemotherapie nach Maßgabe des Arztes oder Best Supportive Care festgelegt. Die Bewertung des Instituts stützt sich primär auf die Daten der Phase-III-Studie AURA3 im Vergleich zu Cisplatin in Kombination mit Pemetrexed.

Empfehlungen

Die Bewertung des IQWiG formuliert basierend auf der AURA3-Studie folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Mortalität und Gesamtüberleben

Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich laut Bericht kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Daraus ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Osimertinib im Vergleich zu Cisplatin plus Pemetrexed.

Morbidität und Lebensqualität

In den Kategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität ergeben sich ausschließlich positive Effekte für den bewerteten Wirkstoff. Es wird ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen für folgende Parameter abgeleitet:

  • Symptome wie Fatigue, Übelkeit, Erbrechen, Dyspnoe, Schlaflosigkeit und Alopezie

  • Globaler Gesundheitsstatus

  • Körperliche Funktion, Rollenfunktion und soziale Funktion

Nebenwirkungen und Sicherheit

Für den Endpunkt schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten der Intervention. Der Bericht leitet hieraus einen Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden mit dem Ausmaß "erheblich" ab.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau der positiven Effekte auf Symptomatik, Lebensqualität und schwere Nebenwirkungen sieht das Institut einen Vorteil gegenüber der Vergleichstherapie. Es wird ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren, mindestens beträchtlichen Zusatznutzen für Osimertinib festgestellt.

Dosierung

Die Einleitung einer Therapie sollte durch einen in der Krebstherapie erfahrenen Arzt erfolgen. Vor Behandlungsbeginn muss der EGFR-T790M-Mutationsstatus durch einen validierten Test (Gewebe- oder Plasmaprobe) bestätigt werden.

WirkstoffStandarddosisDosisreduktion bei Toxizität
Osimertinib80 mg 1-mal täglich40 mg 1-mal täglich

Die Einnahme erfolgt bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität. Bei Verdacht auf eine Überdosierung wird eine Unterbrechung der Gabe und eine symptomatische Therapie empfohlen.

Kontraindikationen

Laut den dem Bericht zugrunde liegenden Fachinformationen bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile

  • Gleichzeitige Anwendung von Johanniskraut (kontraindiziert)

  • Schwangerschaft und Stillzeit (Anwendung nur, wenn klinisch zwingend erforderlich)

Besondere Warnhinweise

Es wird auf das Risiko einer schweren, lebensbedrohlichen interstitiellen Lungenerkrankung (ILD) oder Pneumonitis hingewiesen. Bei akutem Auftreten oder ungeklärter Verschlechterung von Atemwegssymptomen sollte die Therapie bis zur Abklärung unterbrochen werden.

Zudem wird eine Verlängerung des QTc-Intervalls beschrieben. Bei Patienten mit kardiologischen Risikofaktoren wird eine Überwachung der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) empfohlen.

Bei Anzeichen einer Keratitis (Augenentzündung, Lichtempfindlichkeit, Augenschmerzen) wird eine umgehende Überweisung an einen Augenarzt angeraten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt vor der Verordnung von Osimertinib ist die zwingende Notwendigkeit einer molekularpathologischen Diagnostik. Der Bericht betont, dass der EGFR-T790M-Mutationsstatus vor Therapiebeginn durch einen validierten und robusten Test aus Tumor-DNA oder zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) gesichert sein muss. Ohne diesen Nachweis ist der Einsatz des Wirkstoffs in dieser Indikation nicht vorgesehen.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren, mindestens beträchtlichen Zusatznutzen im Vergleich zu Cisplatin plus Pemetrexed. Dieser basiert vor allem auf Verbesserungen bei der Lebensqualität, der Symptomatik und weniger schweren Nebenwirkungen.

In der zugrunde liegenden AURA3-Studie zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben zwischen den Behandlungsgruppen. Ein Zusatznutzen für diesen spezifischen Endpunkt ist laut Bericht nicht belegt.

Die empfohlene Standarddosis beträgt 80 mg einmal täglich. Bei auftretenden Toxizitäten kann eine Dosisreduktion auf 40 mg einmal täglich erforderlich werden.

Zu den relevanten Risiken zählen interstitielle Lungenerkrankungen (ILD), QTc-Zeit-Verlängerungen und Keratitis. Bei ungeklärten Atemwegssymptomen wird eine sofortige Unterbrechung der Therapie zur Abklärung empfohlen.

Bei schwerer Einschränkung der Leberfunktion wird die Anwendung nicht empfohlen. Bei Patienten mit schwerer und terminaler Niereninsuffizienz sollte die Behandlung laut den Dokumenten nur mit Vorsicht erfolgen.

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Quelle: IQWiG A17-20: Osimertinib (NSCLC) - Nutzenbewertung gemäß §35a SGB V (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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