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Breuß-Diät bei Krebs: Leitlinie & Risiken (Onkopedia)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Onkopedia Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Breuß-Diät ist eine 42-tägige Fastenkur, bei der ausschließlich spezielle Gemüsesäfte (max. 500 ml/Tag) und Tees erlaubt sind.
  • Es gibt keine kontrollierten klinischen Studien, die eine Wirksamkeit der Diät gegen Krebs belegen.
  • Die Kur birgt ein hohes Risiko für lebensgefährliche Mangelernährung, Kachexie und Muskelschwund.
  • Der vom Erfinder geforderte Abbruch konventioneller Tumortherapien während der Kur stellt eine massive Gefährdung für Patienten dar.
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Hintergrund

Die Breuß-Diät (auch "Krebskur total") wurde von dem österreichischen Heilpraktiker Rudolf Breuss (1899-1990) entwickelt. Sie basiert auf der unbelegten Annahme, dass Krebszellen ausschließlich von fester Nahrung leben und durch eine 42-tägige Saft- und Teefastenkur "ausgehungert" werden können. Breuss behauptete, dass der Körper den Tumor nach einer proteinfreien Diät attackiere und zerstöre.

Durchführung der Breuß-Kur

Während der 42-tägigen Kur ist feste Nahrung streng verboten. Die tägliche Nahrungsaufnahme beschränkt sich auf strikt vorgegebene Flüssigkeiten. Zudem fordert die Methode, konventionelle Krebstherapien während der Kur abzubrechen.

KomponenteZusammensetzungDosierung / Anwendung
GemüsesaftRote Bete, Möhren, Sellerie, Schwarzer Rettich (bei Leberkarzinom + Kartoffel)Max. 500 ml/Tag (zwingend biologischer Anbau)
SalbeiteeSalbei, Johanniskraut, Pfefferminze, ZitronenmelisseNach Wunsch
NierenteeAcker-Schachtelhalm, Brennnessel, Vogelknöterich, JohanniskrautNur in den ersten 3 Wochen
StorchschnabelteeStinkender Storchschnabel1/2 Tasse kalter Tee pro Tag

Hinweis: Bei Leukämien erlaubt Breuss abweichend die Aufnahme von Nahrungsmitteln, verbietet jedoch Fleischbrühe, Rind- und Schweinefleisch sowie aufgewärmte Speisen.

Wirksamkeit und Evidenz

Es existieren keine kontrollierten klinischen Studien, die eine Wirksamkeit der Breuß-Diät belegen.

  • Eine einzige kleine Beobachtungsstudie mit acht Patienten ohne Kontrollgruppe lässt keine validen Rückschlüsse zu.
  • Tierexperimentelle Daten zeigen, dass Fasten (als Form der Mangelernährung) das Tumorwachstum nicht hemmt. Möglicherweise kann das Tumorwachstum dadurch sogar stimuliert werden.

Sicherheit und Risiken

Die Leitlinie warnt eindringlich vor der Anwendung der Breuß-Diät bei onkologischen Patienten.

RisikoKlinische Konsequenz
Mangelernährung & KachexieDurch die extreme Kalorienrestriktion kommt es zu raschem Gewichtsverlust (dokumentiert sind 9-16 kg). Mangelernährung verschlechtert Morbidität, Mortalität und Lebensqualität signifikant.
TherapieverzögerungDurch das Verbot konventioneller Therapien können lebensrettende oder palliative Maßnahmen versäumt werden.

Für Patienten, bei denen die Gefahr einer Mangelernährung, einer Kachexie oder von Muskelschwund besteht, stellt die Breuß-Diät aufgrund der Kalorienrestriktion eine relative Kontraindikation dar.

💡Praxis-Tipp

Raten Sie Krebspatienten aktiv von der Breuß-Diät ab. Klären Sie darüber auf, dass Tumore nicht durch Fasten 'ausgehungert' werden können und eine Mangelernährung die Prognose der Krebserkrankung signifikant verschlechtert.

Häufig gestellte Fragen

Eine 42-tägige Fastenkur für Krebspatienten, bei der ausschließlich spezielle Gemüsesäfte (maximal 500 ml pro Tag) und bestimmte Kräutertees konsumiert werden dürfen.
Nein. Es liegen keine kontrollierten klinischen Studien vor, die eine Wirksamkeit gegen Krebs belegen.
Die größten Gefahren sind eine lebensbedrohliche Mangelernährung (Kachexie) mit massivem Gewichtsverlust sowie der vom Erfinder geforderte Abbruch wirksamer konventioneller Krebstherapien.
Nein. Es gibt keine Belege dafür, dass Fasten das Tumorwachstum beim Menschen hemmt. Tierexperimente deuten sogar darauf hin, dass Fasten das Tumorwachstum teilweise stimulieren kann.

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