ClariMedClariMed

Aromatherapie in der Onkologie: Leitlinie (Onkopedia)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Onkopedia Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die S3-Leitlinie gibt aufgrund der geringen Datenlage keine generelle Empfehlung für die Aromatherapie in der Onkologie.
  • Es gibt Anhaltspunkte für kurzfristige positive Effekte bei Angstzuständen, Depressivität und Schlafstörungen.
  • Mundspülungen mit ätherischen Ölen können eine strahlen- oder chemotherapieinduzierte Mukositis lindern.
  • Bei östrogenabhängigen Tumoren ist Vorsicht geboten (insbesondere bei Lavendel- und Teebaumöl).
  • Die inhalative Aromatherapie ist bei Patienten mit Asthma strikt kontraindiziert.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Die Aromatherapie (Therapie mit ätherischen Ölen) umfasst die kontrollierte Anwendung aromatischer Pflanzenöle zur Verbesserung des körperlichen und emotionalen Wohlbefindens. In der Onkologie wird sie primär supportiv eingesetzt. Die Anwendung erfolgt meist durch Aromatherapie-Massagen (üblicherweise in einer Verdünnung von 2,5 % in einem Trägeröl), Inhalation oder als Badezusatz. Zu den häufigsten Ölen zählen Lavendel, Rosmarin, Kamille und Pfefferminze.

Klinische Wirksamkeit

Die Datenlage basiert vorwiegend auf Studien mit sehr niedriger bis niedriger Ergebnissicherheit. Für einige Symptome zeigen sich kurzfristige positive Effekte, während bei anderen keine eindeutigen Schlüsse gezogen werden können.

SymptomApplikationsformEvidenz / Effekt
AngstzuständeMassagePositiver Effekt (sehr niedrige Evidenz)
DepressivitätMassagePositiver Effekt (niedrige Evidenz)
SchlafstörungenInhalation / MassagePositiver Effekt (sehr niedrige Evidenz)
ObstipationMassagePositiver Effekt bei fortgeschrittenem Krebs
MukositisMundspülungPositiver Effekt (Kamille/Pfefferminze bei allo-SZT; Manuka/Kanuka bei Radiotherapie)
XerostomieInhalationPositiver Effekt (geringere Speicheldrüsenschäden)
Fatigue, Schmerz, ÜbelkeitDiverseKeine Schlussfolgerung möglich (widersprüchliche Daten)

Leitlinien-Empfehlung

Die S3-Leitlinie "Komplementärmedizin in der Behandlung onkologischer Patient*innen" (Stand September 2021) gibt zur Aromatherapie-Massage keine Empfehlung ab. Begründet wird dies mit der geringen beziehungsweise widersprüchlichen Datenlage zu den einzelnen Symptomen.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Ätherische Öle gelten im Allgemeinen als sicher, dennoch sind unerwünschte Wirkungen möglich:

  • Haut: Lokale Reizungen und Kontaktdermatitis (oft durch Trägeröle oder längeren Kontakt).
  • Phototoxizität: Insbesondere bei Zitrusölen nach direkter Sonnenexposition.
  • Psychologisch: Negative Reaktionen, wenn Gerüche mit schlechten Erinnerungen verknüpft sind.
  • Kardiovaskulär: Süßorangenöl kann eine stimulierende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System haben.

Interaktionen

Ätherische Öle können Schläfrigkeit oder Benommenheit verursachen. Dies kann zu Wechselwirkungen mit ZNS-dämpfenden Medikamenten führen. Besondere Vorsicht gilt bei der gleichzeitigen Gabe von:

  • Betäubungsmitteln / Opiaten (z. B. Morphin, Oxycodon)
  • Beruhigungs- und Anti-Angstmitteln (z. B. Lorazepam, Diazepam, Alprazolam)

Kontraindikationen und Warnhinweise

Situation / ErkrankungBemerkung / Risiko
AsthmaStrikte Kontraindikation für Inhalations-Aromatherapie
Östrogenabhängige TumorenVorsicht bei Lavendel- und Teebaumöl (Risiko einer Gynäkomastie)
Hautdefekte, KrampfadernKontraindikation für lokale Aromatherapie-Massage
Schwangerschaft / StillzeitGenerelle Vorsicht geboten
Leber- oder NierenerkrankungenGenerelle Vorsicht geboten

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie bei Patienten mit Asthma strikt auf die inhalative Aromatherapie und klären Sie Patienten über die verstärkte Schläfrigkeit auf, wenn gleichzeitig ZNS-dämpfende Medikamente wie Opiate oder Benzodiazepine eingenommen werden.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Die aktuelle S3-Leitlinie zur Komplementärmedizin gibt aufgrund der geringen und teils widersprüchlichen Datenlage keine Empfehlung für die Aromatherapie ab.
Es gibt Anhaltspunkte für eine kurzfristige Linderung bei Angstzuständen, Depressivität, Schlafstörungen und strahlen- bzw. chemotherapieinduzierter Mukositis.
Möglich sind lokale Hautreizungen, Kontaktdermatitis und bei bestimmten Ölen (wie Zitrusölen) eine Phototoxizität bei Sonnenexposition.
Ja, einige Aromatherapien können Schläfrigkeit verursachen und die Wirkung von ZNS-dämpfenden Medikamenten wie Morphin, Lorazepam oder Diazepam verstärken.
Die Inhalation ist bei Asthma kontraindiziert. Massagen sollten nicht bei Hautrissen oder Krampfadern erfolgen. Bei östrogenabhängigen Tumoren ist Vorsicht mit Lavendel- und Teebaumöl geboten.

Verwandte Leitlinien