WHO2023

One Health: Nationale Umsetzung und 5-Schritte-Plan

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Leitlinie der WHO, FAO, UNEP und WOAH (Quadripartite) aus dem Jahr 2023 beschreibt die nationale Umsetzung des One Health Joint Plan of Action (OH JPA). Der One Health-Ansatz zielt darauf ab, die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und Ökosystemen nachhaltig ins Gleichgewicht zu bringen.

Es wird betont, dass komplexe Gesundheitsbedrohungen wie Zoonosen, antimikrobielle Resistenzen (AMR) und der Klimawandel eine sektorübergreifende Zusammenarbeit erfordern. Die Leitlinie dient als praktischer Rahmen, um bestehende nationale Programme zu integrieren und zu stärken.

Der Leitfaden richtet sich an nationale Behörden und relevante Akteure aus allen beteiligten Sektoren. Er basiert auf drei Veränderungspfaden (Pathways of Change) und sechs zentralen Aktionsbereichen (Action Tracks).

Empfehlungen

Die Leitlinie empfiehlt einen systematischen 5-Schritte-Prozess zur nationalen Implementierung des One Health-Ansatzes.

Schritt 1: Situationsanalyse

Es wird empfohlen, zunächst eine umfassende Situationsanalyse durchzuführen. Diese sollte eine Kartierung der relevanten Akteure (Stakeholder Mapping) sowie eine Überprüfung bestehender Governance-Strukturen umfassen.

Zudem rät die Leitlinie dazu, bereits abgeschlossene sektorale Bewertungen und Pläne zu analysieren, um Doppelarbeiten zu vermeiden.

Schritt 2: Sektorübergreifende Koordinierungsmechanismen

Die Etablierung oder Stärkung eines nationalen, sektorübergreifenden One Health-Koordinierungsmechanismus wird als essenziell beschrieben.

Dieser Mechanismus sollte laut Leitlinie folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Gleichberechtigte Vertretung der Sektoren Mensch, Tier, Pflanze und Umwelt

  • Einbindung weiterer relevanter Bereiche wie Finanzen, Bildung und Forschung

  • Berücksichtigung von Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion

Schritt 3: Planung der Implementierung

Die Leitlinie empfiehlt die Entwicklung eines priorisierten und budgetierten nationalen One Health-Aktionsplans. Dieser sollte auf den drei Pfaden der Veränderung (Pathways of Change) basieren.

PfadFokusbereichKernaktivitäten
Pfad 1Governance, Politik, Finanzierung und AdvocacyAufbau von Rechtsrahmen, Mobilisierung von Investitionen, politische Bewusstseinsbildung
Pfad 2Institutionelle Entwicklung und sektorale IntegrationKapazitätsaufbau, gemeinsame Schulungen, operative Umsetzung auf lokaler Ebene
Pfad 3Daten, Evidenz und InformationsaustauschIntegrierte Überwachungssysteme, gemeinsame Datennutzung, Forschung

Zusätzlich wird die Erstellung einer Investitionsstrategie sowie eines Rahmens für Monitoring, Evaluierung und Lernen (MEL) empfohlen.

Schritt 4 und 5: Umsetzung und Evaluierung

Die operative Umsetzung sollte sich an den sechs Aktionsbereichen des OH JPA orientieren, darunter Zoonosen-Prävention, Lebensmittelsicherheit und AMR-Bekämpfung.

Abschließend wird ein kontinuierlicher Überprüfungsprozess empfohlen. Gewonnene Erkenntnisse und Best Practices sollten regelmäßig zwischen den Sektoren und international geteilt werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, One Health-Initiativen als isolierte, neue Programme aufzubauen, was zu einer Fragmentierung von Ressourcen führen kann. Stattdessen wird nachdrücklich empfohlen, den Ansatz in bereits bestehende nationale Aktionspläne und sektorale Budgets zu integrieren. Ein gemeinsames, sektorübergreifendes Budget wird als entscheidend angesehen, um schädliche Konkurrenz um Fördermittel zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie müssen mindestens die Kernsektoren menschliche Gesundheit, Tiergesundheit, Pflanzengesundheit und Umwelt vertreten sein. Es wird zudem empfohlen, weitere Bereiche wie Finanzen, Justiz und Forschung in die Koordinierungsgremien einzubinden.

Die Leitlinie empfiehlt die Erstellung einer nationalen Investitionsstrategie, die sowohl inländische als auch internationale Geldquellen bündelt. Es wird geraten, Silo-Finanzierungen aufzubrechen und gemeinsame Budgets zu schaffen, um die Kosteneffizienz zu steigern.

Es wird der Aufbau integrierter Informations- und Frühwarnsysteme empfohlen, die Daten aus allen Sektoren zusammenführen. Die Leitlinie betont, dass ein transparenter Datenaustausch für die Risikoanalyse und Ausbruchsprävention unerlässlich ist.

Die Leitlinie definiert sechs Kernbereiche, darunter die Stärkung von Gesundheitssystemen, die Reduzierung von Zoonose-Risiken und die Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (AMR). Weitere Schwerpunkte sind Lebensmittelsicherheit, vernachlässigte Tropenkrankheiten und der Umweltschutz.

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Quelle: A guide to implementing the One Health Joint Plan of Action at national level (WHO, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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