WHO2019

Ohr- und Hörversorgung: Indikatoren für das Monitoring

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Prävalenz von Hörverlust steigt weltweit an. Laut der WHO-Leitlinie "Ear and hearing care: indicators for monitoring provision of services" (2019) leben die meisten betroffenen Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Ein unbehandelter Hörverlust hat weitreichende Auswirkungen auf Gesundheit, Kognition, Kommunikation und soziale Teilhabe. Die Leitlinie betont die Notwendigkeit, Strategien zur Ohr- und Hörversorgung in bestehende Gesundheitssysteme zu integrieren.

Um diese Integration zu unterstützen, wurde ein standardisiertes Set von Kern- und Zusatzindikatoren entwickelt. Diese Indikatoren basieren auf den sechs Bausteinen für Gesundheitssysteme der Weltgesundheitsorganisation und dienen der Überwachung des nationalen Versorgungsstatus.

Empfehlungen

Die Leitlinie strukturiert die Kernindikatoren nach den Bausteinen des Gesundheitssystems:

Führung und Steuerung

Es wird die Erfassung von Kernindikatoren zur strategischen Umsetzung empfohlen. Dazu gehört der prozentuale Anteil der Bezirke oder Regionen, in denen eine Strategie zur Ohr- und Hörversorgung implementiert wird.

Zudem wird die Erfassung der erreichten Bevölkerungsgröße als Kernindikator definiert.

Leistungserbringung und Screening

Im Bereich der Servicebereitstellung formuliert das Dokument klare Überwachungsziele:

  • Erfassung des Prozentsatzes der Neugeborenen, die durch ein Hörscreening-Programm untersucht werden

  • Dokumentation des Anteils der Schulen, die Hörscreenings als Teil der Schulgesundheitsdienste durchführen

  • Ermittlung des Anteils tertiärer Gesundheitseinrichtungen, die chirurgische und audiologische Dienste anbieten

Gesundheitspersonal

Zur Überwachung der personellen Ressourcen wird die Erhebung spezifischer Quoten pro 100.000 Einwohner empfohlen. Die Leitlinie nennt hierbei:

  • Die Quote der verfügbaren HNO-Fachärzte (aufgeschlüsselt nach städtischen und ländlichen Gebieten)

  • Die Quote der audiologischen Fachkräfte

  • Die Quote weiterer ausgebildeter Fachkräfte für die Ohr- und Hörversorgung

Medizinprodukte und Gesundheitsinformationen

Ein weiterer Kernindikator ist der prozentuale Anteil der Zielbevölkerung, der Impfungen gegen Röteln, Meningitis, Mumps und Masern erhält.

Zusätzlich wird empfohlen, die Anzahl der Personen zu erfassen, die mit Hörgeräten oder Cochlea-Implantaten versorgt wurden.

Hinsichtlich der Gesundheitsinformationen betont die Leitlinie die Wichtigkeit, die Prävalenz von Hörverlust und Ohrenerkrankungen regelmäßig in bevölkerungsbezogenen Studien zu erheben.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt der Leitlinie ist die Integration der Indikatoren in das bestehende, staatlich geführte Gesundheitsinformationssystem. Es wird betont, dass die Datenerhebung nicht isoliert, sondern als fester Bestandteil der nationalen Gesundheitsberichterstattung erfolgen sollte. Dies ermöglicht eine nachhaltige Überwachung und den internationalen Vergleich der Versorgungsqualität.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie definiert die Durchimpfungsrate gegen Röteln, Meningitis, Mumps und Masern als entscheidenden Kernindikator. Es wird hervorgehoben, dass diese Impfungen essenziell für die Prävention von relevanten Erkrankungen sind.

Laut dem Dokument wird empfohlen, bevölkerungsbezogene Studien zur Prävalenz von Hörverlust und Ohrenerkrankungen mindestens alle 10 Jahre durchzuführen. Dies dient der Erkennung von Trends und der Anpassung von Public-Health-Strategien.

Das Monitoring umfasst die Verfügbarkeit von HNO-Fachärzten, audiologischem Fachpersonal sowie weiteren geschulten Gesundheitsfachkräften. Die Leitlinie empfiehlt, diese Daten als Quote pro 100.000 Einwohner und getrennt nach Stadt- und Landbevölkerung zu erheben.

Die Dokumentation von Neugeborenen-Hörscreenings wird als zentraler Kernindikator aufgeführt. Ebenso wird die Erfassung von Hörscreenings in Schulen im Rahmen der Schulgesundheitsdienste empfohlen.

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Quelle: Ear and hearing care: indicators for monitoring provision of services (WHO, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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