Notfallechokardiographie: Leitlinien-Empfehlungen 2024
Hintergrund
Die Notfallechokardiographie ist ein zentraler Pfeiler der Akut- und Intensivmedizin zur schnellen Diagnostik und Therapieeinleitung bei hämodynamisch instabilen Patienten. Das Update 2024 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) fokussiert sich auf aktuelle Aspekte und ergänzt die bestehenden Empfehlungen von 2013.
Neben der klassischen transthorakalen (TTE) und transösophagealen Echokardiographie (TEE) rücken zunehmend die Lungen- und Gefäßsonographie in den Fokus. Moderne Verfahren wie die 3D-Echokardiographie und das Deformations-Imaging werden ebenfalls als wertvolle Ergänzungen im Notfallsetting bewertet.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der strukturierten und fokussierten Untersuchung, die auch unter schwierigen Bedingungen eine sichere Diagnose ermöglicht. Der Einsatz portabler Ultraschallgeräte wird begrüßt, wobei auf die Einhaltung von Dokumentations- und Hygienestandards geachtet werden muss.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei der Beurteilung eines Perikardergusses nicht nur die Größe, sondern vor allem die echokardiographischen Zeichen der hämodynamischen Relevanz entscheidend sind. Ein Frühzeichen der Tamponade ist der systolische Kollaps des rechten Vorhofs, während der diastolische Kollaps des rechten Ventrikels als Spätzeichen gilt. Zudem wird betont, dass bei hochgradiger Trikuspidalklappeninsuffizienz die Abschätzung des systolischen Pulmonalisdrucks aufgrund des Druckangleichs unzuverlässig ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie basiert der VExUS-Score auf der Weite der Vena cava inferior (≥ 2,1 cm) in Kombination mit der Beurteilung der Flussprofile in den Leber-, Portal- und Nierenvenen. Er dient der Graduierung der venösen Stauung und gilt als Prädiktor für ein akutes Nierenversagen.
Die Leitlinie nennt als typische Zeichen eine Rechtsherzdilatation, eine reduzierte TAPSE (< 17 mm) und das sogenannte McConnell-Zeichen. Letzteres beschreibt eine Akinesie der freien rechtsventrikulären Wand bei erhaltener apikaler Kontraktion.
Infektiöse Vegetationen stellen sich echokardiographisch meist als echoarme, hypermobile Strukturen dar, die sich in Flussrichtung befinden. Degenerative Veränderungen sind hingegen oft echoreich, verkalkt und weniger mobil.
Bei Kontakt mit intakter Haut reicht gemäß Leitlinie eine Low-level-Desinfektion aus. Kommt die Sonde mit kontaminierter Haut in Berührung, wird die Verwendung einer Einmalhülle empfohlen, während TEE-Sonden immer eine High-level-Desinfektion benötigen.
Es wird empfohlen, die Funktion des linksventrikulären Unterstützungssystems (LVAD) immer im Zusammenhang mit der nativen Herzfunktion, der Aortenklappenöffnung und dem aktuellen Blutdruck zu beurteilen. Ein sogenannter "ramp test" hilft bei der Diagnose von Gerätestörungen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Manual zur Notfallechokardiographie aus Sicht des Kardiologen, Akut- und Notfallmediziners – Update 2024 (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Manual zur Indikation und Durchführung spezieller echokardiographischer Anwendungen
Manual zur Indikation und Durchführung der Echokardiographie Update 2020 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie
Konsensuspapier zur fokussierten transösophagealen Echokardiographie (fTEE) in der Klinischen Akut- und Notfallmedizin Aus der Kommission für
Transthorakale Echokardiographie
Sachkunde Interventionelle Echokardiographie
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen