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Nichtkardiale Eingriffe (NCS): Kardiale Risikobewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) übernommene ESC-Leitlinie behandelt das kardiovaskuläre Management von Personen, die sich einem nichtkardialen chirurgischen Eingriff (NCS) unterziehen. Ziel ist es, das perioperative Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen wie Myokardinfarkte oder Schlaganfälle zu minimieren.

Das Gesamtrisiko ergibt sich aus dem Zusammenspiel von individuellen Faktoren und dem operationsbedingten Risiko. Eine strukturierte präoperative Bewertung hilft dabei, Art und Zeitpunkt des Eingriffs optimal zu planen und potenziell lebensbedrohliche Komplikationen abzuwenden.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer multidisziplinären Zusammenarbeit zwischen Chirurgie, Anästhesie und Kardiologie. Insbesondere bei Hochrisikoeingriffen oder vorbestehenden kardialen Erkrankungen ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung essenziell.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist das routinemäßige Bridging von oralen Antikoagulanzien. Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, bei Personen mit niedrigem oder mittlerem Thromboserisiko eine Überbrückungstherapie durchzuführen, da dies das Blutungsrisiko ohne signifikanten Nutzen erhöht. Zudem wird betont, dass ein routinemäßiges präoperatives EKG bei jungen, gesunden Personen vor risikoarmen Eingriffen keinen Mehrwert bietet und unterlassen werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie hängt die Pausierung von der Nierenfunktion, dem spezifischen Präparat und dem Blutungsrisiko des Eingriffs ab. Bei Eingriffen mit geringem Blutungsrisiko und normaler Nierenfunktion wird meist eine Pause von 24 Stunden empfohlen, während bei hohem Blutungsrisiko oder eingeschränkter Nierenfunktion Pausen von 48 bis 96 Stunden notwendig sein können.

Die Leitlinie empfiehlt, bei Personen ohne Herzinsuffizienz das Aussetzen von RAAS-Inhibitoren am Tag des Eingriffs zu erwägen. Dies dient der Vermeidung von perioperativen Hypotonien.

Ein 12-Kanal-EKG wird vor Eingriffen mit mittlerem und hohem Risiko empfohlen, wenn eine kardiovaskuläre Erkrankung bekannt ist, Risikofaktoren vorliegen oder die Person 65 Jahre oder älter ist. Bei risikoarmen Eingriffen und fehlenden Risikofaktoren wird ein routinemäßiges EKG nicht empfohlen.

Die Diagnose eines PMI erfordert laut Leitlinie die Messung von hochsensitivem Troponin (hs-cTn T oder I) vor der Operation sowie seriell 24 und 48 Stunden danach. Ein absoluter Anstieg über den oberen Referenzwert weist auf einen Myokardschaden hin und sollte eine weitere klinische Abklärung nach sich ziehen.

Es wird empfohlen, einen elektiven nichtkardialen Eingriff bis sechs Monate nach einer elektiven PCI aufzuschieben. Nach einem akuten Koronarsyndrom (ACS) sollte der Eingriff gemäß Leitlinie idealerweise um zwölf Monate verschoben werden.

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Quelle: Pocket-Leitlinie: Nichtkardiale chirurgische Eingriffe (NCS) (Version 2022) (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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