ClariMedClariMed

Varikosis (Krampfadern): Leitlinie zur Therapie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Duplexsonografie ist das diagnostische Mittel der Wahl zur Bestätigung von Varizen und zur Therapieplanung.
  • Die endothermale Ablation ist die Therapie der ersten Wahl bei einem bestätigten Stammvenenreflux.
  • Kompressionsstrümpfe sollen nicht als primäre Therapie verordnet werden, es sei denn, interventionelle Verfahren sind ungeeignet.
  • Bei blutenden Varizen muss eine sofortige Überweisung an eine spezialisierte Gefäßchirurgie erfolgen.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Varizen sind erweiterte, oft tastbare subkutane Venen mit umgekehrtem Blutfluss, die meist an den Beinen auftreten. Während sie bei einigen Patienten asymptomatisch bleiben, verursachen sie bei anderen Schmerzen, Juckreiz oder ein Schweregefühl und schränken die Lebensqualität ein. Im Verlauf können Komplikationen wie Hautpigmentierungen, Blutungen, tiefe Venenthrombosen oder venöse Ulzera auftreten.

Indikationen zur Überweisung

Eine Überweisung an eine spezialisierte Gefäßchirurgie oder ein venöses Kompetenzzentrum ist bei folgenden Kriterien indiziert:

DringlichkeitKlinisches Bild
SofortBlutende Varizen
ElektivSymptomatische primäre oder rezidivierende Varizen
ElektivHautveränderungen der unteren Extremität (z. B. Pigmentierung, Ekzem) durch chronisch venöse Insuffizienz
ElektivOberflächliche Venenthrombose (harte, schmerzhafte Venen) mit Verdacht auf venöse Inkompetenz
ElektivAktuelles venöses Ulcus cruris (Hautdefekt unterhalb des Knies, der nach 2 Wochen nicht abgeheilt ist)
ElektivAbgeheiltes venöses Ulcus cruris

Diagnostik

Die Duplexsonografie ist das Verfahren der Wahl. Sie dient der Bestätigung der Diagnose, der Beurteilung des Ausmaßes eines Stammvenenrefluxes und der Therapieplanung bei Verdacht auf primäre oder rezidivierende Varizen.

Therapie: Stufenschema

Für Patienten mit bestätigten Varizen und Stammvenenreflux empfiehlt die Leitlinie folgendes Vorgehen:

StufeTherapieBemerkung
1. WahlEndothermale AblationRadiofrequenzablation oder endovenöse Lasertherapie
2. WahlUltraschallgesteuerte SchaumsklerosierungNur indiziert, wenn endothermale Ablation ungeeignet ist
3. WahlChirurgische InterventionNur indiziert, wenn Schaumsklerosierung ungeeignet ist

Hinweis: Wenn inkompetente Seitenäste (Tributärvenen) behandelt werden sollen, sollte dies nach Möglichkeit zeitgleich mit der Stammvenentherapie erfolgen.

Konservative Therapie und Kompression

  • Kompressionsstrümpfe sollen nicht zur primären Behandlung von Varizen angeboten werden, es sei denn, interventionelle Behandlungen sind ungeeignet.
  • Wenn Kompressionsverbände oder -strümpfe nach einer interventionellen Behandlung eingesetzt werden, sollten diese für nicht länger als 7 Tage getragen werden.

Management in der Schwangerschaft

  • Schwangere sollen über den Einfluss der Schwangerschaft auf Varizen aufgeklärt werden.
  • Interventionelle Behandlungen dürfen während der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden (außer in absoluten Ausnahmesituationen).
  • Zur Linderung von Beinschwellungen im Zusammenhang mit Varizen können während der Schwangerschaft Kompressionsstrümpfe erwogen werden.

💡Praxis-Tipp

Verordnen Sie Kompressionsstrümpfe bei Varikosis nicht routinemäßig als primäre Therapie. Nutzen Sie primär die Duplexsonografie zur Diagnostik und evaluieren Sie die Möglichkeit einer endothermalen Ablation.

Häufig gestellte Fragen

Eine sofortige Überweisung an einen Spezialisten ist bei blutenden Varizen indiziert.
Die Duplexsonografie wird zur Bestätigung der Diagnose und zur Beurteilung des Stammvenenrefluxes empfohlen.
Die Therapie der ersten Wahl ist die endothermale Ablation (z.B. Radiofrequenz- oder Laserablation).
Kompressionsverbände oder -strümpfe sollten nach einer interventionellen Behandlung für maximal 7 Tage getragen werden.
Nein, interventionelle Behandlungen sollten in der Schwangerschaft außer in absoluten Ausnahmefällen nicht durchgeführt werden. Zur Symptomlinderung können Kompressionsstrümpfe eingesetzt werden.

Verwandte Leitlinien