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ADHS Leitlinie: Diagnostik und Therapie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Diagnosestellung erfolgt ausschließlich durch Spezialisten basierend auf einem klinischen Assessment und den DSM-5- oder ICD-11-Kriterien.
  • Bei Kindern unter 5 Jahren ist ein ADHS-fokussiertes Eltern-Training die First-Line-Therapie; eine Medikation ist nicht routinemäßig empfohlen.
  • Methylphenidat ist die medikamentöse First-Line-Therapie für Kinder ab 5 Jahren und Jugendliche.
  • Bei Erwachsenen gelten Lisdexamfetamin oder Methylphenidat als medikamentöse Mittel der ersten Wahl.
  • Ein routinemäßiges EKG oder Blutuntersuchungen sind vor Therapiebeginn ohne spezifische Indikation nicht empfohlen.
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Hintergrund

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist durch Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit gekennzeichnet. Die Symptome müssen in mehreren Lebensbereichen (z. B. Schule, Beruf, Zuhause) auftreten und zu einer moderaten bis schweren psychologischen, sozialen, schulischen oder beruflichen Beeinträchtigung führen.

Risikogruppen und Erkennung

Bei bestimmten Personengruppen ist die Prävalenz von ADHS erhöht. Zudem wird ADHS bei Mädchen und Frauen häufig unterdiagnostiziert oder fehldiagnostiziert. Zu den Risikogruppen gehören unter anderem:

  • Frühgeborene
  • Pflegekinder
  • Personen mit Stimmungsstörungen (z. B. Angst, Depression)
  • Personen mit Epilepsie oder erworbenen Hirnschäden
  • Personen mit anderen neurologischen Entwicklungsstörungen (z. B. Autismus-Spektrum-Störung, Tic-Störungen, Lernbehinderungen)

Diagnostik

Die Diagnose darf nur durch einen Spezialisten (Psychiater, Pädiater oder entsprechend qualifiziertes Fachpersonal) gestellt werden.

  • Eine Diagnose darf nicht allein auf Basis von Fragebögen oder Beobachtungsdaten gestellt werden.
  • Die Symptome müssen die Kriterien nach DSM-5 oder ICD-11 erfüllen.
  • Als optionale Unterstützung kann der QbTest bei Personen im Alter von 6 bis 17 Jahren eingesetzt werden.
  • Ein universelles Screening in Schulen oder Kindergärten wird nicht empfohlen.

Therapie-Stufenschema

Die Therapie richtet sich nach dem Alter und der Schwere der Beeinträchtigung. Umweltanpassungen (Environmental Modifications) sollten stets vor einer medikamentösen Therapie implementiert und evaluiert werden.

AltersgruppeFirst-Line-TherapieSecond-Line / Ergänzung
Unter 5 JahreADHS-fokussiertes Eltern-Training (Gruppe)Spezialisten-Konsil (keine routinemäßige Medikation)
Ab 5 Jahren & JugendlicheUmweltanpassungen + Eltern-TrainingMedikation (bei persistierender Beeinträchtigung)
ErwachseneMedikation (bei persistierender Beeinträchtigung)Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bei Non-Response

Medikamentöse Therapie

Vor Beginn einer medikamentösen Therapie muss ein Baseline-Assessment erfolgen. Dieses umfasst die Erhebung von Puls, Blutdruck, Gewicht, Größe sowie eine kardiovaskuläre Anamnese. Ein Routine-EKG oder Blutuntersuchungen sind nicht erforderlich, es sei denn, es liegen spezifische Risikofaktoren (z. B. angeborene Herzfehler, plötzliche Todesfälle in der Familie <40 Jahre) vor.

WirkstoffIndikation / StufeBemerkung
Methylphenidat1. Wahl (ab 5 Jahren) <br> 1. Wahl (Erwachsene)Kurz- oder langwirksame Präparate möglich
Lisdexamfetamin1. Wahl (Erwachsene) <br> 2. Wahl (ab 5 Jahren)Wechsel bei unzureichender Wirkung von Methylphenidat
DexamfetaminAlternativeWenn Lisdexamfetamin wirkt, aber das lange Wirkprofil nicht toleriert wird
Atomoxetin / Guanfacin3. WahlBei Unverträglichkeit oder Non-Response auf Stimulanzien (Guanfacin nur bei Kindern/Jugendlichen)

Monitoring

Unter medikamentöser Therapie ist ein regelmäßiges Monitoring essenziell. Bei signifikantem Gewichtsverlust oder Wachstumsverzögerungen sollten Dosisanpassungen, Ernährungsberatung oder geplante Therapiepausen (z. B. in den Schulferien) erwogen werden.

ParameterIntervallZielgruppe
GrößeAlle 6 MonateKinder und Jugendliche
GewichtAlle 3 MonateKinder unter 10 Jahren
GewichtAlle 6 MonateKinder >10 Jahre, Jugendliche, Erwachsene
Puls & BlutdruckVor/nach Dosisänderung, dann alle 6 MonateAlle Altersgruppen

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung werden empfohlen. Der generelle Verzicht auf künstliche Farbstoffe oder die routinemäßige Gabe von Fettsäure-Supplementen zur ADHS-Behandlung wird nicht empfohlen.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie vor Beginn einer medikamentösen ADHS-Therapie auf ein routinemäßiges EKG oder Blutentnahmen, sofern Anamnese und körperliche Untersuchung (inkl. Puls und Blutdruck) unauffällig sind.

Häufig gestellte Fragen

Die Diagnose darf nur durch einen spezialisierten Psychiater, Pädiater oder eine entsprechend qualifizierte Fachkraft gestellt werden, nicht durch den Hausarzt.
Methylphenidat (kurz- oder langwirksam) ist die medikamentöse First-Line-Therapie.
Nur bei spezifischen kardiovaskulären Risikofaktoren, wie angeborenen Herzfehlern, plötzlichen Todesfällen in der Familie (<40 Jahre) oder auffälligen Befunden bei der Auskultation.
Nein, die First-Line-Therapie ist ein elternzentriertes Training. Eine Medikation darf nur nach Einholung einer zweiten Spezialistenmeinung erwogen werden.
Eine generelle Eliminationsdiät oder die Einnahme von Fettsäure-Supplementen wird nicht empfohlen. Bei einem klaren Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln und Verhalten sollte ein Ernährungstagebuch geführt und ein Diätassistent hinzugezogen werden.

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