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NICEA2024Pneumologie

COPD-Leitlinie: Diagnostik & Therapie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Diagnosestellung bei Patienten >35 Jahre mit Risikofaktoren (Rauchen) und typischen Symptomen mittels Post-Bronchodilatator-Spirometrie (FEV1/FVC < 0,7).
  • Die Schweregradeinteilung erfolgt anhand der FEV1-Minderung und der MRC-Dyspnoe-Skala.
  • Basis der medikamentösen Dauertherapie sind kurzwirksame Bronchodilatatoren (SABA/SAMA), gefolgt von LAMA+LABA oder LABA+ICS bei asthmatischer Komponente.
  • Eine prophylaktische Antibiose mit Azithromycin kann bei Nichtrauchern mit häufigen Exazerbationen erwogen werden.
  • Bei akuten Exazerbationen werden 30 mg Prednisolon oral für 5 Tage empfohlen.
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Hintergrund

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) erfordert eine strukturierte Diagnostik und ein stadiengerechtes Management. Die Diagnose basiert auf der klinischen Präsentation und wird durch die Spirometrie gesichert.

Diagnostik

Verdacht auf COPD: Bei Patienten über 35 Jahren mit Risikofaktoren (meist Rauchen) und mindestens einem der folgenden Symptome:

  • Belastungsdyspnoe
  • Chronischer Husten
  • Regelmäßige Sputumproduktion
  • Häufige winterliche "Bronchitis"
  • Giemen

Spirometrie: Zur Bestätigung der Diagnose muss eine Post-Bronchodilatator-Spirometrie durchgeführt werden. Ein FEV1/FVC-Quotient von < 0,7 sichert die Diagnose.

Klassifikationssysteme

Die Schwere der Atemnot wird mit der MRC-Dyspnoe-Skala beurteilt:

GradGrad der Atemnot
1Atemnot nur bei starker körperlicher Anstrengung
2Atemnot beim schnellen Gehen oder leichten Anstiegen
3Geht langsamer als Gleichaltrige oder muss beim Gehen anhalten
4Muss nach ca. 100 Metern oder wenigen Minuten anhalten
5Zu kurzatmig, um das Haus zu verlassen, oder beim An-/Ausziehen

Die Schweregrad-Einteilung der Atemwegsobstruktion erfolgt anhand des FEV1-Wertes:

SchweregradFEV1 % des SollwertsFEV1/FVC
Mild≥ 80%< 0,7
Moderat50–79%< 0,7
Schwer30–49%< 0,7
Sehr schwer< 30%< 0,7

Differenzialdiagnose: COPD vs. Asthma

Klinisches MerkmalCOPDAsthma
Raucher oder Ex-RaucherFast alleMöglicherweise
Symptome unter 35 JahrenSeltenHäufig
Chronisch produktiver HustenHäufigSelten
AtemnotPersistierend und progredientVariabel
Nächtliches Erwachen mit AtemnotSeltenHäufig
Tag-zu-Tag-VariabilitätSeltenHäufig

Therapie der stabilen COPD

Jeder rauchende Patient muss bei jeder Gelegenheit zur Raucherentwöhnung beraten werden.

Inhalationstherapie (Stufenschema):

  • Initiale Therapie: Kurzwirksame Bronchodilatatoren (SABA oder SAMA) nach Bedarf.
  • LAMA + LABA: Bei anhaltender Atemnot oder Exazerbationen trotz SABA/SAMA.
  • LABA + ICS: Bei asthmatischen Merkmalen oder Hinweisen auf Steroid-Ansprechen.
  • Triple-Therapie (LAMA + LABA + ICS): Bei schweren Exazerbationen (Krankenhausaufenthalt), ≥2 moderaten Exazerbationen pro Jahr oder stark eingeschränkter Lebensqualität unter dualer Therapie.

Orale prophylaktische Antibiose: Erwägen Sie Azithromycin (i.d.R. 250 mg 3x wöchentlich) bei Patienten, die:

  • Nicht rauchen
  • Optimal therapiert sind
  • Weiterhin häufige (≥4/Jahr) oder schwere Exazerbationen mit Sputumproduktion haben. Vor Therapiebeginn: EKG (QT-Zeit) und Leberwerte kontrollieren.

Langzeitsauerstofftherapie (LTOT)

Eine LTOT ist indiziert bei stabilen Patienten unter optimaler Therapie mit:

  • PaO2 < 7,3 kPa
  • PaO2 7,3–8,0 kPa plus sekundäre Polyzythämie, periphere Ödeme oder pulmonale Hypertonie.

Wichtig: Bieten Sie Rauchern keine LTOT an (Brandgefahr). Die Sauerstoffgabe sollte für mindestens 15 Stunden pro Tag erfolgen.

Exazerbationsmanagement

Eine Exazerbation ist eine akute, anhaltende Verschlechterung der Symptome über die normale Tag-zu-Tag-Schwankung hinaus.

  • Systemische Kortikosteroide: 30 mg Prednisolon oral für 5 Tage (bei Fehlen von Kontraindikationen).
  • Antibiotika: Bei purulentem Sputum oder klinischen Zeichen einer bakteriellen Infektion.
  • Nicht-invasive Beatmung (NIV): Therapie der Wahl bei persistierender hyperkapnischer respiratorischer Insuffizienz trotz optimaler medikamentöser Therapie.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie vor der Verordnung einer Langzeitsauerstofftherapie (LTOT) immer eine strukturierte Risikobewertung durch. Verschreiben Sie Rauchern aufgrund der Brandgefahr niemals eine LTOT.

Häufig gestellte Fragen

Bei Patienten über 35 Jahren mit Risikofaktoren (meist Rauchen) und Symptomen wie Belastungsdyspnoe, chronischem Husten oder Auswurf.
Durch eine Post-Bronchodilatator-Spirometrie mit einem FEV1/FVC-Quotienten von unter 0,7.
Bei Patienten, die unter LAMA+LABA oder LABA+ICS weiterhin schwere oder häufige Exazerbationen haben oder deren Lebensqualität durch Symptome stark eingeschränkt ist.
Neben Bronchodilatatoren werden 30 mg Prednisolon oral für 5 Tage empfohlen. Antibiotika sind bei purulentem Sputum indiziert.
Ein PaO2 < 7,3 kPa oder 7,3-8,0 kPa mit sekundärer Polyzythämie, peripheren Ödemen oder pulmonaler Hypertonie bei stabilen Nichtrauchern.

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