Herzrehabilitation & Telemedizin: Leitlinie (ACRA 2020)
📋Auf einen Blick
- •Kardiologische Rehabilitation ist ein kritischer Schritt der Genesung, wird aber oft zu wenig genutzt.
- •Telemedizin und häusliche Interventionen verbessern den Zugang zur Rehabilitation erheblich.
- •Telemedizin soll die persönliche Betreuung (Face-to-Face) ergänzen, nicht vollständig ersetzen.
- •Präsenzangebote bieten wichtige Vorteile wie Peer-Support und Gruppendynamik.
Hintergrund
Die Teilnahme an einem kardiologischen Rehabilitationsprogramm ist ein kritischer Schritt für die Genesung nach einem Herzinfarkt oder einem kardialen Ereignis. Dennoch wird diese effektive Maßnahme häufig zu wenig genutzt. Viele potenziell profitierende Patienten erhalten keine Überweisung oder haben keine Möglichkeit zur Teilnahme.
Telemedizin und neue Versorgungsmodelle
Die COVID-19-Pandemie hat die Akzeptanz und Nutzung von Telemedizin und digitalen Technologien beschleunigt. Der Einsatz von Telemedizin sowie Innovationen bei Überweisungs- und Dienstleistungsmodellen werden ausdrücklich begrüßt, um den Zugang zur kardiologischen Rehabilitation zu verbessern.
| Bereitstellungsmodell | Zielgruppe / Indikation | Bemerkung |
|---|---|---|
| Telemedizin & häusliche Interventionen | Patienten, die nicht an Präsenzprogrammen teilnehmen können | Dient als Alternative oder als Ergänzung zur effektiven Sekundärprävention. |
| Präsenzveranstaltungen (Face-to-Face) | Standardversorgung für kardiale Patienten | Bietet wichtige Vorteile durch Peer-Support und das Erleben in der Gruppe. |
Empfehlungen zur Umsetzung
Telemedizin kann ein sicheres, effektives und effizientes Instrument zur Unterstützung der Gesundheitsversorgung sein. Bei der Wahl der Versorgungsmodelle gilt:
- Wahlmöglichkeiten anbieten: Es ist wichtig, verschiedene Modelle der kardiologischen Rehabilitation zur Verfügung zu stellen.
- Ergänzung statt Ersatz: Telemedizin sollte nicht ausschließlich als Ersatz für die persönliche Betreuung (Face-to-Face) eingesetzt werden, sondern diese ergänzen.
- Bedeutung der Präsenz: Patienten loben häufig die Vorteile der gegenseitigen Unterstützung (Peer-Support) in einer Gruppenumgebung.
Die Wiederaufnahme vieler Präsenzdienste wird unterstützt. Durch ein breiteres Angebot an Versorgungsmodellen können mehr Patienten von der kardiologischen Rehabilitation profitieren.
💡Praxis-Tipp
Nutzen Sie telemedizinische Rehabilitationsangebote gezielt für Patienten, die aus logistischen Gründen nicht an Präsenzgruppen teilnehmen können. Klären Sie jedoch darüber auf, dass der persönliche Austausch in der Gruppe (Peer-Support) den Heilungsprozess zusätzlich fördert.