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Kardiologische Reha-Nutzung: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Kardiologische Rehabilitationsprogramme sind ein zentraler Baustein der Sekundärprävention nach kardialen Ereignissen wie Herzinfarkt, Bypass-Operation oder bei Herzinsuffizienz. Sie umfassen Bewegungstherapie, Schulungen, Risikofaktorenmanagement und psychologische Unterstützung.

Trotz des nachgewiesenen Nutzens für die Lebensqualität und Prognose nehmen laut internationalen Daten nur etwa 30 Prozent der berechtigten Personen an solchen Programmen teil. Zudem brechen viele Teilnehmende die Programme vorzeitig ab.

Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht verschiedene Interventionen, die darauf abzielen, die Inanspruchnahme der kardiologischen Rehabilitation zu fördern. Dabei werden die Aspekte Anmeldung, Therapietreue und erfolgreicher Abschluss differenziert betrachtet.

Empfehlungen

Der Review bewertet verschiedene Strategien zur Förderung der kardiologischen Rehabilitation. Die Evidenzqualität variiert je nach untersuchtem Endpunkt.

Wirksamkeit der Interventionen

Es wird eine Übersicht der Effekte auf die verschiedenen Phasen der Inanspruchnahme gegeben:

EndpunktEffekt der InterventionEvidenzqualitätBesonders wirksame Strategien
Anmeldung (Enrolment)Erhöhung (RR 1.27)NiedrigPersönlicher Kontakt durch Pflegekräfte
Therapietreue (Adherence)Erhöhung (SMD 0.38)NiedrigFernbetreuung (z.B. zu Hause)
Abschluss (Completion)Erhöhung (RR 1.13)ModeratInterventionen in monozentrischen Studien

Strategien zur Steigerung der Anmeldung

Laut Auswertung zeigen Maßnahmen zur Erhöhung der Anmelderaten die größten Effekte, wenn sie spezifische Kriterien erfüllen:

  • Direkte, persönliche Ansprache (Face-to-Face) während oder kurz nach dem Krankenhausaufenthalt.

  • Durchführung durch geschultes Gesundheitspersonal wie Pflegekräfte oder verwandte Gesundheitsberufe.

  • Bei älteren Personen kann die Unterstützung durch andere Betroffene (Peer-Navigation) die Teilnahme verbessern.

Strategien für Therapietreue und Abschluss

Zur Verbesserung der Therapietreue und des Programmabschlusses liefert die Analyse folgende Erkenntnisse:

  • Für eine hohe Therapietreue erweisen sich insbesondere Interventionen aus der Ferne (Remote-Konzepte) als effektiv.

  • Gruppensitzungen zur Förderung von Selbstkontrollfähigkeiten können den erfolgreichen Abschluss des Programms begünstigen.

  • Auf Frauen zugeschnittene Programme wurden untersucht, jedoch reicht die Evidenz für eine quantitative Bewertung derzeit nicht aus.

Sicherheit und Kosten

Es wird festgestellt, dass in den eingeschlossenen Studien keine unerwünschten Ereignisse oder Schäden durch die Interventionen berichtet wurden. Angaben zu den Kosten der Fördermaßnahmen sind in der aktuellen Studienlage kaum vorhanden.

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💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass der persönliche Kontakt durch Pflegekräfte kurz nach der Entlassung die Anmelderaten am effektivsten steigert. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass der hohe Ressourcenaufwand solcher Face-to-Face-Interventionen in der klinischen Praxis kritisch auf ihre Machbarkeit geprüft werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut den im Review zitierten internationalen Daten nehmen nur etwa 30 Prozent der berechtigten Personen an entsprechenden Rehabilitationsprogrammen teil. Viele brechen die Maßnahme zudem vorzeitig ab.

Der Review zeigt, dass eine direkte, persönliche Ansprache (Face-to-Face) durch Pflegekräfte oder anderes Gesundheitspersonal die Anmelderaten signifikant erhöht. Dies geschieht idealerweise noch während oder kurz nach dem Krankenhausaufenthalt.

Zur Steigerung der Therapietreue erweisen sich laut Auswertung insbesondere Interventionen aus der Ferne als wirksam. Dazu zählen beispielsweise telemedizinische oder häusliche Betreuungskonzepte.

Es wurden zwar auf Frauen zugeschnittene Programme untersucht, die aktuelle Evidenz reicht jedoch laut Review nicht aus, um deren Überlegenheit quantitativ zu belegen. Die gezielte Motivation von Frauen wird dennoch als entscheidender Faktor angesehen.

In den vom Cochrane Review eingeschlossenen Studien wurden keine unerwünschten Ereignisse oder Schäden im Zusammenhang mit den motivationsfördernden Interventionen berichtet. Die Maßnahmen gelten als sicher.

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Quelle: Cochrane Review: Interventions to promote patient utilisation of cardiac rehabilitation (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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