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Kardiale Rehabilitation bei KHK: Cochrane Review

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist weltweit die häufigste Todesursache. Durch sinkende Sterblichkeitsraten leben jedoch immer mehr Menschen mit einer KHK, die Unterstützung beim Umgang mit Symptomen und der Verbesserung ihrer Prognose benötigen.

Die bewegungsbasierte kardiale Rehabilitation zielt darauf ab, den Gesundheitszustand und die Behandlungsergebnisse von Menschen mit KHK zu verbessern. Sie umfasst ein alleiniges Bewegungstraining oder eine Kombination mit psychologischen und pädagogischen Maßnahmen.

Obwohl die Rehabilitation als essenzieller Bestandteil der modernen KHK-Versorgung gilt, wird sie laut dem Cochrane Review (2021) weiterhin zu selten genutzt. Die weltweiten Teilnahmeraten liegen bei nur etwa 40 Prozent.

Empfehlungen

Der Review bewertet die Effekte der bewegungsbasierten Rehabilitation im Vergleich zu Kontrollgruppen ohne Training.

Kurzfristige Effekte (6 bis 12 Monate)

Für den Zeitraum von 6 bis 12 Monaten zeigt die Meta-Analyse deutliche Vorteile der Intervention. Die Evidenzqualität wurde nach dem GRADE-System bewertet:

EndpunktEffekt durch RehabilitationEvidenzqualität (GRADE)
Myokardinfarkt (tödlich/nicht-tödlich)Große Reduktion (RR 0.72)Hoch
Krankenhauseinweisung (alle Ursachen)Große Reduktion (RR 0.58)Moderat
GesamtmortalitätLeichte Reduktion (RR 0.87)Moderat
Kardiovaskuläre MortalitätKaum bis kein Unterschied (RR 0.88)Moderat
Re-Vaskularisation (CABG)Kaum bis kein Unterschied (RR 0.99)Hoch
Re-Vaskularisation (PCI)Kaum bis kein Unterschied (RR 0.86)Moderat

Bei der kardiovaskulären Hospitalisierung ist die Evidenzlage laut den Autoren unsicher. Die Konfidenzintervalle schließen hier sowohl einen erheblichen Nutzen als auch potenziellen Schaden ein.

Mittel- und langfristige Effekte

Bei einer Nachbeobachtungszeit von über 12 bis 36 Monaten (mittelfristig) sowie über 3 Jahren (langfristig) verschieben sich die nachweisbaren Effekte.

Die Datenlage deutet auf folgende langfristige Entwicklungen hin:

  • Große Reduktion der kardiovaskulären Mortalität (mittel- und langfristig)

  • Große Reduktion von Myokardinfarkten (langfristig)

  • Kaum bis kein Unterschied bei der Gesamtmortalität

Lebensqualität und Sicherheit

Die bewegungsbasierte kardiale Rehabilitation führt bis zu 12 Monate nach Beginn zu einer leichten Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Die Autoren betonen zudem, dass die Maßnahme potenziell kosteneffektiv ist.

Die Intervention gilt als sehr sicher. Beobachtungsstudien zeigen ein äußerst geringes Risiko für kardiale Ereignisse während des Trainings, wie etwa einen Herzstillstand pro einer Million Patientenstunden.

Einflussfaktoren

Laut Meta-Regression sind die positiven Effekte der Rehabilitation unabhängig von verschiedenen Variablen. Dazu zählen:

  • Art der koronaren Herzkrankheit (Case Mix)

  • Art und Dosis des Bewegungstrainings

  • Setting der Rehabilitation (z.B. Klinik oder häusliches Umfeld)

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💡Praxis-Tipp

Trotz der nachgewiesenen Wirksamkeit und Sicherheit der bewegungsbasierten kardialen Rehabilitation liegt die weltweite Teilnahmerate bei nur etwa 40 Prozent. Es wird hervorgehoben, dass die positiven Effekte unabhängig davon eintreten, ob das Training isoliert oder in Kombination mit psychosozialen Maßnahmen stattfindet, und auch im häuslichen Umfeld wirksam ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Review führt die Rehabilitation kurzfristig zu einer leichten Reduktion der Gesamtmortalität. Mittel- und langfristig zeigt sich eine große Reduktion der spezifischen kardiovaskulären Mortalität.

Ja, die Daten zeigen eine große Reduktion von tödlichen und nicht-tödlichen Myokardinfarkten. Dieser Effekt ist sowohl kurzfristig (bis 12 Monate) als auch langfristig (über 3 Jahre) nachweisbar.

Der Review stellt fest, dass es kaum Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen einem reinen Bewegungstraining und einer Kombination mit psychosozialen oder pädagogischen Maßnahmen gibt. Die positiven Effekte auf klinische Endpunkte sind in beiden Gruppen vergleichbar.

Die Intervention wird als sehr sicher eingestuft. Beobachtungsdaten belegen ein extrem niedriges Risiko für Komplikationen, wie beispielsweise nur einen Herzstillstand pro einer Million Patientenstunden.

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Quelle: Cochrane Review: Exercise-based cardiac rehabilitation for coronary heart disease (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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