Neuropathische Schmerzen: Diagnostik und Stufentherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Neuropathische Schmerzen entstehen laut der AWMF-Leitlinie als direkte Folge einer Schädigung oder Läsion des somatosensorischen Systems. Sie grenzen sich pathophysiologisch von nozizeptiven und noziplastischen Schmerzen ab, bei denen das schmerzleitende System intakt ist.

Klinisch präsentieren sich Patienten häufig mit einer Kombination aus negativen sensiblen Symptomen wie Taubheit (Hypästhesie) und positiven Symptomen. Zu den typischen positiven Symptomen zählen brennende Ruheschmerzen, einschießende Schmerzattacken sowie eine Schmerzüberempfindlichkeit in Form von Allodynie oder Hyperalgesie.

Zur klinischen Einordnung nutzt die Leitlinie ein Graduierungssystem, das zwischen sicheren, wahrscheinlichen, möglichen und unwahrscheinlichen neuropathischen Schmerzen unterscheidet. Diese Einteilung basiert auf der Anamnese, der neuroanatomischen Plausibilität, klinischen Sensibilitätsbefunden und apparativen Bestätigungstests.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie wird vor dem Einsatz von Nicht-Opioidanalgetika wie Ibuprofen, Diclofenac oder Metamizol bei neuropathischen Schmerzen gewarnt, da diese wirkungslos sind. Zudem wird auf die potenziell gefährliche Interaktion zwischen Amitriptylin und Duloxetin hingewiesen, die aufgrund einer CYP2D6-Inhibition zu toxischen Amitriptylin-Spiegeln führen kann.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt Gabapentin, Pregabalin, trizyklische Antidepressiva (wie Amitriptylin) und den SSNRI Duloxetin als Erstlinientherapie. Die Auswahl sollte individuell nach Nebenwirkungsprofil und Komorbiditäten erfolgen.

Nein, laut Leitlinie gibt es keine Evidenz für die Wirksamkeit von Nicht-Opioidanalgetika wie NSAR, Paracetamol oder Metamizol bei neuropathischen Schmerzen. Sie werden für diese Indikation nicht empfohlen.

Es wird empfohlen, maximal 3 Pflaster (5 %) für 12 Stunden auf die intakte Haut im Schmerzareal zu applizieren. Danach muss zwingend ein applikationsfreies Intervall von mindestens 12 Stunden eingehalten werden.

Die Hautbiopsie wird als Goldstandard empfohlen, wenn der klinische Verdacht auf eine Small-Fiber-Neuropathie besteht. Sie ist besonders dann indiziert, wenn konventionelle elektrophysiologische Methoden unauffällig bleiben.

Die Leitlinie spricht keine generelle Empfehlung für Cannabinoide aus, da der analgetische Effekt gering und die Nebenwirkungsrate hoch ist. Sie können lediglich in Einzelfällen bei Therapieversagen im Rahmen eines multimodalen Konzepts als Off-Label-Therapie erwogen werden.

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Quelle: Diagnose und nicht interventionelle Therapie neuropathischer Schmerzen (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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