Netzhautablösung: Risikofaktoren und Laser-Prophylaxe

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die rhegmatogene Netzhautablösung entsteht durch das Eindringen von verflüssigtem Glaskörper durch einen Netzhautdefekt. Die AWMF-S1-Leitlinie beschreibt, dass die meisten dieser Ablösungen im Zusammenhang mit traktiv bedingten Rissen bei einer hinteren Glaskörperabhebung auftreten.

Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen laut Leitlinie eine Netzhautablösung am Partnerauge, Myopie sowie Gitterdegenerationen. Auch eine familiäre Belastung, ein Zustand nach Kataraktoperation oder ein schweres Bulbustrauma erhöhen das Risiko für eine Netzhautablösung.

Epidemiologische Daten zeigen, dass rhegmatogene Netzhautablösungen mit etwa 26 Fällen pro 100.000 Einwohnern pro Jahr zunehmen. Etwa zehn Prozent der Betroffenen entwickeln im Verlauf auch eine Netzhautablösung am anderen Auge.

Klinischer Kontext

Die rhegmatogene Netzhautablösung (Ablatio retinae) ist ein augenärztlicher Notfall mit einer Inzidenz von etwa 10 bis 15 Fällen pro 100.000 Einwohnern jährlich. Zu den Hauptrisikogruppen zählen Patienten mit Myopie, Zustand nach Kataraktoperation sowie Personen in der sechsten bis siebten Lebensdekade.

Ursächlich ist ein Riss in der Netzhaut (Rhegma), durch den verflüssigter Glaskörper in den subretinalen Raum eindringt. Dies führt zur Trennung der neurosensorischen Netzhaut vom retinalen Pigmentepithel, was unbehandelt zum irreversiblen Verlust der Sehkraft führt.

Für behandelnde Ärzte ist das schnelle Erkennen von Warnsymptomen wie Lichtblitzen, Mouches volantes oder Gesichtsfeldausfällen essenziell. Eine rasche augenärztliche Intervention ist entscheidend, um die Makula anzuhegen und das zentrale Sehen zu erhalten.

Die Diagnosestellung erfolgt primär durch eine fundoskopische Untersuchung bei medikamentös erweiterter Pupille. Ergänzend kann bei Medientrübungen, wie etwa einer Glaskörperblutung, die sonografische Untersuchung (B-Bild-Sonografie) des Auges herangezogen werden.

Wissenswertes

Zu den bedeutendsten Risikofaktoren gehören eine hohe Kurzsichtigkeit (Myopie), vorangegangene Augenoperationen wie die Kataraktextraktion und ein stattgehabtes Bulbustrauma. Auch periphere Netzhautdegenerationen wie Gitterdegenerationen erhöhen das Risiko signifikant.

Typische Frühsymptome sind das plötzliche Auftreten von Lichtblitzen (Photopsien) und eine Zunahme von fliegenden Mücken (Mouches volantes). Ein massiver schwarzer Rußregen spricht für eine begleitende Glaskörperblutung, während ein aufsteigender Schatten bereits eine beginnende Ablösung anzeigt.

Im Rahmen der altersbedingten hinteren Glaskörperabhebung kann ein Zug auf die Netzhaut entstehen, der zu einem Einriss führt. Durch diesen Defekt gelangt verflüssigter Glaskörper unter die Netzhaut und hebt diese vom darunterliegenden Pigmentepithel ab.

Symptomatische Netzhautrisse oder bestimmte Hochrisiko-Degenerationen können mittels Laserkoagulation oder Kryopexie abgeriegelt werden. Dadurch entsteht eine chorioretinale Narbe, die das Eindringen von Flüssigkeit unter die Netzhaut verhindern soll.

Wenn eine direkte Spiegelung des Augenhintergrundes beispielsweise durch eine dichte Katarakt oder Glaskörperblutung nicht möglich ist, kommt die B-Bild-Sonografie zum Einsatz. Diese Ultraschalluntersuchung ermöglicht eine zuverlässige Beurteilung der Netzhautanliegens.

Solange die Makula noch anliegt, ist die Prognose für den Erhalt der zentralen Sehschärfe bei rascher Operation sehr gut. Ist die Makula bereits abgelöst, bleibt die Sehkraft auch nach erfolgreicher anatomischer Wiederanlage oft dauerhaft eingeschränkt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fallstrick ist die Annahme, dass nach einer initial unauffälligen Untersuchung bei hinterer Glaskörperabhebung keine Gefahr mehr besteht. Die Leitlinie warnt davor, dass sich in 2 bis 5 Prozent der Fälle in den Folgewochen noch Netzhautrisse entwickeln können. Es wird daher empfohlen, Patienten mit Blut- oder Pigmentzellen im Glaskörper engmaschig in Mydriasis nachzukontrollieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie liegt das Risiko für die Entstehung eines Hufeisenrisses bei einer akuten hinteren Glaskörperabhebung zwischen 5 und 22 Prozent. Daher wird eine zeitnahe Untersuchung des gesamten Augenhintergrundes in Mydriasis empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt, asymptomatische Gitterdegenerationen ohne weitere Risikofaktoren nicht zu behandeln, da das Risiko einer Netzhautablösung sehr gering ist. Ausnahmen können radiäre oder paravasale Gitterdegenerationen bilden, wie sie etwa beim Stickler-Syndrom auftreten.

Bei frischen, symptomatischen Hufeisenrissen besteht ein Netzhautablösungsrisiko von über 50 Prozent. Es wird eine umgehende Behandlung mittels Laser- oder Kryokoagulation empfohlen, um das Risiko signifikant zu senken.

Wenn der Einblick auf den Augenhintergrund fehlt oder unzureichend ist, beispielsweise durch eine dichte Katarakt oder Glaskörperblutung, ist laut Leitlinie eine Ultraschalluntersuchung erforderlich. Zudem sollte die Lichtprojektion geprüft werden.

Etwa 10 Prozent der Patienten entwickeln im Verlauf auch eine Netzhautablösung am anderen Auge. Das Partnerauge gilt somit als Hochrisiko-Auge und erfordert eine sorgfältige Überwachung sowie gegebenenfalls eine prophylaktische Laserbehandlung.

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Quelle: Risikofaktoren und Prophylaxe der rhegmatogenen Netzhautablösung bei Erwachsenen (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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