IQWiG2020Onkologie

Multiples Myelom: Daratumumab Zusatznutzen & Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-14 bewertet den Zusatznutzen von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom.

Voraussetzung für diese Therapieoption ist, dass eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) für die Betroffenen nicht geeignet ist. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unter anderem die Kombination aus Lenalidomid und Dexamethason festgelegt.

Die Datengrundlage der Nutzenbewertung bildet die offene und randomisierte Phase-3-Studie MAIA. In dieser Studie wurden die Wirksamkeit und Sicherheit der Dreifachkombination mit der Zweifachkombination verglichen.

Empfehlungen

Die Nutzenbewertung des IQWiG basiert auf den Ergebnissen der MAIA-Studie und formuliert folgende Kernaussagen zum Zusatznutzen:

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Laut Bericht zeigen sich für die Dreifachkombination mit Daratumumab sowohl positive als auch negative Effekte. In der Gesamtabwägung werden diese als ausgewogen angesehen.

Zusammenfassend ist ein Zusatznutzen nicht belegt. Dies gilt für den Vergleich von Daratumumab, Lenalidomid und Dexamethason gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Überleben und Morbidität

Für das Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Ein Zusatznutzen ist in diesem Bereich laut Bewertung nicht belegt.

Auch für den allgemeinen Gesundheitszustand (gemessen über die EQ-5D VAS) lässt sich kein relevanter Vorteil ableiten.

Symptomatik und Lebensqualität

Die Bewertung zeigt positive Effekte in bestimmten Bereichen der Lebensqualität und Symptomatik:

  • Bei der Symptomskala Schmerzen ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen (Ausmaß: gering).

  • Für die körperliche und soziale Funktion zeigt sich ebenfalls ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen (Ausmaß: gering).

  • Bei anderen Symptomen wie Fatigue oder Übelkeit ist kein Zusatznutzen belegt.

Nebenwirkungen

Im Bereich der unerwünschten Ereignisse (UE) überwiegen laut Bericht die negativen Effekte:

  • Es zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden bei schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) mit beträchtlichem Ausmaß.

  • Ein höherer Schaden zeigt sich zudem bei spezifischen UE wie Schüttelfrost, Atemwegserkrankungen und Neutropenie.

  • Ein geringerer Schaden wird bei Hauterkrankungen und Anämie beobachtet.

Dosierung

Der Bericht zitiert folgende Dosierungsschemata aus den Fachinformationen für einen 28-Tage-Zyklus:

WirkstoffDosierungAnwendungshäufigkeit
Daratumumab16 mg/kg Körpergewicht i.v.Zyklus 1-2: wöchentlich; Zyklus 3-6: alle 2 Wochen; ab Zyklus 7: alle 4 Wochen
Lenalidomid25 mg oral (bei Kreatinin-Clearance > 50 ml/min)Täglich an den Tagen 1 bis 21
Lenalidomid10 mg oral (bei Kreatinin-Clearance 30-50 ml/min)Täglich an den Tagen 1 bis 21
Dexamethason40 mg/Woche (bei Alter ≤ 75 Jahre)Wöchentlich an den Tagen 1, 8, 15 und 22
Dexamethason20 mg/Woche (bei Alter > 75 Jahre oder BMI < 18,5)Wöchentlich an den Tagen 1, 8, 15 und 22

Die Therapie wird bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität fortgeführt.

Kontraindikationen

Gemäß den im Bericht zitierten Fachinformationen gelten folgende Warnhinweise und Kontraindikationen:

  • Kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder sonstigen Bestandteilen.

  • Auftreten von infusionsbedingten Reaktionen erfordert je nach Schweregrad eine Unterbrechung oder den Abbruch der Therapie.

  • Eine Verstärkung bestehender Neutropenien und Thrombozytopenien ist möglich.

  • Es besteht das Risiko einer Hepatitis-B-Reaktivierung.

  • Daratumumab kann zu einem positiven indirekten Coombs-Test führen (Interferenz-Phänomen bei der Blutgruppenbestimmung).

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass Daratumumab die Ergebnisse von Blutgruppenbestimmungen verfälschen kann, da es zu einem positiven indirekten Coombs-Test führt. Es wird empfohlen, vor Therapiebeginn eine Typisierung und ein Screening durchzuführen. Zudem ist eine Kommunikation an Blutbanken ratsam, um Verzögerungen bei der Bereitstellung von Blutprodukten zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen für die Kombination aus Daratumumab, Lenalidomid und Dexamethason nicht belegt. Positive Effekte bei Schmerzen und Lebensqualität werden durch negative Effekte bei schweren Nebenwirkungen aufgewogen.

In der MAIA-Studie wurde die Dreifachkombination mit der Zweifachkombination aus Lenalidomid und Dexamethason verglichen. Diese Zweifachkombination stellt eine der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapien dar.

Der Bericht verzeichnet einen höheren Schaden durch schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3). Spezifisch traten Schüttelfrost, Atemwegserkrankungen und Neutropenien unter der Dreifachkombination häufiger auf.

Die zitierten Fachinformationen sehen eine Prä- und Postmedikation zur Reduktion infusionsbedingter Reaktionen vor. Diese umfasst unter anderem Paracetamol, Antihistaminika und Glukokortikoide.

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Quelle: IQWiG A20-14: Daratumumab (multiples Myelom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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