CochraneIa2019

Multiple Sklerose: Rehabilitation und Trainingstherapie

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Multiple Sklerose (MS) ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die ein umfassendes und langfristiges Management erfordert. Rehabilitationsprogramme zielen darauf ab, die Funktionsfähigkeit, das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2019 fasst die Evidenz aus 15 systematischen Übersichtsarbeiten zusammen. Es werden verschiedene Rehabilitationsansätze hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit bewertet.

Die untersuchten Interventionen reichen von körperlichem Training über multidisziplinäre Programme bis hin zu kognitiven und psychologischen Therapien. Die Qualität der zugrundeliegenden Evidenz variiert dabei je nach untersuchter Maßnahme stark.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz zu verschiedenen Rehabilitationsmaßnahmen bei Multipler Sklerose wie folgt zusammen:

Evidenzgrade der Interventionen

Der Review klassifiziert die Wirksamkeit der untersuchten Maßnahmen anhand der vorliegenden Evidenzqualität:

InterventionZielparameterEvidenzqualität
Multidisziplinäre Rehabilitation (stationär/ambulant)Funktion, LebensqualitätModerate Evidenz
Körperliches TrainingMobilität, Muskelkraft, Fatigue, StimmungModerate Evidenz
InformationsvermittlungKrankheitsspezifisches WissenModerate Evidenz
Neuropsychologische RehabilitationGedächtnis, AufmerksamkeitNiedrige Evidenz
Kognitive VerhaltenstherapieDepression, KrankheitsbewältigungNiedrige Evidenz
ErgotherapieFunktionelle Fähigkeiten, LebensqualitätUnschlüssige Evidenz
Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT)Krankheitsverlauf, SymptomeUnschlüssige Evidenz
Diätetische Maßnahmen (Vitamin D, Fettsäuren)Klinische OutcomesUnschlüssige Evidenz

Multidisziplinäre Rehabilitation

Es wird berichtet, dass stationäre oder ambulante multidisziplinäre Rehabilitationsprogramme funktionelle Aktivitäten und die Lebensqualität verbessern (moderate Evidenzqualität).

Für kurzfristige Verbesserungen von Symptomen durch ambulante oder häusliche Programme liegt laut Review eine niedrige Evidenzqualität vor.

Körperliches Training und Physiotherapie

Laut Review zeigen physikalische Therapiemodalitäten wie körperliches Training positive Effekte. Folgende Verbesserungen werden beschrieben:

  • Steigerung von Mobilität und Muskelkraft

  • Reduktion der von Patienten berichteten Fatigue

  • Verbesserung von Stimmung und Lebensqualität

Kognitive und psychologische Interventionen

Der Review identifiziert Hinweise auf die Wirksamkeit neuropsychologischer Interventionen. Diese können möglicherweise die Gedächtnisspanne, das Arbeitsgedächtnis und die Aufmerksamkeit verbessern (niedrige Evidenzqualität).

Zudem wird beschrieben, dass kognitive Verhaltenstherapie bei der Bewältigung der Erkrankung und bei Depressionen helfen kann (niedrige Evidenzqualität).

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass die Evidenz für viele gängige Rehabilitationsmaßnahmen bei Multipler Sklerose aufgrund methodischer Mängel der Primärstudien begrenzt ist. Es wird hervorgehoben, dass Rehabilitationsprogramme individuell an die spezifischen Bedürfnisse und das Stadium der Erkrankung angepasst werden sollten.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass körperliches Training die von Patienten berichtete Fatigue signifikant reduzieren kann. Diese Aussage stützt sich auf eine moderate Evidenzqualität.

Laut Review gibt es keine konsistente Evidenz, die einen positiven Effekt der hyperbaren Sauerstofftherapie bei Multipler Sklerose bestätigt. Die Datenlage wird als unschlüssig bewertet.

Es wird berichtet, dass stationäre und ambulante multidisziplinäre Programme die funktionelle Unabhängigkeit und die Lebensqualität verbessern. Die positiven Effekte auf die Teilhabe können bis zu 12 Monate anhalten.

Der Review findet Hinweise von niedriger Qualität, dass neuropsychologische Rehabilitation das Arbeitsgedächtnis und die Aufmerksamkeit verbessern kann. Auf emotionale Funktionen konnte jedoch kein positiver Effekt nachgewiesen werden.

Die Übersichtsarbeit bewertet die Evidenz für diätetische Interventionen wie mehrfach ungesättigte Fettsäuren oder Vitamin D als unschlüssig. Es konnte kein signifikanter Effekt auf das Fortschreiten der Erkrankung belegt werden.

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Quelle: Cochrane Review: Rehabilitation for people with multiple sclerosis: an overview of Cochrane Reviews (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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