Multimedikation: Medikationsreview und Deprescribing

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF S3-Leitlinie "Hausärztliche Leitlinie Multimedikation" adressiert die komplexe Versorgung von Personen mit Multimorbidität. Von Multimedikation wird laut Leitlinie bei der dauerhaften Einnahme von fünf oder mehr Arzneimitteln gesprochen. Multimorbidität ist definiert als das Vorliegen von drei oder mehr chronischen Erkrankungen.

Es wird darauf hingewiesen, dass eine hohe Anzahl an Medikamenten das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen, Interaktionen und Verordnungskaskaden signifikant erhöht. Zudem sinkt die Therapieadhärenz mit zunehmender Komplexität des Einnahmeschemas.

Paradoxerweise kann trotz einer hohen Anzahl an verordneten Präparaten gleichzeitig eine Unterversorgung relevanter Erkrankungen vorliegen. Ziel der Leitlinie ist es, durch einen strukturierten Medikationsprozess die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen und die Lebensqualität zu verbessern.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist das Übersehen von Verordnungskaskaden. Dabei werden unerwünschte Arzneimittelwirkungen nicht als solche erkannt, sondern als neues Symptom fehlinterpretiert und mit einem weiteren Medikament behandelt (z.B. Verordnung eines Diuretikums bei Amlodipin-induzierten Ödemen). Es wird empfohlen, bei jedem neu aufgetretenen Symptom zunächst die bestehende Medikation als mögliche Ursache kritisch zu prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Eine Verordnungskaskade entsteht, wenn eine Medikamentennebenwirkung als neue Erkrankung fehlinterpretiert und mit einem weiteren Arzneimittel behandelt wird. Die Leitlinie empfiehlt, bei neuen Beschwerden immer zuerst die aktuelle Medikation als mögliche Ursache zu evaluieren.

Zu den sturzinduzierenden Medikamenten (FRIDs) zählen laut Leitlinie insbesondere Psychopharmaka wie Antidepressiva und Benzodiazepine. Auch kardiovaskuläre Arzneimittel wie Schleifendiuretika und Antihypertensiva werden mit einem erhöhten Sturzrisiko assoziiert.

Es wird ein schrittweises Vorgehen empfohlen, bei dem idealerweise nur ein Präparat zur gleichen Zeit abgesetzt wird. Um Rebound-Phänomene oder Entzugssymptome zu vermeiden, rät die Leitlinie bei vielen Substanzklassen zu einem langsamen Ausschleichen.

Bei der Brown-Bag-Methode bringen die behandelten Personen alle aktuell eingenommenen Medikamente inklusive rezeptfreier Präparate (OTC) in einer Tasche mit in die Praxis. Dies wird empfohlen, um eine vollständige und realistische Bestandsaufnahme der tatsächlichen Einnahme zu gewährleisten.

Die Leitlinie empfiehlt bei Vorliegen von Multimedikation und Multimorbidität mindestens einmal jährlich eine strukturierte Medikationsüberprüfung. Zusätzlich sollte eine anlassbezogene Kontrolle nach Krankenhausaufenthalten oder bei Stürzen erfolgen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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