CochraneIa2019

Mesenchymale Stammzellen: GvHD-Therapie und Prophylaxe

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD) ist eine potenziell lebensbedrohliche Komplikation nach einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation. Dabei greifen die Immunzellen des Spenders das Gewebe des Empfängers an.

Steroide stellen die primäre Behandlung der GvHD dar. Bei Patienten mit schwerer, refraktärer Erkrankung sind die therapeutischen Optionen jedoch begrenzt und die Prognose ist schlecht.

Mesenchymale Stammzellen (MSCs) weisen immunsuppressive Eigenschaften auf und werden als möglicher Ansatz zur Vorbeugung oder Behandlung der GvHD untersucht. Dieser Cochrane Review evaluiert die Evidenz zur Sicherheit und Wirksamkeit von MSCs in diesem klinischen Kontext.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien zusammen und formuliert folgende Kernaussagen:

Prophylaxe der GvHD

Laut Review gibt es Hinweise von niedriger Evidenzqualität, dass der prophylaktische Einsatz von MSCs das Risiko für eine chronische GvHD reduzieren kann.

Für andere Endpunkte zeigt die prophylaktische Gabe gemäß den Studienergebnissen jedoch kaum oder keine Effekte. Das Risiko für eine akute GvHD wird durch MSCs voraussichtlich nicht signifikant verringert.

Zudem zeigt sich kein Unterschied hinsichtlich der Gesamtmortalität. Auch das Risiko für ein Rezidiv der malignen Grunderkrankung bleibt unbeeinflusst.

Therapie der GvHD

Der Review kommt zu dem Schluss, dass die bisherige Evidenz aus randomisierten Studien den Einsatz von MSCs als effektive Therapie der akuten GvHD nicht stützt.

Bei der Behandlung einer bereits bestehenden GvHD bleibt laut Review sehr ungewiss, ob MSCs das komplette Ansprechen verbessern. Dies gilt sowohl für die akute als auch für die chronische Form der Erkrankung.

Auch auf die Gesamtmortalität im therapeutischen Setting haben MSCs voraussichtlich kaum oder keinen Einfluss.

Sicherheit und Dosierung

Die Gabe von MSCs wird in den untersuchten Studien als gut verträglich beschrieben. Es wurden keine infusionsbedingten Toxizitäten oder die Bildung von ektopischem Gewebe berichtet.

In Studien, die verschiedene Dosierungen von MSCs verglichen, konnten keine Unterschiede in den klinischen Endpunkten festgestellt werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review betont, dass mesenchymale Stammzellen zwar gut verträglich sind und möglicherweise das Risiko einer chronischen GvHD senken können. Die aktuelle Evidenzlage unterstützt ihren Einsatz als effektive Therapie bei einer bereits bestehenden akuten GvHD jedoch nicht. Es wird darauf hingewiesen, dass weitere aussagekräftige Studien erforderlich sind, bevor MSCs als Standardtherapie empfohlen werden können.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review stützt die aktuelle Evidenz aus randomisierten Studien nicht die Schlussfolgerung, dass MSCs eine wirksame Therapie für die akute GvHD darstellen. Es ist sehr ungewiss, ob sie das Ansprechen auf die Behandlung verbessern.

Es gibt Evidenz von niedriger Qualität, dass der prophylaktische Einsatz von MSCs das Risiko für die Entwicklung einer chronischen GvHD reduzieren kann. Auf das Risiko einer akuten GvHD haben sie jedoch voraussichtlich keinen Einfluss.

Der Review beschreibt MSCs als gut verträglich. In den eingeschlossenen Studien wurden keine infusionsbedingten Toxizitäten oder die unerwünschte Bildung von ektopischem Gewebe beobachtet.

Gemäß den Ergebnissen der prophylaktischen Studien machen MSCs im Vergleich zur Kontrollgruppe keinen Unterschied beim Risiko für ein Rezidiv der bösartigen Grunderkrankung.

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Quelle: Cochrane Review: Mesenchymal stromal cells as treatment or prophylaxis for acute or chronic graft-versus-host disease in haematopoietic stem cell (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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