Mercaptopurin: Risiken in Schwangerschaft und Stillzeit

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Embryotox (2026)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Mercaptopurin (6-MP) ist ein Purinanalogon, das in niedriger Dosierung immunsuppressiv und in hoher Dosierung zytostatisch wirkt. Es wird unter anderem bei akuter lymphatischer Leukämie, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und weiteren Autoimmunerkrankungen eingesetzt.

Der Wirkstoff ist biologisch inaktiv und wird in den aktiven Metaboliten 6-Thioguaninnucleotid (6-TGN) umgewandelt. Es besteht ein plazentarer Übergang, wobei die Konzentrationen im mütterlichen Blut und im Nabelschnurblut in vergleichbarer Höhe nachweisbar sind.

Das Prodrug von Mercaptopurin ist Azathioprin, für das ein deutlich höherer Erfahrungsumfang vorliegt. Die immunsuppressive Wirkung beider Substanzen wird als vergleichbar eingestuft.

Empfehlungen

Die Embryotox-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Anwendung von Mercaptopurin:

Schwangerschaftsplanung und Neueinstellung

Von einer Neueinstellung während der Schwangerschaft wird aufgrund des mäßigen Erfahrungsumfangs abgeraten.

Es wird betont, dass initial eine erhöhte Gefahr für Komplikationen wie Pankreatitis oder Myelosuppression besteht.

Bei stabil eingestellten Patientinnen sollte individuell geprüft werden, ob eine effektive Krankheitskontrolle mit besser untersuchten Alternativen (z. B. Azathioprin oder TNF-alpha-Antagonisten) möglich ist.

Überwachung während der Schwangerschaft

Nach einer Exposition im ersten Trimenon wird eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung einer normalen fetalen Entwicklung empfohlen.

Bei langfristiger Einnahme wird zu sonographischen Kontrollen des fetalen Wachstums sowie zu einer regelmäßigen internistischen Mitbetreuung geraten.

Es wird darauf hingewiesen, dass das Risiko für eine intrahepatische Schwangerschaftscholestase unter Thiopurin-Therapie erhöht ist.

Perinatales Management

Tritt bei der Schwangeren im dritten Trimenon eine Leukopenie auf, sollte die Dosis verringert werden, sofern dies medizinisch vertretbar ist.

Für das perinatale Management gelten folgende Empfehlungen:

  • Bei in der Spätschwangerschaft exponierten Neugeborenen auf klinische Zeichen einer Hämatopoesestörung achten

  • Gegebenenfalls eine Blutbildkontrolle beim Neugeborenen durchführen

  • Bei mütterlicher Leukopenie im dritten Trimenon zwingend das kindliche Blutbild kontrollieren

Paternale Anwendung und Stillzeit

Eine Therapie des werdenden Vaters muss weder bei Kinderwunsch noch während der Schwangerschaft der Partnerin umgestellt werden.

Es gibt keine Hinweise auf negative Auswirkungen auf die männliche Fertilität oder den Schwangerschaftsverlauf.

Es wird angegeben, dass sich eine Therapie mit Mercaptopurin und das Stillen generell nicht ausschließen, auch wenn besser untersuchte Alternativen bevorzugt werden sollten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass bei einer langfristigen intrauterinen Exposition mit Mercaptopurin das Risiko für eine Myelosuppression beim Neugeborenen besteht, weshalb auf klinische Zeichen einer Hämatopoesestörung geachtet werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Von einer Neueinstellung während der Schwangerschaft wird aufgrund des mäßigen Erfahrungsumfangs abgeraten. Zudem besteht initial eine erhöhte Gefahr für Komplikationen wie eine Pankreatitis oder Myelosuppression.

Eine Therapie des werdenden Vaters muss weder bei Kinderwunsch noch während der Schwangerschaft umgestellt werden. Es gibt keine Hinweise auf negative Auswirkungen auf die männliche Fertilität oder den Schwangerschaftsverlauf.

Eine Therapie mit Mercaptopurin und das Stillen schließen sich generell nicht aus. Es wird jedoch empfohlen, wenn möglich auf besser untersuchte Alternativen wie Azathioprin zurückzugreifen.

Bei langfristiger Einnahme wird eine sonographische Kontrolle des fetalen Wachstums empfohlen. Zudem sollte eine regelmäßige internistische Mitbetreuung der Schwangeren erfolgen.

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Quelle: Embryotox: Mercaptopurin in der Schwangerschaft/Stillzeit (Embryotox, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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