Melanom: S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie & Nachsorge
Hintergrund
Das maligne Melanom der Haut weist die höchste Metastasierungsrate unter den Hauttumoren auf. Laut der S3-Leitlinie Melanom ist es für mehr als 90 Prozent aller Sterbefälle an Hauttumoren verantwortlich.
Die Inzidenz des Melanoms ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Als Hauptgrund nennt die Leitlinie veränderte Freizeitgewohnheiten mit einer deutlich vermehrten UV-Exposition.
Eine frühzeitige Erkennung und stadiengerechte Behandlung sind essenziell für die Prognose der Erkrankung. Die vorliegende Zusammenfassung fokussiert sich auf das kutane Melanom und schließt Schleimhaut- sowie Aderhautmelanome aus.
💡Praxis-Tipp
Ein kritischer Punkt in der chirurgischen Primärversorgung ist die Wahl des korrekten Sicherheitsabstandes. Die Leitlinie betont, dass bei Melanomen bis 2 mm Tumordicke ein Abstand von 1 cm ausreicht, während bei dickeren Tumoren 2 cm empfohlen werden. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass eine Mitnahme der Muskelfaszie keinen Überlebensvorteil bringt und die Exzision bis ins subkutane Fettgewebe völlig ausreicht.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie soll die Wächterlymphknoten-Biopsie ab einer Tumordicke von 1,0 mm durchgeführt werden. Bei Vorliegen zusätzlicher Risikofaktoren, wie einer Ulzeration oder einem Patientenalter unter 40 Jahren, wird der Eingriff bereits ab 0,75 mm empfohlen.
Die Leitlinie hält fest, dass die PET/CT in der Ausbreitungsdiagnostik ab Stadium III die höchste diagnostische Genauigkeit aufweist. Alternativ können auch Ganzkörper-MRT oder Ganzkörper-CT eingesetzt werden, wobei die MRT der CT bei der Detektion von Weichteil- und Hirnmetastasen überlegen ist.
Es wird eine risikoadaptierte Nachsorge über einen Zeitraum von 10 Jahren empfohlen. Nach diesem Zeitraum sollten sich die Maßnahmen auf eine jährliche Ganzkörperuntersuchung zur Früherkennung von Zweitmelanomen sowie die Selbstuntersuchung beschränken.
Die Leitlinie empfiehlt die Bestimmung von S100B ab dem Stadium IB im Rahmen der Nachsorge und Ausbreitungsdiagnostik. Im Stadium IV soll zusätzlich die Laktatdehydrogenase (LDH) als wichtiger prognostischer Parameter bestimmt werden.
Ab dem Stadium III wird eine adjuvante Therapie mit Anti-PD1-Antikörpern oder, bei Vorliegen einer BRAF-Mutation, mit BRAF/MEK-Inhibitoren empfohlen. Im Stadium IIB/C soll gemäß Leitlinie eine adjuvante Interferontherapie angeboten werden.
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Quelle: S3-Leitlinie Melanom v3.3 (2024) (Leitlinienprogramm Onkologie, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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