CochraneIa2019

Mediterrane Diät: Kardiovaskuläre Prävention & Evidenz

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review (2019) untersucht die Wirksamkeit einer mediterranen Ernährungsweise bei der primären und sekundären Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen (CVD). Beobachtungsstudien deuten seit Langem auf gesundheitliche Vorteile hin, weshalb die Diät in vielen Leitlinien Erwähnung findet.

Die Autoren definieren die mediterrane Ernährung durch zwei Hauptkriterien. Es wird ein hohes Verhältnis von einfach ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren (z. B. durch Olivenöl und Walnüsse) sowie eine hohe Aufnahme von pflanzlichen Lebensmitteln vorausgesetzt.

Zusätzliche Kriterien umfassen einen geringen bis mäßigen Rotweinkonsum und einen hohen Verzehr von Vollkornprodukten. Zudem ist die Ernährung durch einen geringen Fleischkonsum, mehr Fisch und einen mäßigen Verbrauch von Milchprodukten gekennzeichnet.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz zur mediterranen Ernährung in vier Hauptvergleichen zusammen. Die Ergebnisse unterscheiden sich zwischen Primär- und Sekundärprävention.

Primärprävention: Klinische Endpunkte

Die Datenlage zur Primärprävention stützt sich maßgeblich auf die re-analysierte PREDIMED-Studie. Die Evidenz zeigt wenig bis gar keine Auswirkung auf die kardiovaskuläre Mortalität oder die Gesamtmortalität.

Es wird jedoch eine signifikante Reduktion von Schlaganfällen durch die mediterrane Ernährung beschrieben. Die folgende Tabelle fasst die Kernergebnisse der Primärprävention zusammen:

Endpunkt (Primärprävention)Effekt der mediterranen ErnährungEvidenzqualität (GRADE)
GesamtmortalitätWenig bis kein EffektNiedrig
Kardiovaskuläre MortalitätWenig bis kein EffektNiedrig
SchlaganfallReduktion (HR 0.60)Moderat
Systolischer BlutdruckGeringe ReduktionModerat
LDL-CholesterinGeringe ReduktionModerat

Primärprävention: Risikofaktoren

Der Review beschreibt moderate bis niedrige Evidenz für geringfügige Verbesserungen bei kardiovaskulären Risikofaktoren. Es zeigen sich mögliche kleine Reduktionen bei:

  • Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin

  • Triglyzeriden

  • Systolischem und diastolischem Blutdruck

Sekundärprävention: Klinische Endpunkte

Für Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Erkrankungen stützt sich die Evidenz primär auf die Lyon Diet Heart Study. Der Review berichtet über:

  • Eine Verringerung der kardiovaskulären Mortalität (niedrige Evidenzqualität)

  • Eine Verringerung der Gesamtmortalität (niedrige Evidenzqualität)

  • Eine hohe Unsicherheit aufgrund des Ausschlusses anderer fehlerhafter Studien

Sekundärprävention: Risikofaktoren

Bei der Sekundärprävention zeigt die Evidenz geringe oder gar keine Auswirkungen auf die Blutfette. Auch in Bezug auf den Blutdruck wird eine sehr niedrige Evidenzqualität für einen fehlenden Effekt beschrieben.

Unerwünschte Ereignisse

Der Review hält fest, dass unerwünschte Ereignisse in den eingeschlossenen Studien selten waren. Wenn sie auftraten, wurden sie als nicht vorhanden oder lediglich geringfügig eingestuft.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Obwohl die mediterrane Ernährung in vielen Leitlinien empfohlen wird, betont der Review die anhaltende Unsicherheit der Evidenzlage aus randomisierten kontrollierten Studien. Es wird darauf hingewiesen, dass die stärkste Evidenz (moderate Qualität) lediglich für eine Reduktion von Schlaganfällen in der Primärprävention vorliegt.

Häufig gestellte Fragen

Der Review definiert sie primär über ein hohes Verhältnis von einfach ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren, meist durch Olivenöl oder Nüsse. Zudem wird eine hohe Aufnahme von pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten vorausgesetzt.

Laut Review gibt es Evidenz von niedriger Qualität, dass die Ernährungsweise wenig bis gar keine Auswirkung auf die Gesamtmortalität in der Primärprävention hat. Die Datenlage hierzu ist weiterhin unsicher.

In der Primärprävention zeigt sich eine moderate Evidenz für eine geringfügige Reduktion des systolischen und diastolischen Blutdrucks. In der Sekundärprävention konnte hingegen kein eindeutiger Effekt nachgewiesen werden.

Der Review berichtet, dass unerwünschte Ereignisse in den Studien sehr selten waren. Wenn sie auftraten, wurden sie als geringfügig eingestuft.

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Quelle: Cochrane Review: Mediterranean-style diet for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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